Autor Thema: ORTHODOX leben  (Gelesen 196 mal)

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Offline ABA זאב ברנובסקי

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ORTHODOX leben
« am: Mo., 18. Mai 2020, 11:11 »
Schalom ihr Lieben !
Ab heute möchte ich uns mit diesem Thema weg von der nicht enden wollende »VIRUS-Pandemie« führen. Eine sehr interessante Diskussion dürfte das Leben einer bestimmten jüdischen religiösen Gemeinschaft ergeben, deren Leben wir uns in kurzen VIDEOs ansehen können.
Es ist die jüdische Gruppe der HAREDIM חרדים  (Streng-Orthodox) und ihr alltägliches Leben in ISRAEL, sowie auch im GALUT גלות (Diaspora).
Bestimmt haben einige von euch Erfahrungen, Begegnungen oder gar Freundschaften mit den Streng-Orthodoxen HAREDIM. Es wäre interessant etwas darüber zu lesen.
Doch jetzt vorab 5 VIDEOS, die auch eine gewisse Zeit zum anschauen beanspruchen.




     Mein neues Leben in Jerusalem   (44 Min.)


Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann und sieben Kindern das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der streng orthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltag regeln.



streng-ultra-orthodoxe Antizionisten in Jerusalem  ( 7¾ Min.)
religiöse Stadtbusse, Männer und Frauen getrennt 


Die ultra-orthodoxen Juden machen lediglich rund 20 Prozent der Bevölkerung der "Heiligen Stadt" aus, arbeiten meist nix und zahlen keine Steuern. Im krassen Gegensatz dazu steht ihr politischer Einfluss, zumindest in Jerusalem: Um den charedim den lasterhaften Anblick von säkularen Jüdinnen in lasziven Outfits zu ersparen, müssen Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln nun hinten sitzen.



streng-ultra-orthodoxe Antizionisten in Jerusalem  ( 8½ Min.)
Trenn-Probleme beim Einkaufen,
sowie Konfrontation mit den weniger Religiösen.





streng-ultra-orthodoxe Antizionisten in Jerusalem  ( 7 Min.)
Schabat Einkauf und die Art den Schabat zu halten.


Immer wieder Spannungen zwischen Religiösen und weniger Religiösen.
Dann die Frage: Warum aus Überzeugung nicht arbeiten, keine Steuern zahlen, jedoch Geld vom Staat kassieren, dieser Staat ISRAEL jedoch letztlich abgelehnt wird.




Kaschrut - Das biblische Kochbuch (Frankreich)  ( 43 Min.)


„Das ist nicht ganz koscher“ - eine Redewendung, die längst in unseren Sprachalltag eingedrungen ist. Doch was bedeutet das eigentlich – koscher ???
Handelt es sich bei den jüdischen Speisevorschriften um willkürliche Gesetze, die blind befolgt werden, oder haben sie einen philosophischen oder gar pragmatischen Sinn? Was gehört zu einer koscheren Lebensweise?



LG Zeev Baranowski

Offline lopileppe

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Re: ORTHODOX leben
« Antwort #1 am: Mi., 20. Mai 2020, 00:03 »
Schalom ABA,

nun hab ich mir den größten Teil der Videos angesehen.
Was soll ich dazu sagen?

Hm ?!

Ich habe zwar eine eigene Meinung dazu oder soll ich eher sagen mehrere Meinungen?
( Schließlich sind es ja verschiedene Videos.)

Jedoch war das erste Video etwas länger ( bei mir etwa 43 min) statt 10 min, keine Ahnung wieso.
Das 4. Video ließ ich bisher aus . Die Überschrift ist mir momentan zu Krass .
Und deine Zusammenfassung schreckte ab.

Ist schon heftig welche Meinungen da insgesamt aufeinander prallen.
Am heftigsten machte mir das mit dem Busfahren Sorgen , da ich in dem Moment Hass und Ablehnung empfand . Wenn ich es richtig verstand will da eine religiöse Gruppe allen ihre Regeln aufzwingen und wenn nicht gehorcht wird gibts Gewalt.
Dabei wurde extra gesagt, dass es sich um einen staatlichen Bus handelte - keinen religiösen.
Oder hab ich was übersehen. ?

