Autor Thema: Bibel-Codes, näher betrachtet  (Gelesen 535 mal)

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Online freily

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Bibel-Codes, näher betrachtet
« am: So., 30. August 2020, 10:26 »
Schalom,

und was ich in den Tiefen meines Computers aus dem Jahre 2006 noch fand, weil ich es damals für wichtig hielt.
Zitat
Die 'Codes' in der Torah
Was sind die sogenannten Bibel-Codes ?

von Chajm Guski
Eine der bekanntesten Geschichten über den sog. 'Bibel-Code' ist vom Vilna Gaon überliefert, einem 'Talmud-Genie' aus dem 18.Jahrhundert. Er behauptete: "Alles, was ist und bis zum Ende der Zeiten sein wird, ist in der Torah enthalten."
Als man ihn dann prüfend fragte, wo man denn dann den Rambam (Maimonides-Rabbi Moses ben Maimon 12.Jahrhundert) in der Torah stünde, verwies der Gaon auf  Schemot (2.Mosche) 11,9-10:" Und so wie HaSchem zu Mosche gesprochen hatte: Pharao wird auf euch nicht hören, auf daß meiner Wunder im Lande Mizrajim (Ägypten) viel werden, So hatte HaSchem, als Mosche und Aaron alle diese Wunder vor Pharao getan, das Herz Pharaos verhärtet, daß er die Kinder Israels nicht aus dem Lande ziehen ließ." - Auf hebräisch heißt diese Stelle: Rabot Moftaj B'eretz Mizrajim - und jetzt wird auch RAMBAM(in hebr.Umschrift-RMBM)  kenntlich: Rabot Moftaj B'eretz Mizrajim.(Vokale werden im hebräischen nicht als unmittelbarer Buchstabe dargestellt- )
Eine ähnliche Geschichte wird vom Ramban erzählt (Rabbi Mosche ben Nachman), dieser besprach mit anderen Gelehrten den Wochenabschnitt Ha'azinu (5.Mosche Kapitel 32-33) und stellte dort die Behauptung auf, in dem dortigen 'Lied des Mosche', sei die gesamte Geschichte Israels dargestellt. Ein anderer Rabbiner -Rabbi Abner- wollte das bewisen sehen und forderte ihn auf, etwas über ihn in diesem Abschnitt zu finden.Er wurde vom Ramban angewiesen Vers 26 zu lesen. Dort heißt es : Ich werde ihr Gedächtnis aufheben unter den Menschen.- Rabbi Abners Namen verbarg sich in den dritten Buchstaben der einzelnen Wörter: amaRti afAjhem ashBjta mayNosch zikRam : AMRTJ AFAJHM ASchBJTH MANVSch ZKRM = R.ABNR - R. Abner (das a entspricht hier dem hebr.Aleph, es steht hier für a, kann aber prinzipiell für jeden Vokal stehen- üblicherweise wird er meit einem ' übertragen).
Wie man sehen kann, gibt es die Möglichkeit, durch Intervalle bestimmte andere Worte aus dem Text der Torah herauszulesen.
Rabbi Weissmandel ist einer der wichtigsten Personen in der Neuzeit, durch die dieses Phänomen erst wieder bekannt wurde.
Leser  mit einfachen Hebräisch-Kenntnissen und einer hebr.Ausgabe der Torah können einige seiner Entdeckungen leich nachvollziehen: Wenn man vom ersten T im Buch Berschit (1.Mosche)  , nämlich den des Wortes Berschit (Berschit Bara...) 49 Buchstaben abzählt, dann landet man bei V oder auch O (der Buchstabe Vav kann v,o und u repräsentieren), zählt man von dort aus noch einmal 49 Buchstaben ab, dann erhält man ein R, dann zählt man die nachfolgenden 49 Buchstaben ab und erhält ein H- zusammengelesen ergibt das TORAH ! Dieses Intervall funktioniert auch im 2.Buch Mosche, im 4. und im 5.- im 5.Buch Mosche und im 4. allerdings funktioniert das rückwärts, also mit dem Buchstaben H(im 5.Buch zählt man ab dem 5.Vers des Buches).Im dritten Buch finden wir TORAH nicht, statt dessen finden wir das Tetragrammaton in einem Intervall von 8 Buchstaben , beginnende mit dem ersten J. Wir erhalten eine Symmetrie, die um den Namen G'ttes herum besteht - TORAH -TORAH-HaSchem-HAROT-HAROT-
Vor dem zweiten Weltkrieg entdeckte Rabbi Weissmandel hunderte solcher Beispiele mit Hilfe eines bestimmten Systems, er schrieb den Text der Torah ohne Leerstellen in 10:10 Gitterkästen um so einen besseren Überblik zu haben und besser Zahlenverhältnisse einsehen zu können.
Dieses System wurde von Prof.Daniel Michelson von der Universität von Californien, Los Angeles wiederaufgenommen und er schrieb 1986 seinen Artikel: Reading the Torah with Equal Intervals. In diesem Artikel werden noch weitere Beispiel genannt und ausgeführt und vom Michelson die Wahrscheinlichkeit berechnet, daß so etwas möglich ist und das ganze mathematisch aufbereitet.
Dieser Artikel entfachte so etwas wie ein Feuer, viele andere Forscher widmeten sich diesem Thema und schrieben mathematische Abhandlungen darüber, wie etwa Doron Witztum, Eliyahu Rips, Gerald Schroeder und Eric Coopersmith.
Durch den Einsatz von Computern war es nun auch möglich den Text der Torah nach beliebigen Wörtern und ihren Intervallen zu durchsuchen, so daß man auch erforschen konnte, welche Begriffe in 'der Nähe' noch verschlüsselt untergebracht waren.
Erstaunlicherweise stellte man fest, daß man auch zum Beispiel Eichmann und die Begriffe Auschwitz, SS und zerstören in unmittelbarer 'Nähe' zu einander finden konnte.

