Autor Thema: Der Todestag Jesu  (Gelesen 407 mal)

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Offline Asarja

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Der Todestag Jesu
« am: So., 21. April 2019, 00:15 »
Zitat
Zum Thema biblische Zeitzählung habe ich eine mir sehr wichtige Frage.

Das Christentum allgemein sieht den (angeblichen) Todestag Jesu am Freitag,
obwohl das vorne und hinten mit den Evangelientexten nicht übereinstimmt.
3 Tage und 3 Nächte - das sind 72 Stunden (!) -
lassen sich in der christl. Zeitspanne - Karfr.-Osterso. - nicht unterbringen,
wohl aber wenn Jesus am Mittwoch, mitten in der Woche (mi. abend) "verschied",
starb, "seinen" Geist aufgab oder was immer darunter zu verstehen ist.

In diesem Zusammenhang interessiert mich nun ganz besonders,
 wann in den möglichen Jahren, die für Jesu Hinscheiden angesetzt werden,
also 28-33 nach unserer Zeitrechn., in welchem dieser Jahre es einen jüdischen Feiertag gab,
der 2 Tage vor dem wöchentl. Sabbat und auf einen Donnerstag fiel.

Danke schon mal …
Asarja
ברוך אתה ה' אלהינו מלך העולם

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #1 am: So., 21. April 2019, 00:30 »
Schalom Asarja,
zuerst gehen wir einmal davon aus, dass der Auferstehungs-"Sonntag", also der 1. Wochentag in ISRAEL schon immer am "Samstag" Abend beginnt. So lesen wir auch in den christlichen Evangelien, dass immer von >früh am Tage< bzw. >bei Tagesanbruch< geschrieben wird. Es war also am "Samstag" zu MOZEJ SCHABAT (Dämmerung des Schabat-Ausgangs). Der christliche "Sonntag"morgen als Auferstehungs-=Sonntag", ist garantiert falsch!
Deshalb rechnen wir zurück:
"Samstag" – "Freitag" – "Donnerstag" ,
 
… also müsste die Hinrichtung durch die Römer wegen:
CRIMEN LAESAE AUGUSTIORIS MAIESTATIS
vor = "MITTWOCH" abends stattgefunden haben!

Zitat
Alles muss irgendwie passen !!!
Nach der Aussage von Matthäus 12,40 will man bei > 3 Tage und 3 Nächte< exakt 72 Stunden festlegen.
Danach muss eine "Mittwoch-Kreuzigung" vorliegen, sowie eine "Samstag-Auferstehung" zustande gekommen sein.
Und das jetzt noch unter der Berücksichtigung der 2 verschiedenen Festkalender (z.B. Pharisäer/Essener [Solar/Lunar]) im damaligen ISREL
Andererseits wird auch übersetzt >am 3. Tage auferstanden< nach der Schrift.
Dann sieht die Reihenfolge anders aus!
"Sonntags" auferstanden, d.h. "Samstag"Abend.(3. Tag)
ganzer "Samstag" (2. Tag)
ganzer "Freitag"  (1.Tag)
Kreuzigung wäre dann am "Donnerstag"(tagsüber) gewesen !!!
Da müsste allerdings der "Rüsttag" (Sederabend) Donnerstags gewesen sein.
Dies war allerdings nie der Fall, (wahrscheinlich wegen Schabat HaGadol),
denn der Monatsanfang Nissan ist zum Neumond hin variabel.

Jetzt fragst Du dich bestimmt mit recht nach dem jüdischen PESSACH-Fest um den entsprechenden Tag des 14.Nissan (Seder Abend) festzulegen. Also das gleiche Problem, welches die Christen der ersten Jahrhunderte hatten, da sie nicht mit dem jüdischen Kalender und den PESSACH-Festzeiten zurecht kamen. Ein gewisser Dionysius Exiguus wurde seinerzeit im 5. Jhdt. damit betraut den richtigen Ostertermin festzustellen. Allerdings verrechnete er sich schon damals. Es gab keine Wochentags-Bezeichnung, so wie wir sie kennen. Und durch seine wirre ANNO DOMINI Rechnerei kam noch dazu, dass er unwissend Jeschuas Geburt NACH den Tod von Hordes (Herodes) legte.
Und heutzutage ist es noch schwieriger, zumal wir die Zeitwirren des 1000-jährigen Reiches unter Papst Sylvester II. und Kaiser Otto 3. hinzukommen. Hier liegt schon eine Differenz von über 200 Jahren zwischen dem gregorianischen Kalender und der jüdischen Zeitrechnung (Kette der Generationen).

