Autor Thema: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen  (Gelesen 1411 mal)

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Offline ABA זאב ברנובסקי

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zu #26 Opferkult im TANACH
« Antwort #15 am: Sa., 18. April 2020, 14:41 »
שלום כולם
Schalom zusammen !

Kommen wir zur Lesung von Schmini (שמיני = der achte Tag [der Einweihung]). Hierbei ist zu bemerken, dass sich einige jüdische Theologen regelrecht um die Text-Aussage und -Auslegung herumdrücken.
1. Vorwiegend liegt dies an der heutigen Einstellung zu einem dermaßen  blutrünstigen Opferkult. So frage ich mich auch:
»»»  wie kann ein "liebender" GOtt solch eine "tier-mörderische" Einstellung von den Menschen verlangen, nur damit Vergebung erteilt wird und er sogar noch Freude daran empfindet. Oder u.a. nur weil die ארון הברית  (Lade des Bundes) 6 Schritte weiter getragen wurde, eine Anzahl von Ochsen und Stiere "geopfert" werden musste und alle FREUDE daran hatten. Besonders bestimmt auch der "liebe Gott", weil ja damit die Lade wieder ein Stückchen näher nach ZION kam !?

2. Im zweiten Teil der Schmini geht es alleine um den כשרות = KASCHRUT. Zwar auf der einen Seite, den verständlichen Hinweis was für das Volk GOttes zum Verzehr Ritual gesehen "gesund" ist und was (heidnisch gesehen) NICHT. Für mich als moderater Veganer ist dieser "Bibelteil" sowieso uninteressant. Allerdings lebt der jüdisch-religiöse Kaschlut-Experten-Berufsstand bei den orthodoxen Rabbinern sehr gut davon.


Deshalb halte ich mich lieber an die Gottes-Begeisteten
(Mahner/Wächter/Propheten) des TANACHs, bei denen u.a. wir lesen:
Zitat
Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke.
oder:
Wenn sie auch viel opfern und Fleisch herbringen und essen's, so hat doch der HERR kein Gefallen daran.
oder:
Liebe will ich von euch und nicht, dass ihr mir die Tiere schlachtet! Ihr sollt mir nicht Brandopfer darbringen, sondern tun, was mir gefällt.
oder:
Wenn du dem Herrn gehorchst, freut es ihn mehr als das beste Opfer.
oder:
Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern; sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf dass es euch wohlgehe.

Der religiöse Opfer-Verfechter mag zwar hierzu einwenden, dass es sich nicht um korrekten Opferkult handelte. Ich bin jedoch eher der Meinung, dass es sich bei diesen gegensätzlichen Aussagen im TANACH lediglich um unterschiedlicher Redakteure aus der Antike handelt. Die einen waren die priesterlichen, welche ja sehr gut von der Opferbereitschaft des Volkes lebten. Die Schomrim (Wächter) hingegen waren eher asketisch im Wohlstands-Hintergrund zu finden.

LG und Schalom
  Zeev Baranowski

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Re: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen
« Antwort #16 am: Sa., 18. April 2020, 22:08 »
Schalom UVracha lieber Zeev
Auch ich habe mir Gedanken über die Opfer gemacht. Mir fiel auf, dass ich im Christentum niemals etwas vom Friedensopfer, Webopfer, Brandopfer u. a. m. gehört habe. Damals galt für mich nur das Sündopfer und zwar ausdrücklich kein hebräisches sondern ein heidnisches: ein ganz klar definiertes Menschenopfer. Dieses wird auch als „Lamm Gottes“ bezeichnet. Am Jom Kippur wurde das Volk mit zwei Geißböcken „versöhnt“, also keinem Lamm (!), wobei ein Geißbock in die Wüste geschickt werden musste. Nun habe ich in Anlehnung an diesen Geißbock „Jesus“ in die Wüste geschickt. Allerdings ist mir meine Erbsünde noch immer nicht vergeben. Um dieses Problem zu lösen, bin ich in der Torah ganz nach vorne gegangen, zur Ersterwähnung von „Opfer“ und „Sünde“ nämlich,