Image, wenn er mal funktioniert.  :-\

Diese Methode funktioniert aber nur, wenn man die Begriffe kennt, nach denen man sucht, so daß es unmöglich sein sollte, die Zukunft vorherzusagen.

weiterführende Literatur: Witztum,D./ Rips,E./ Rosenberg, Y.. Equidistant Letter Sequences in the Book of Genesis,Statistical Science: A Review Journal of the Institute of Mathematical Statistics,Bd.9,Nr.3, August 1994, S.429ff.


Garantien kann ich da keine Übernehmen, da ich selbst noch ein Schüler bin.
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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Offline ABA זאב ברנובסקי

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Ewiges Gerangel mit dem BIBLE-CODE
« Antwort #1 am: So., 30. August 2020, 17:17 »
Schalom Freily und Danke an diese "Alte Zeiten"-Erinnerung.
Ich versuche zwischendurch meinen uralt Beitrag über den BIBLE-CODE in irgend einem Forum zu finden. Zitiert habe ich hi- und da allerdings einiges. Es war ja auch eines meiner Lieblingsthemen vor gut über 15 Jahren.  ::)

Also zuerst ...

Zitat von: Freily
... garantieren kann ich da keine Übernehmen,
da ich selbst noch ein Schüler bin ...
Das ist auch gut so,  ;)
da es sich beim BIBLECODE sowieso um ein "total daneben" handelt !  ;)


Vilna Gaon  behauptete:
Zitat
"Alles, was ist und bis zum Ende der Zeiten sein wird, ist in der Torah enthalten."
Ich ergänze dazu:
... sogar sämtliche FAKES und FEHLER ! (sind dort enthalten !?)

Und ein weiteres Beispiel aus dem hochgepriesenen BIBLECODE,
denn dort steht sogar:


Zitat von: BC entcodiert
SEPP HERBERGER SAGTE:
DER BALL IST RUND UND …
DAS SPIEL DAUERT 90 MINUTEN

Wie diese CODE-Lesung zustande kommt, beschrieb ich auch eindeutig !
HIER mal ein kleines Beispiel aus unserem Forum:


Zitat von: Religiöse Pseudowahrheiten
Somit kann auch Michael Drosnin mit seinem Bibel-Code gut etwas beisteuern!
               
(Es ist ja auch alles aus der TORA)
 
Summa Summarum :
All diese religiösen und mystischen Pseudowahrheiten hindern uns Menschen zeitlich
das MELECHUT HaSchamejim endgültig zu erreichen!
> Jedoch irgendwann haben wir doch ausgelernt <

(aber leider sind damals außer "Kaleb und Josua" alle in den 40 Jahren ausgestorben und haben das ZIEL Kanaan nicht erreicht !!!)

Weiterhin zitiere ich aus einem Forumsbeitrag von hier:
Zitat von: Falsche Messiasse
2012 ... endet nach der TORAH und dem darin verborgenen Drosninschen Bibelcode unser Leben hier durch einen Kometen! (ob nun zwischendurch der Messias kommt, konnte er nicht feststellen. Nur, dass Deutschland Fußball-Europameister wird[war aber leider doch nix], in dem Portugal, Holland und Dänemark geschlagen wird, soll sicher aus dem TORAH-Code zu lesen gewesen sein)




Auf jeden Fall werde ich versuchen,
meinen damaligen Basis-Foren-Artikel über den ...
Drosninschen Bibelcode
zu finden und hierher kopieren.
Dann haben wir etwas zu palavern !   8)  :o  ;)

 Schalom ABA

- Zeev Baranowski -

Offline lopileppe

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Re: Bibel-Codes, näher betrachtet
« Antwort #2 am: Mo., 31. August 2020, 23:30 »
Schalom ihr beide,
Ich hab in punkto Bibelcode mal irgendwo gehört , dass es auch mit anderen Büchern  klappt, einen Code herauszulesen  und dementsprechend  Vorhersagen zu treffen. 

In wieweit  das stimmt, weiss ich leider nicht.
Doch ähnliche Aussagen  wie der mit dem Fußball kamen mir auch schon unter. ( Vom hören und Sagen her nur).

Wie kommen Menschen eigentlich  auf die Idee einen Code hineinzulesen?
Welche Beweggründe führen dazu , nur blanke Suggestion?

Ich hoffe , die Fragen sind okay.

Lg Dani




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Re: Bibel-Codes, näher betrachtet
« Antwort #3 am: Di., 01. September 2020, 09:58 »
Schalom Dani,
Fragen sind immer okay, wenn sie in ordentlicher Art vorgetragen werden. ;)
Wie kommen Menschen eigentlich  auf die Idee einen Code hineinzulesen?
Welche Beweggründe führen dazu , nur blanke Suggestion?
Nein, keine Suggestion, denn die hebr. Sprache ist soviel ich weiß,
mathematisch aufgebaut und wie es in der Mathematik halt so ist, läßt sich vieles berechnen und der Mensch hat halt seine Lust an okkulten Dingen.
Sowas führt eben zu den unglaublichsten Dingen, auch zu Berechnungen der Voraussetzungen und eben auch zu der Meinung, man könnte die Zukunft damit berechnen
bzw. das sie damals schon berechnet wurde.

So ähnlich wurde es mir mal erklärt im Mathe-Unterricht vor Jahrzehnten.  8)

LG
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freily©

 

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