also jetzt weiter lieber Asarja:
Wir nehmen an, der Kreuzigungstermin wäre "Mittwochs" der 14. Nissan !!!
Ganz unverbindlich lag hier der 14.Nissan 3790, nach dem amtlichen gregorianischen (bürgerlichen) Kalender, also das heutige A.D. (Anno Domini)

an einem "Mittwoch" den  5. April des Jahres 30
oder …
an einem "Mittwoch" den 20. März des Jahres 37
(14. Nissan 3797)

Hierbei sind allerdings 3 Differenz-Fakten nicht berücksichtigt.

  • Die Umstellung vom Julianischen- auf den Gregorianischen Kalender.  (2 Wochen in 1582)
  • Die Fälschung bei der Jahrtausendwende.
  • Der Rechenfehler für Jesu Geburt.
  • Das unterschiedliche PESSACH-Datum in Jerusalem zu Jesu Zeiten. (Pharisäer <> Essener)
Dies werde ich ebenfalls gleich versuchen zu erläutern:
Berücksichtigen wir nämlich jetzt die Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen (amtlichen/bürgerlichen) Kalender, dann gäbe es das Datum der Ermordung und Grablegung Jeschuas für den:
"Mittwoch", 25. März 30
oder:
"Mittwoch", 9. März 37

(julianischer Zeit)

PS:
Ein vorgesehenes Posting Kreuzigung "Donnerstag" den 14. Nissan, können wir uns allerdings ersparen,
denn einen Donnerstag der auf den jüdischen 14. Nissan fällt gibt es nicht !!!



Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #2 am: So., 21. April 2019, 00:45 »
Somit lieber Asarja, kommen wir zur nächsten Möglichkeit …
ich werde nach der jüdischen Zeitrechnung (Kette der Generationen) gehen.
Hierbei gibt es keine Berücksichtigung der eingeschmuggelten Jahrhunderte,
die wir Papst Sylvester II. und Kaiser Otto III. "zu verdanken" haben.




Basis ist wie gesagt die jüdisch/israelitische Generationsrechnung (u.a. überarbeitet von Leopold Zunz)
im Abgleich mit Fix-Zeitpunkt >Alexander dem Großen<, sowie Fixzeitpunkt von >Bur-Sagale< (Sonnenfinsternis)
dazu die damalige römische Zeitrechnung URBE CONDITA und die spanische ERA !




Bei Interesse:
Christliche-Bibel-Offenbarung
>Das Jahr der Kreuzigung des Messias<



Zuerst legen wir einmal den Todestag JESU fest.
Dies war m.Ea. exakt der 4. Wochentag (Jom Rewi'i) also der MITTWOCH
(allerdings gab es seinerzeit keine solche Wochentagsbezeichnung).
Hier nun einmal eine tabellarische Aufzeichnung des Todes-PASSAH-Ablaufes vom 13. bis 21. Nissan:
(nach Dietmar Hochstatters Aufzeichnungen aus [www "biblische" Tatsachen] )
Bitte noch bedenken, dass jeder neue Tag bereits am Vorabend beginnt!

13.Nissan 3.(Wochen-)Tag (Di)
Vorbereitungen für das Abendmahl

14.Nissan 4.Tag (Mi), Rüsttag des Passah Abendmahl Gefangennahme
Verhöre, Herodes Antipcs und Pilatus Geißelung, Dornenkrönung und
Verspottung Anpfahlung Jesu, Tod Jesu um die 9.Stunde! Grablegung

15.Nissan 5.Tag (Do), 1.Festtag d.u.B., Festtagssabbat Grabesruhe

16.Nissan 6.Tag (Fr), 2.Festtag der ungesäuerten Brote Grabesruhe

17.Nissan 7.Tag (Sa), 3.Festtag der ungesäuerten Brote Grabesruhe
Auferweckung Jesu durch Jahweh um die 9.Stunde

18.Nissan 1.Tag (So), 4.Festtag der ungesäuerten Brote Graberöffnung durch Engel
Auffindung des leeren Grabes und Erstbezeugung Darbringung der Erstlingsgarbe

19.Nissan 2.Tag (Mo), 5.Festtag der ungesäuerten Brote

20.Nissan 3.Tag (Di), 6.Festtag der ungesäuerten Brote

21.Nissan 4.Tag (Mi), 7.Festtag d.u.B., Festtagssabbat


Im kommenden Posting betrachten wir das eigentliche JAHR dieses PESSACHs !

