Autor Thema: Jom Kippur יוֹם כִּפּוּר  (Gelesen 110 mal)

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Offline ABA זאב ברנובסקי

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Jom Kippur יוֹם כִּפּוּר
« am: Di., 18. September 2018, 14:00 »
> Heute Abend beginnt Jom Kippur 5779 <

יוֹם כִּפּוּר
גמר חתימה טובה - Gmar hatima towa lekulam!
Zitat
Jom Kippur - gemäß der TORA der Tag der Vergebung des Volkes Israel durch den Allmächtigen, der höchste jüdische Feiertag, im deutschen Sprachraum ziemlich treffend als Versöhnungstag des Allmächtigen mit Israel bezeichnet - ist der letzte der zehn nach Rosch Ha'Schana folgenden "Tage der Ehrfurcht". Im Grunde gibt es zwischen Rosch ha'Schana und Jom Kippur "in der Sache" keinen Unterschied, beide sind Gerichtstage, der Unterschied liegt auf der emotionalen Ebene.

Am Rosch ha'Schana [Kopf des Jahres(Neujahrsfest)] findet ein sehr nüchternes, trockenes Gericht statt, in dem die Taten jedes Einzelnen im vergangenen Jahr mit dem Ideal verglichen werden und nach Maßgabe dieses Vergleichs das Urteil für das nächste Jahr gefällt wird. Jeder Jude bittet den Allmächtigen einzig und allein um die Gewährung des Lebens für ein weiteres Jahr um die Möglichkeit zu haben, die begangenen Fehler und Sünden nicht zu wiederholen, die immateriellen und materiellen Schulden vor Gott und dem Nächsten zu begleichen und dem Ideal möglichst nah zu kommen. Einen Sündenerlass im Sinne der völligen Auslöschung der Sünden kennt das Judentum nicht, es gibt keine Verjährung, sondern nur die Gewährung einer weiteren Gnaden- bzw. Bewährungsfrist. Wird am Rosch Ha'schana gebeten, findet am Jom Kippur, an dem das Urteil endgültig besiegelt wird, der letzte affektive Aufschrei nach Vergebung, Nachsicht und Gnade statt.
Entgegen der weitläufigen Vorstellung ist Jom Kippur kein Trauertag - wie etwa 9. be Av, an dem der Zerstörungen der Tempel gedacht wird - auch wenn man durchaus traurig sein kann, wenn man auf das vergangene Jahr und seine Taten darin zurückblickt. In dem man fastet - 25 Stunden zwischen den Sonnenuntergängen nichts isst und trinkt - zeigt man vor allem sich selbst, dass der in der Jagd nach materiellen sinnleeren Gütern gefangene Mensch sogar, wenn auch kurzfristig, auf das Allernötigste zum Leben verzichten kann und gewinnt zumindest an diesem einen Tag die absolute Distanz zum Materiellen.
Zwischen 70 und 80% der Juden Israels fasten an diesem Tag, die Mehrheit der säkulären Juden steht in der Synagoge Seite an Seite mit den religiösen. Sämtliche staatliche Einrichtungen, ausser dem medizinischen Rettungsdienst und dem Grenzschutz, sämtliche Geschäfte und Gewerben, sowie alle Fernseh- und Rundfunksender unterbrechen ihre Arbeit, Verkehrsstraßen werden zu Fussgängerzonen.


- Gmar hatima towa lekulam - (d.h.) >Eine gute Inschrift in das Buch des Lebens für alle< !

(ein Video von Miriam Woelke aus dem Jahre 5776 [3 min.])
GRUNDSATZ der kritischen Vernunft :
Wer wirklich an der Wahrheit Interesse hat, wird so verfahren,
dass er gerade Auffassungen, die er für besonders wichtig hält,
am schärfsten der kritischen Prüfung aussetzt !!!

 

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