Zitat
1Mose 4:2-7 Elbf.  (....) Abel wurde ein Schafhirt, und Kain wurde ein Ackerbauer.  3  Und es geschah nach Verlauf einer Zeit, da brachte Kain dem Jahwe eine Opfergabe von der Frucht des Erdbodens;  4  und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und Jahwe blickte auf Abel und auf seine Opfergabe;  5  aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Und Kain ergrimmte sehr, und sein Antlitz senkte sich.  6  Und Jahwe sprach zu Kain: Warum bist du ergrimmt, und warum hat sich dein Antlitz gesenkt?  7  Ist es nicht so, daß es sich erhebt, wenn du wohl tust? Und wenn du nicht wohl tust, so lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird sein Verlangen sein, du aber wirst über ihn herrschen.
JHWH hatte hier weder Kain noch Abel das Opfern geboten aber dennoch opferten sie. Warum? Wenn ich heute in das hinduistische Indien schaue, so wird auch dort geopfert. Man opfert, um heidnische Gottheiten zu besänftigen, opfert für Regen, für Glück und für vieles Andere. Von einem Indien-Rückkehrer vernahm ich, dass ein Bekannter von ihm sogar ein Haaropfer gebracht hatte, mir ist jedoch nicht klar, für welchen der über 300 Millionen Gottheiten. Und: Kain und Abel hatten geopfert, obwohl von Sünde noch nichts bekannt war. Erst nach dem Opfern spricht ELOHIM etwas von der „Sünde vor der Tür“. Sie konnten also unmöglich für ihre Sünde bzw. die Versöhnung geopfert haben. Und dann fiel mir noch auf, dass die Erbsünde erst mit der katholischen Kirche in die Welt kam; denn die gab es vorher noch gar nicht.
Was deine TaNaCh-Zitate betrifft, bin ich natürlich voll auf deiner Wellenlänge:

Zitat
Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern; sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf dass es euch wohlgehe.
Wenn ich mir den Tempel in Jerusalem und den Opferdienst darin aktuell anschaue, dann weiß ich, dass kein Jude weltweit Sündenver­gebung haben kann; denn bekanntlich gibt es weder Tempel noch Opfer.
Als David die Sünde mit Bathseba begangen hatte, lese ich nirgends etwas davon, dass er für diese Sünde opferte, nein, der Prophet Nathan sagte ihm ganz unmissverständlich, was auf Grund seines Fehlver­haltens auf ihn zukommen würde. Wegen seiner Einsicht und Demut wurde ihm vergeben: ihm blieb der Tod in diesem Zusammenhang erspart. Das war die einzige Vergebung.

Gruß von einem der S(c)homrim
Einer Lüge, die man hundertmal gehört hat, glaubt man viel eher als der Wahrheit, die man das erste Mal hört.

Offline ABA זאב ברנובסקי

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Vegetarier ist die Antwort !
« Antwort #17 am: So., 19. April 2020, 00:00 »
Schalom und vielen Dank lieber Jürgen HaShomer,   :D
die Antwort kommt wie sooft aus der Schweiz !    ;)

... ebenso wie meine Antwort; hier im VIDEO des Rabbiner Noam Hertig von der
Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ).
Genau wie ich schon in anderen Beiträgen ("Schöpfungstag" VI. - Stunde der VEGANER) darauf hinwies, die Basis der menschlichen Ernährung ist, dass wir von Anfang an VEGETARIER waren. Und dies auch im kommenden »Messianischen Reich« sein werden !   :)


VIDEO    4 ½ min.

Lesung: #47 = Re'eh am 30. AW 5779



Leila Tov    ABA

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Re: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen
« Antwort #18 am: So., 19. April 2020, 09:57 »
Schalom lieber Zeev

Bereits früher sagte ich einmal, dass so bald der Löwe Gras frisst, auch ich wieder ein Veganer sein werde. Während Veganer zurzeit noch etwas Künstliches im Ruf haben, dürfte der "neue" (uralte) Veganismus etwas völlig Natürliches sein. Wie Rav Hertig sagt, dürfte es sich dabei um eine Entwicklung handeln, die völlig natürlich ist.

Ich hörte eine christliche "Auslegung", wonach das Opfer des Abel nur darum gnädig angesehen wurde, weil es etwas mit Blutvergießen zu tun hatte; angeblich musste ja auch Jesus sein Blut vergießen. Da diese Erklärung jedoch nirgends geschrieben steht, wurde sie natürlich von Heiden frei erfunden, um ihre Irrlehre von Golgatha zu begründen.