LG ABA אבא (Zeev Baranowski)

PS:
Hier zur Erinnerung unser Forumsbeitrag:
Der PROZESS JESU - aus jüdischer Sicht !!!

Offline Dodi

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #3 am: So., 21. April 2019, 00:52 »
Danke Dir ganz herzlich ABA,
für deine ausführliche Beantwortung von Asarjas Fragen,
es ist uns eine große Hilfe im Reliuntericht.
Nach Pessach wollen wir so einiges diskutieren.
Grüße DODI

Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #4 am: So., 21. April 2019, 01:11 »
Schalom Asarja, Schalom DODI
nun kommen wir zum interessanten und umstrittenen TODESJAHR von Jeschua BarJosef (Jesus Christus).
Grundlage ist die äteste Zeitrechnung (die hebräische "Kette der Generationen")
tanachitischer "biblischer" chronologischer Auflistung seit ADAM und EVA.
Überarbeitung (Antike) von HILLEL dem 2.
(הלל נשיאה) im 4. Jhdt.
Neuzeitliche Überarbeitung von Leopold Zunz.

Zitat
Berücksichtigt sind hier wichtige historische FIXPUNKTE !
Wie z.B.:
Alexander d.Große= Sieg über Dareius (3658),= ISRAEL fällt unter gr. Hoheit (3659),
= Alexanders Tod (3665),= Tod der Herodes (3984),= Regierung des TIBERIUS (4002-4025),
= Bur Sagale -Sonnenfinsternis- (3225), = Lachisch Tonscherben mit Zeitangabe (3402)
Nach allen Recherchen war die Ermordung und Kreuzigung von Rabbi Jeschua durch die Römer am:

14. Nissan 4017, Jom Rewi'i  (4.Wochentag["Mittwoch"])
(Seder/"Rüstttag" für פסח PESSACH)

Dies war umgerechnet der:

  • 15. April 29 A.D. (Gregorianischer Kalender)
    bzw. 4. April 29 A.D. (Julianischer Kalender)
  • Im Jahre 19 des TIBERIUS (seleukidisch/römische Zt.Rg.)
  • Im Jahre 74 Ǣ (spanische ERA Zeitrechnung)
  • Im Jahre 782 römische URBE CONDITA Zeitrechnung
also genau vor ~1762 Jahren !!! (anstatt 1990 Jahren)
(da unsere A.D. Zeitrechnung vor ~1000 Jahren gefälscht wurde)

(Weitere Einzelheiten und Belege dazu, bin ich gerne bereit zu posten )


LG אבא -Zeev Baranowski-


Online freily

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #5 am: So., 21. April 2019, 11:14 »
Schalom ABA, Asarja und Dodi,

da lese ich doch glatt aufmerksam mit, denn das ist schon sehr Interessant.
Ich kenne nur einige Hinweise, jedoch kein genaues Wissen.

Meine Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Erfundenes_Mittelalter

Schalom
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #6 am: So., 21. April 2019, 20:30 »
Schalom lieber Freily,
vielen Dank für den Hinweis und ich teile Dir mit, dass ich die Ausarbeitungen von Illig und Topper seit 20 Jahren sehr gut kenne. Weiterhin habe ich auch alle Bücher darüber. Seinerzeit wurde ich über die These des "Phantomzeitalters" schon in ISRAEL beauftragt, dies von der jüdischen Seite zu beleuchten. Das ist mir dann auch nach mühevoller Kleinarbeit gelungen.
Die jüdische Zeitrechnung >Kette der Generationen< war dabei eine fundamentale Hilfe. Diese wurde in der Antike von HILLEL dem 2. im 4. Jahrhundert übernommen und überarbeitet; in der Neuzeit mit den Ergänzungen dann von Leopold Zunz erneut überarbeitet.
Hier lag das, sowieso falsch berechnete Jahr 1 A.D., im Jahre 3988; also wie ich bereits schrieb vor genau 1.791 Jahren, anstatt vor 2019 Jahren. Also eine Differenz von 228 Jahren, entgegen der Differenz von Illig/Topper von 297 Jahren.
Um die paar Jährchen die ich von der "Phantomzeit-Theorie" auseinander liege sind kaum der Rede wert und es lohnt sich auch nicht für mich dies akkurat durchzuprüfen bzw. durchzurechnen.
Auf jeden Fall ist klar, dass die christlichen Spezialisten unter Papst Sylvester II. und Kaiser Otto III. zur Jahrtausendwende, die damals sehr ungeschulte Menschheit beschissen haben müssen. Dieser Meinung schließe ich mich Illig/Topper auf jeden Fall an.

