Das PUBLIC RELATIONS PROBLEMDas erste Problem, das sie entdeckten, war, daß die Kirche ein schwerwiegendes Kommunikationsproblem hat: Bedingt durch ihre historischen Erfahrungen neigen Juden dazu, alles was mit Christentum und christlicher Kirche zu tun hat, mit Verfolgung und Diskriminierung gleichzusetzen. Juden fühlen sich oft äußerst unwohl, wenn sie Worte hören wie "Jesus Christus", wenn sie Kreuze oder christliche Abbildungen sowie Ikonen sehen. Das ruft keine Gefühle der Zuneigung in ihnen hervor.
Dieses Kommunikationsproblem vor Augen entwickelten diese Evangelisten einen einmaligen Zugang, dessen Grundmuster folgendermaßen ist:
"Du bis Jude? Wir Christen lieben das jüdische Volk. Verfolgung? Nein! Jeder Christ, der einen Juden im Namen von Jesus verfolgt hat, kann kein wirklicher Christ sein. Ein wahrer Christ liebt das jüdische Volk!"Diese neue Strategie ermöglicht es Christen, in aller Freiheit zu missionieren und sich gleichzeitig von ihren christlichen Vorgängern zu distanzieren. Auf diese Art und Weise sollen sich jüdische Konvertiten dem Christentum nicht entfremdet fühlen.
Aber Juden würden sich nicht einfach deshalb in Massen zum Christentum bekehrten, weil Evangelikale den Antisemitismus verurteilen. Den Evangelikalen wurde bewußt, daß das Überschütten von Liebe an sich noch nicht effektiv genug ist.
Sie verstanden, dass der wesentliche Grund, warum Juden sich nicht bekehren darin liegt, dass Juden nicht aufhören wollen jüdisch zu sein und Christentum sich zum Judentum antithetisch verhält.ALSO MUSS DIESES ANTITHESE
AUFGEHOBEN WERDENDiese Wahrnehmung führte dazu, daß die Missionare einen ganz neuen und bemerkenswert einfachen Zugang entwickelten Juden zu evangelisieren. Das Grundmuster ist folgendes:
"Wenn du an Jesus glaubst, dann konvertierst du nicht zu einer anderen Religion. Im Gegenteil: Du wirst ein "erfüllter Jude" - ein "vollkommener Jude". Vor allem: Jesus war ein Jude. Seine Freunde und Jünger waren Juden, deshalb ist der Glaube an Jesus das jüdischste was du überhaupt tun kannst. Ohne Jesus bist du ein unerfüllter - also ein unvollkommener Jude"."Messiansiche "Synagogen" halten keine christlichen Feiertage ein. Man wird dort keinen Adventskranz und keinen Weihnachtsbaum finden. Stattdessen begehen diese Gemeinden jüdische Feiertage mit einer "christologischen" Deutung. Überall auf der Welt gibt es beispielsweise sehr gut ausgearbeitete Vorlagen für messianische Pessach Seder.
Auf den ersten Blick sieht ein messianischer Seder-Tisch aus wie ein traditioneller. So enthält der Sederteller alle Zutaten wie sie auf einem traditionellen Sederteller üblich sind.
Neu ist jedoch, daß den Teilnehmern zu Beginn des Rituals gesagt wird, daß der
Wein das Blut von Jeschua / Jesus repräsentiert und die Mazzen seinen Körper. Der wahre Grund, warum es drei Mazzen gäbe, sei der, daß diese die Trinität symbolisieren (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Die Mazzen haben Löcher, weil Jeschua / Jesus durchbohrt worden sei als er am Kreuz hing. Warum haben die Mazzen Streifen? Weil Jesus als er geschlagen und gefoltert wurde auf seinem Rücken Striemen hatte. Warum sind die Mazzen von einem weißen Tuch bedeckt? Weil Jesus als er begraben wurde in weiße Tücher eingehüllt wurde. Warum wird die mittlere Mazze gebrochen? Weil Jesus am Kreuz gebrochen wurde ...
Messianische Gemeinden werden in den "gelben Seiten" oder Gottesdienstanzeigern der Tagespresse niemals unter "Kirchen" geführt. Außerdem hat die messianische Bewegung ein bemerkenswertes Werkzeug für die Evangelisation von Juden entwickelt. Es handelt sich um einen Flyer, der in Kurzfassung darüber Auskunft gibt, was zu tun oder zu lassen ist, wenn man mit J
uden ins Gespräch einsteigt um den potentiellen jüdischen Konvertiten nicht abzuschrecken oder zu verprellen: "Sag nicht Jesus Christus - sag Jeschua
Sag nicht Konvertit - sprich von "messianischen, vollkommenen, erfüllten Juden"
Sag Gemeinde und nicht Kirche
Sag Gläubiger und nicht Christ..."Die wesentlichen Bemühungen der Judenmissionare laufen darauf hinaus, die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum zu verwischen um so Juden zu ködern, die ansonsten der christlichen Botschaft widerstehen würden. Zum Schrecken der jüdischen Gemeinschaft muss gesagt werden, dass diese Strategie einen bemerkenswerten Erfolg hat unter den verwundbarsten Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft, nämlich den sehr jungen, den alten sowie den russischen Juden.
Warum gerade diese Gruppen besonders anfällig sind, wird in der nächsten Folge erklärt!
Quelle:
http://www.judentum.org/judenmission/missionare.htmAisha