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Jesus - Jude und Rabbiner

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freily:
Schalom tricky,

deinen Hinweis auf die Kindheit des Jesus nach christlicher Sicht nehme ich zum Anlass etwas Richtig zustellen.

In dem voller Polemik erstellten Bericht sind einige Fehler enthalten, die man ohne einer Judaistik-Ausbildung nicht erkennen kann.
Selbstverständlich ist die wirkliche Wahrheit zwangsläufig der Sache entsprechend ein Angriff auf die christliche Grundlage des Glaubenbildes. Auch ich hatte dieselben Probleme, denn zum Einen hatte ich die selben kirchlichen Ideologien und zum anderen hatte ich als Ministrant noch zusätzliche "Unterweisungen" durch den Herrn Dekan.
Aufgrund dieser Basis glaube ich deshalb die Fehler dieser von Dir offerierten Doku entsprechend beurteilen zu können.

Im Absatz "Das Leben Jesu" wird auf eine Wahrheit hingewiesen, versteckt im vorherigen polemisch aufbereiteten Umfeld, sozusagen nach dem griechisch-römischen Philosophen-Sumpf der Rührseeligkeit.

Da wird im 1.Drittel geschrieben:
--- Zitat ---Von jeher hatten die treuen (gläubigen) Israeliten große Sorgfalt auf die Erziehung ihrer Jugend (Kinder) verwandt. Der Herr hatte sie unterwiesen (durch die Torah), die Kinder schon von klein auf über SEINE Güte und über SEINE Größe zu belehren,
wie sie sich besonders in seinem Gesetz offenbart und in der Geschichte Israels kundgetan haben.
--- Ende Zitat ---
Es ist den römisch-griechischen Kirchenfürsten ganz offensichtlich klar, wie die wahre Wirklichkeit der Lehre der Juden aussieht. Jesu Gesetz ist nach Matth. 5,17 die Torah und die Propheten, wie es bei gläubigen Juden Brauch ist.
Doch um ihr "Gesicht" zu wahren, verschleiern sie die wirklichen Zusammenhänge und die Freikirchen meinen nur, sie wären frei von der "Mutter" Kirche, übernehmen aber in der bildlichen Abhängigkeit, deren paulinischen Indoktrinationen.
Fast keiner begreift die Tiefe dieser geschickt eingebrachten Gehirnwäsche.

Im zweiten Drittel kommt ein weiterer Hinweis auf die Richtigkeit meiner These, da wird geschrieben:
Nachdem er sein Lehramt angetreten hatte..,dann wird sich auf Joh. 9,4 bezogen, was eine sehr geschickte Ablenkung ist, die am Wirklichen vorbei führt, denn der nachfolgende Satz bringt eine Offenbarung mit sich:
--- Zitat ---"Jesus scheute entgegen vielen seiner angeblichen Nachfolger weder Sorge noch Verantwortung.
--- Ende Zitat ---

Und jetzt käme die "Erleuchtung":
--- Zitat ---Gerade deshalb aber, weil sie sich dieser Zucht entziehen wollen (die Nachfolger), sind viele schwach und unfähig. !!!
--- Ende Zitat ---

Es ist daher nicht so, daß die Kirchen in ihrer Gesamtheit nicht wissen würden, wie das gläubige Leben der Juden aussehen würde und welche geistige Reife dadurch erlangt werden kann. Nur sie wollen sich nicht von der Macht trennen, Geld über den Staat zubeziehen, weil Jesus sich ja auch keine Sorgen machen mußte, da er aus sehr reichem Elternhaus kam.
Er war von Beruf "Sohn" eines Tektonos, eines Baumeisters, und die waren auch von den Römern gefragt.

Aus diesem Grund konnte er sich auch ausbilden lassen und ein Lehramt übernehemen, denn kein Jude der damaligen wie heutigen Zeit würde jemanden Rabbi oder Meister nennen, wenn er keine Ausbildung hat.
Pharisäer dagegen waren Laien-Schriftgelehrte, sofern meine Infos hierzu stimmen.

