Autor Thema: Jesus - Jude und Rabbiner  (Gelesen 48544 mal)

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Online Shomer

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Re: Jesus - Jude und Rabbiner
« Antwort #90 am: Sa., 21. Dezember 2019, 12:10 »
Schabbat Schalom leKulam

Zu den zwei Messiassen von Jachad fällt mir ein, dass es bei zwei Juden drei Meinungen gibt. Dann aber haben sie ganz großes Glück gehabt, dass es nicht noch viel mehr sind. Wie viele Meinungen muss es erst einmal in den vielen von Aba beschriebenen jüdischen Richtungen geben?!

Wie ich das sehe, war Aaron der erste Maschiach; denn der wurde als Erster mit dem in der Torah vorgeschriebenen Salböl gesalbt. Später finden wir auch die Salbung des Hirtenjungen David durch Schmuel. Wer nicht mit dem Öl der Torah gesalbt wurde, war kein Gesalbter, kein Maschiach. Aber bitte nicht weitersagen: Jesus Christus wurde nachweislich nie gesalbt, weshalb "Christus" eine Unwahrheit ist und in der Folge alles was mit "Chr." beginnt, so auch "Christenheit" oder "Christmas". "Jesus" ist es aber auch, da niemals ein Jude so geheißen hat und der Immanuel, den Jesaja weissagte, bei der Geburt Jeschuas bereits knapp 700 Jahre tot gewesen sein dürfte.

Messiasvorstellungen im Judentum sehen natürlich völlig anders aus, als Messias- (Christus-) Vorstellungen im Christentum. In Jerusalem gingen wir einmal von der Knesset zurück ins Quartier, und ich bemerkte an einem Balkon ein Plakat mit dem Foto eines New Yorker Rabbiners, den ich aus dem Internet kannte. Darunter stand etwas in hebräischen Buchstaben, das ich zu entziffern versuchte: משיח מנחם, ich kam auf „Mashiach Menachem“. Aha, dachte ich, dann ist dieser Menachem Mendel Schneerson also der Messias der Chabad-Bewegung und ein jüdischer „Christus“, sozusagen, der auch nie von einem Hohenpriester gesalbt wurde.

Aba hat, wie ich das sehe, Chabad ebenfalls erwähnt, als: חסידים = (chasidim) > Die Frommen, Begnadeten, Treuen (spätere Entwicklung).

Ferner fiel mir bei meinen Recherchen auf, dass Alexander Hislop  1858 in seinem Buch "Von Babylon nach Rom" die Entstehung des Messias nachverfolgt hat. Die Messias-Idee stammt ursprünglich aus Babylon, wo der erste Messias "Tammuz" hieß. Und der wurde, wie ich das sehe, später in "Jesus" umgetauft, genau so, wie seine heilige Gottesmutter Semiramis in "Maria". Weil Tammuz der Messias war, musste auch Jesus der Christus sein, logisch überlegt. Ich halte es für möglich, dass die heutige Messias-Idee ebenfalls in Babylon, im Exil, ins Judentum Eingang gefunden haben könnte, allerdings unter den Vorzeichen der Torah.

Ich verfolge hier zwei einander diametral widersprechende Auffassungen von "Messias": eine babylonisch-christlich-heidnische und eine hebräische. Deshalb war auch "Jesus" ein Christus/Gesalbter, der nie mit dem Öl der Torah zum Gesalbten gesalbt wurde. Kommt hinzu, dass keiner der Maschiachim bis heute jemals das gemacht hat, was gemäß jüdischer Lehre ein Maschiach machen muss, um Maschiach sein zu können: Aaron und David waren keine Nachkommen von David, und den Tempel gebaut haben sie auch nicht. Was aber alle gemeinsam haben ist: sie sind tot (Scheol). Dass Jeschua BarJosef nicht der Messias gewesen sein konnte, wäre eigentlich ganz klar; denn er hat angeblich sogar die Zerstörung des 2. Tempels geweissagt, was die Römer ca. 40 Jahre später erledigten.

Aaron konnte die 12 Stämme nicht zusammen führen, da sie noch nie getrennt waren; bei David jedoch gab es eine Wiedervereinigung, nachdem er zunächst nur König über das Haus Juda war. Ich erwarte in Bälde die Haschiwah/Rückkehr der verlorenen Stämme des Hauses Israel, und der Premierminister in Israel, der dies an die Hand nehmen wird, dürfte auch den dritten Tempel wieder aufbauen und somit der aktuelle Messias sein. Allerdings gibt es noch gewisse Hindernisse, die zu beseitigen wären.

Gruß vom Shomer
Einer Lüge, die man hundertmal gehört hat, glaubt man viel eher als der Wahrheit, die man das erste Mal hört.

 

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