Rhetorische Frage: Früher gab es ja noch keine Busse, ergo sollten solche Leute auch keine Busse nutzen dürfen, schließlich lehnen sie ja modernes so ab. Oder?

Wie du liest ABA möchte ich deine momentane Meinung dazu wissen. Auch wenn es nicht meine sein sollte.
Ich frage mich wer bei diesen Stömungen die auslegung macht, oder ob da jeder sein eigenes „Gesetz“ hat und es für einzig hält.

Liebe Grüße
Dani

Offline ABA זאב ברנובסקי

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Re: ORTHODOX leben
« Antwort #2 am: Do., 21. Mai 2020, 20:00 »
Schalom Dani,
vorab:
Zitat von: Dani
… das erste Video etwas länger ( bei mir etwa 43 min) statt 10 min, keine Ahnung wieso ...
Da hatte ich mich vertippt, liebe Dani; mittlerweile ist es korrigiert. DANKE  ;D

ansonsten:
Das religiöse Judentum hat die grundverschiedensten Richtungen.
Wir als Familie gehören zum Liberalen/Progressiven Judentum.
(Progressiv bedeutet -im Glaubensleben fortschreitend)

Hier nochmal zur Erinnerung aus meinen Postings im Forum:


Die Hauptströmungen des Judentums der Gegenwart:
  • HAREDIM Orthodoxes Judentum mit seinen Unterströmungen
    • Modern Orthodox
      Ultra(Streng)orthodoxes Judentum
      Neoorthodoxes Judentum
  • Chassidismus
  • Liberales/Progressives Judentum
  • Konservatives Judentum
  • Rekonstruktionismus (auch progressiv)
  • Reformjudentum
  • Viele andere, kleinere religiöse Strömungen des Judentums der Gegenwart:
    u.a.
    • Jüdische Mystik (Kabbala)
      Jewish Renewal, oder Neo-Chassidismus
      Laizistische Strömungen des Judentums
Wie Du siehst, ein sehr gefächertes Repertoire der Gottesfürchtigen.  ;)
Und so komme ich zu einer weiteren Frage:
Zitat
... wer bei diesen Stömungen die Auslegung macht,
oder ob da jeder sein eigenes „Gesetz“ hat
und es für einzig hält ...
Jede Strömung hat seine eigene "richtige" Auslegung und die dazugehörigen Gesetze, die einzuhalten sind. Alle anderen sind mehr Unwissende oder gar "Ungläubige". Da "Andere" aus anderen jüdischen Strömungen normalerweise auch Juden (gebürtig) sind, stehen allerdings die Chancen auf eine innerjüdische "Missionierung" sehr gut an.

Jetzt nochmal zu den Bussen und deiner rhetorische Frage:

Zitat
Früher gab es ja noch keine Busse,
ergo sollten solche Leute auch keine Busse nutzen dürfen,
schließlich lehnen sie ja modernes so ab. Oder?  ...
Nur in bestimmten Buslinien des Landes, die durch religiöse Viertel führen, wird versucht die Geschlechtertrennung einzuhalten – und Frauen sollen hinten sitzen. Diese Initiative ging allerdings nicht nur von den Männer aus, sondern von ihren orthodoxen Frauen.
Dementgegen traten allerdings auch andere orthodoxe Frauen auf.
Besonders tat sich hier Ruth Colian,
die Gründerin der ultraorthodoxen Partei für Frauen
ובזכותן (u'bezuchtan) =  »aufgrund ihrer Rechte(der Frauen)«; in Israel hervor.
Kampf unter Gleichberechtigung gegen die Männerdomäne.