Alles andere ist eine Geschichte einer Vorstellung, die schon am Anfang falsch aufgebaut wurde, weil Nazareht nicht ein Gebirgsdorf ist oder war, sondern in einer Ebene zwischen zwei Bergzügen liegt.
Du kannst es Dir auf der Landkarte der damaligen Zeit gerne ansehen, am besten in der Gallery, denn hier wird es zu klein.


Liebe Grüße



tricky:
Schalom Freily!

Nur zur Info vorweg. Das Buch ist nicht von kath. Seite herausgegeben! Es handelt sich um ein Werk aus der adventistischen Literatur.

Die Polemik ist Ansichtssache.

Nazareth wird in dem Bericht auch nicht als Gebirgsort bezeichnet. Man muss das genau lesen. Die Kindheit und Jugend im Gebirtsort, danach in Nazareth ... Niederlassung.


--- Zitat von: aus dem Buch ---Gerade deshalb aber, weil sie sich dieser Zucht entziehen wollen (die Nachfolger), sind viele schwach und unfähig. !!!
--- Ende Zitat ---

bezieht sich auf Sorge und Verantwortung. (Für)sorge und Verantwortung zu lernen wird in dem Buch als Zucht bezeichnet. Zucht ist ein eher negativ belegtes, altes Wort. Hier bedeutet es mMn (meiner Meinung nach) das Bemühen etwas zu erlernen. Sich selbst quasi in Zucht nehmen. Ich bin kein Freund dieser alten frommen Worte, aber als dieses Buch geschrieben wurde, da war das noch ein weitgehend anerkannter Terminus.

viele Grüße

Tricky

freily:
Schalom tricky,
--- Zitat von: tricky am Di., 21. Juli 2009, 15:50 ---  Es handelt sich um ein Werk aus der adventistischen Literatur.
--- Ende Zitat ---
vielleicht habe ich mich auch ungünstig ausgedrückt.
Die paulinische Auslegungsmethode ist in allen christlichen Gemeinden die Regel, selbst bei den Zeugen Jehovas. Die STA kenne ich nicht als Gemeinde, die habe ich damals abgelehnt, was nicht heißt, daß mit denen nicht reden würde.  :D

--- Zitat ---Nazareth wird in dem Bericht auch nicht als Gebirgsort bezeichnet. Man muss das genau lesen. Die Kindheit und Jugend im Gebirtsort, danach in Nazareth ... Niederlassung.
--- Ende Zitat ---
Entschuldige, dort steht tatsächlich Gebirgsort, ich habe es nochmals nachgelesen und die PDF-Datei vorhin dazu gestellt, falls jemand Probleme hat es über den Link zu beziehen.
Jesu Kindheit und Jugend war in Nazareth, so jedenfalls berichtet es das NT.


--- Zitat von: aus dem Buch ---Gerade deshalb aber, weil sie sich dieser Zucht entziehen wollen (die Nachfolger), sind viele schwach und unfähig. !!!
--- Ende Zitat ---
Das Zucht negativer Art sein soll, ist mir neu, denn die Selbstdiziplin kommt eben aus der eigenen Erziehung, der Zucht des inneren "Schweinehundes" wie die Metapher sich schimpft.

Naja, ich sehe ein, daß ich mit der Polemik etwas übertrieben habe, vermutlich bin ich wirklich römisch geschädigt. Deshalb hasse ich Schönfärbereien, egal von wem sie kommen.
Und die eigene Polemik erscheint einem selbst eben in dem besten Licht, deshalb ist es ja so schwer, sich von eingebrannten Verkrustungen zu trennen, da bin ich keine Ausnahme.

Liebe Grüße

ABA:
שלום שניכם
Schalom ihr Beiden,

bei einer jüdischen Kindes-Erziehung in der Antike, müssen wir die verschiedenen Volksgruppen berücksichtigen. Das erste Hauptmerkmal ist, ob eine Familie im גלות (galut)  = DIASPORA , oder im ארצ ישראל (erez israel) lebt ! Verbinden muss man dies, zumal es sich bei JESCHUA um das Gebiet גליל (galil) = Galiläa handelt, ob eine Familie in ihrer Einstellung zum hellenistischen Judentum oder zum (fälschlicherweise sog.) palästinischen Judentum sich hingezogen fühlt, und danach lebt !