Du hattest das "Messianische Reich" erwähnt. Dieses wird in der Tat eine neue Weltordnung sein. Was aktuell als "neue Weltordnung" geplant wird, wird genau so zusammen brechen wie das "großdeutsche Reich" alias "1000-jährige Friedensreich" des selbst ernannten Führers Großdeutschlands. Wie bekannt, wird JHWH Seine Torah auf die Herzen Seines Volkes schreiben und in ihr Innerstes legen. Da Jirmejahu hier etwas von Seiner Torah schreibt, ist wohl klar, dass Moses Torah damit ausscheidet; nicht nur, weil sie auf zerbrechliche Steintafeln geschrieben worden war, sondern ebenso der Opfer wegen, die JHWH noch nie wollte. Seine Torah dürfte etwas sein, wovon Henoch noch eine Ahnung hatte und was Moses Torah (mit Opfern) weit übersteigt. Dies ist der Brit Chadaschah, der wahre neue Bund, der mit einem auf geduldiges Papyrus geschriebenen "Neuen Testament" nichts gemeinsam hat.

Schavuah tov wünscht Shomer 
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Online freily

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Re: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen
« Antwort #19 am: So., 19. April 2020, 23:21 »
Schalom ihr Alle,

Jer 31,33 Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließe, wird ganz anders aussehen: Ich schreibe meine Gesetz Ratgebung in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

Der Mensch glaubt zu denken, aber nur der EWIGE kann lenken.!
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

Offline lopileppe

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Re: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen
« Antwort #20 am: Sa., 23. Mai 2020, 00:56 »
FAQ zu Schabat-Lesung 4 BaMidbar #33


Schalom an alle ,

ich wage es mal eine Frage zu stellen :
Der erste Teil hat eine andere Darstellung der Buchstaben als der 2. Teil.

Welche Schrift ist das? Dass es Hebräisch sein soll ist schon mal klar.
(ich meine diese Verziehrungen an den Buchstaben, die wie Stiele aussehen)
Haben die was zu bedeuten? Mitlesen ging einigermaßen-
denn es kam mir vor als wenn die Verzierungen mitgesungen wurden.

Im unteren Teil die Schrift hatte ich schon mal gesehen, wie in einigen Büchern ganz normal.
Ziemlich eckig eben und mit Punkten.

Liebe Grüße
Dani







Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: Schabbat Lesung - Erklärung und Fragen
« Antwort #21 am: Sa., 23. Mai 2020, 02:00 »
Schalom Dani,
es handelt sich bei beiden um die gleiche Schriftart.
Abhängig vom Schreiber und seinem Stil wirkt es nur unterschiedlich.
Ebenfalls, dass es sich beim Einen um die תורה TORA handelt;
beim Zweiten um Schriften aus dem restlichen תנ״ך TANACH.
Dementsprechend auch irgend welche Verschnörkelungen und Verzierungen.
Es handelt sich um כְּתָב מְרֻבָּע (ketav merubba)
eine Quadratschrift der Serif-Schriftart aus dem 5. Jhdt v.u.Ztr.
Die Punkte und Striche als hebräische Vokalisierung = MASOREN,
kamen erst zwischen dem 5.-10. Jhdt. nZtr. hinzu.
(damit die hebräische Schrift eigentlich "lesbar" wurde)  8)

Warum die weiteren »Verschnörkelungen und Verzierungen« der TORA-Schreiber,
kannst Du dem folgenden LINK: Zeichensystem der Masoreten entnehmen !





PS:
Der eigentliche Grund des Zusetzens von MASOREN durch die Masoreten war der:
Den ursprünglichen originalen GRUNDTEXT aus der Antike nicht und keinesfalls zu verändern. Deshalb durften niemals Extra-Konsonanten eingefügt werden. Auch durften keine "offensichtlichen Fehler" der antiken Vorlage einfach so verbessert werden. Nur auf Kennzeichnungen um den Text (also oberhalb und unterhalb) einigte man sich damals im Mittelalter. Deshalb blieb der "Original-Text" bis heute so gut wie unverfälscht erhalten.

 

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