So hat auch in den vergangenen Jahren diese Bus-Sitzordnung immer wieder zu Aufständen von Menschrechts- und anderen Frauengruppen geführt.
Rein rechtlich und seitens des Unternehmen-Verbundes EGGED herrscht jedoch in ganz ISRAEL  generell freie Platzwahl.


obwohl !!!
In der Zeit von Ende der 90er bis zu 2011 gab es die MEHADRIN-Busse, speziell für ultraorthodoxe Ortschaften und Gebiete. Hier durften Frauen nur im hinteren Teil des Busses mitfahren. Doch wie gehabt, diese Regelung wurde wegen der Menschenrechte und Gleichberechtigung in ISRAEL vom »Obersten Gericht« abgeschafft !  ;D


LG ABA


Offline JORAM

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ORTHODOX leben in Deutschland
« Antwort #3 am: Sa., 23. Mai 2020, 13:33 »
גרמניה   -  Deutschland

     Meine geheimnisvollen Nachbarn:
»»» orthodoxe Juden «««

In meinem ganzen Umfeld, Schule - Lehrstelle - Sportverein und Freundeskreis wissen alle, dass ich, meine Geschwister und die ganze Mischpoche, JUDEN sind. Dass unsere Großfamilie in ISRAEL, sowie immer noch weit verstreut im גלות GALUT (Zerstreuung/Diaspora), Spanien - Österreich - Polen und natürlich auch hier in Deutschland lebt!

Einer meine Freunde fragte mich vergangene Woche höflich, ob es bei uns auch so zugeht? und übermittelte mir folgendes VIDEO, das ich euch nicht vorenthalten möchte !


Nach meiner Antwort, dass wir zum Liberalen-Judentum gehören und alles etwas lockerer sehen, damit konnte er vorerst mehr oder weniger nicht viel damit anfangen.  ???
Zu streng-orthodoxen Juden zählt man weltweit ca. 10%. Ich gab ihm dann etwas aus meiner MECHANE-Zeit zum Nachlesen:
» Jüdisch sein, aber nicht orthodox «



Möglicherweise sind ihm jetzt einige Dinge über uns "nicht Streng-Orthodoxe" klarer geworden.





Schabat Schalom
   יורם - Joram



Offline Gabriel

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Nicht-Streng-Orhodoxe Juden in Deutschland
« Antwort #4 am: Sa., 23. Mai 2020, 17:28 »
> liberal – konservativ – traditionell – reformiert <

Schalom Joram und alle,
es ist ein sehr interessantes Thema, das hier angesprochen wird.
Auch wir als Familie sind beruflich bedingt in einem ständigen hin- und her
zwischen Israel und Deutschland und Spanien.
Zwei Video-Eindrücke möchte auch ich deshalb hier weitergeben.

1. junge, nicht streng-orthodoxe Juden in Deutschland.




2. jüdisch-religiöse Familie gibt einen Einblick in ihr Leben in Deutschland.



shalom rav – Gabriel



Zum Abschluss noch einen Gruß an Euch aus Jeruschalejim!


שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד

Offline JORAM

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Die orthodoxe KABBALAH …
« Antwort #5 am: Mo., 25. Mai 2020, 21:21 »
… und ihre Anhänger

Schalom und Danke Gabriel,
ich möchte nun noch weiter gehen und mich zu einem "Produkt" der Orthodoxie wenden, nämlich zu der Kabbalah. Die  kabbalistische Tradition verdanken wir natürlich vorwiegend dem orthodoxen Judentum. Dies wird bis heute in der Gegenwart gepflegt und weiterentwickelt. Ein bedeutender Kabbalist aus den chassidischen Gemeinden war Jehuda Aschlag. Die mystische Tradition des Judentums ist hier fest verankert.
Auch unser lieber Freily schrieb oft interessant:
Zitat
»»» Es grüßt Freily, der jüd. Kabbalist
 


HIER sehr interessante VIDEO-Beiträge über dieses Thema:

»Der kabbalistische Pfad zur Einweihung und Adeptschaft am Baum des Lebens«




»Kabbalah – Lebensanalyse«



»Kabbalah - Die faszinierende Welt der jüdischen Mystik«





So - ich denke, dass dieser Teil des orthodoxen Judentums ebenfalls euer Interesse gefunden hat. Wir z.B. haben eine sehr gute Freundschaft mit einer kabbalistischen Familie aus צפת (Safed);
       
obwohl in vielen Dingen dennoch unterschiedliche Meinungen vorherrschen.  ;)


Schalom Joram - יורם

 

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