Und nun kommen die Haupt-Religions- Gruppen.
Von Leviim (Leviten) und Kohanim (Priestern) sehen wir mal ab, da es sich hier um Familien-Erbrechte handelt. Ebenfalls sehen wir von der Aristokratie der Zadokim (Saduzäer) ab. So betrachten wir in der sonstigen religiösen Erziehung vorwiegend die Peruschim (Pharisäer), die Apokalyptiker, die Therapeuten, die Jachad (Essener), die Minim (Minäer), die Sikarier, und nicht zu vergessen, die Hauptgruppe, das Am HaArez (das "allgemeine" religiös wenig geschulte LANDVOLK) zu dem JESCHUAS Familie gehörte.
Die angesprochenen Schriftgelehrten (so möchte ich an dieser Stelle berichtigen) kamen quasi aus allen Gruppierungen. Seinerzeit hatten sie allerdings eine größere Aufgabe als die heutigen, die sich "nur" noch mit dem Abschreiben der TORA beschäftigen.

Bei der religiösen "Erziehungsmethode" innerhalb der Bewegungen im antiken Judentum ist ebenfalls wichtig zu wissen: ...
... dass beim Am HaArez, zu dem JESCHUAS Familie gehörte, das "religiöse Studium" noch weniger als zweitrangig war! Deshalb verwunderte es die religiöse Obrigkeit im Tempel, den 12-jährigen Bar-Mizwa- Jungen JESCHUA, aus dem normalerweise "ungeschulten" Landvolk, mit so viel Verständnis, Erkenntnis und Weisheit kennen gelernt zu haben !!!
(normalerweise halte ich die sog. NT Stelle für eine Interpolation)

In erster Linie wurde JESCHUA dazu erzogen, in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters zu treten. Doch Schritt für Schritt lehrte und führte ihn GOtt dazu hin, dass er seinem priesterlich-  messianischen Auftrag bewusst wurde. Das religiöse Wissen, war relativ einfach in der Synagoge von Nazaret zu lernen. Man musste nur ein bisschen mehr aufpassen als die anderen. Und das große Tüpfelchen auf dem >i< bekam er von der Jachad (Essenern) mit auf seinen Weg; denn auch sein "Ben Dod" Jochanan (Johannes der Täufer)gehörte schon zu der Jachad !

שלום אבא
Schalom ABA

tricky:
Schalom freily


--- Zitat von: freily ---Die paulinische Auslegungsmethode ist in allen christlichen Gemeinden die Regel, selbst bei den Zeugen Jehovas. Die STA kenne ich nicht als Gemeinde, die habe ich damals abgelehnt, was nicht heißt, daß mit denen nicht reden würde.  :D
--- Ende Zitat ---

Ja, ich denke auch, dass paulinische Auslegungsmethoden in allen christlichen Kreisen mehr oder weniger vorkommen. Im Detail unterscheiden sie sich oft gravierend (Beispiel Galaterbrief), aber grundsätzlich stimmt das schon.


--- Zitat von: freily ---Naja, ich sehe ein, daß ich mit der Polemik etwas übertrieben habe, vermutlich bin ich wirklich römisch geschädigt. Deshalb hasse ich Schönfärbereien, egal von wem sie kommen.
Und die eigene Polemik erscheint einem selbst eben in dem besten Licht, deshalb ist es ja so schwer, sich von eingebrannten Verkrustungen zu trennen, da bin ich keine Ausnahme.
--- Ende Zitat ---

Ich denke bei unserer eigenen Polemik sind wir meistens blind und bei der des anderen hellwach. So ist der Mensch halt gestrickt, mir geht es genau so. Ich mag generell auch keine Schönfärbereien, man kann aber auch aus den Schönfärbereien die wahren Punkte herausnehmen. Das möchte ich mir nicht vorenthalten.

viele Grüße

Tricky

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