LG ABA


Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: Der Todestag Jesu
« Antwort #7 am: So., 21. April 2019, 22:00 »
Zur weiteren INFO :

Leopold Zunz Rabbinerbibel

Zitat
… eine von Zunz erarbeitete "Zeittafel über die gesammte heilige Schrift";
diese beginnt im Jahr 3988 vor der allgemeinen (christlichen) Zeitrechnung ...





sowie ...
>Plauderei mit Heribert Illig <  (13 min.)

EINLEITUNG für die historischen Eckdaten! (s.o.)

Eingangs möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass auch andere Kritiker sich an der falschen Zeitalter-Berechnung die Köpfe zerbrochen haben.
Es waren nicht nur Heribert ILLIG  , Uwe TOPPER    und Co.

Ein umfangreiches WEB Werk von verschiedenen Autoren finden wir in der bereits erwähnten textkritischen WEB-Site:
>>> "Biblische" Tatsachen <<< von Dietmar Hochstatter:   (christliche Ausarbeitung)
 



Als Fakt halten wir fest, dass zur "Zeitwende" (Anno Domini) folgende Zeitrechnungen geläufig waren:
Die jüdische Zeitrechnung, welche wir die >Kette der Generationen< nennen, beginnt rechnerisch mit der Schöpfung bzw. mit Adam+Eva. Bekannt ist, dass HILLEL der II. im 4. Jahrhundert diese Zeitrechnung u.a. überarbeitet, bzw. entworfen hat. Einige Zeitrechnungs-Konstrukteure haben in der Neuzeit versucht die jüdische Rechnung, welche auf die Generationen und Historik des TANACHs (sog."AT") basieren mit dem Jahr 1 AD und dem jüdischen Jahr 3761 zu kombinieren. Die war jedoch nachweisbar falsch.


Eines der verheerendsten Ereignisse der Zeitrechnung basierte auf den Oster-Termin-Streit im Christentum. Hiernach wurde der Geburtstermin Jesu berechnet. Allerdings unterlief um 525 AD dem beauftragten Abt Dionysius Exiguus ein verheerenden Fehler. Er irrte sich um 6–7 Jahre. Dennoch wurde seine Zeitrechnung die Grundlage der heutigen modernen Zeitangabe.
Als nächstes muss unbedingt die erwähnte Geschichtsmanipulation des Papstes Sylvester II. und des Kaisers Otto III. erwähnt und berücksichtigt werden. Beide sahen sich zu ihrer Zeit im 8. Jahrhundert als die Regenten der ENDZEIT an. Jesus kommt wieder. Das 1000-jährige Friedensreich beginnt mit ihnen als weltliche und unsterbliche Chefs! Da die Geschicke des Lesens, Schreibens und Wissens seinerzeit, in nur ein "paar Händen" von Gebildeten lag, war es ein leichtes, die Geschichte samt Zeitrechnung so hinzubiegen, dass alles stimmend gemacht wurde!


ERGO haben wir jetzt:
5779 jüdischer Zeitrechnung   ;D
2019 amtl. Zeitrechnung   8)
1791 korrigierte Anno Domini  :P
1797 ~ nach Christi Geburt   ::)
1440 Islamische Zeit*)   :o




PS:  *)
Die Einpassung der islamischen Zeitrechnung wäre ein Thema für sich.
Es gibt hier sehr unterschiedliche Meinungen und Ansichten.
Ich müsste mich persönlich dann intensiv noch damit beschäftigen.

 

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