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Der Nahost-KonfliktDen Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten, besonders zwischen Israel und Palästinensern, nennt man Nahost-Konflikt. Die Region rund um Israel und Palästina hat für Juden, Muslime und Christen geschichtliche und religiöse Bedeutung. 1947 beschloss die UNO nach dem Holocaust, dort einen Staat für die Juden und einen für die Araber zu errichten. Die jüdische Seite rief 1948 den Staat Israel aus. Die arabische Seite lehnte den UNO-Beschluss ab. Unmittelbar nach der Staatsgründung griffen arabische Staaten Israel an. Über die Jahre entwickelte sich der Nahe Osten zu einem internationalen Krisenherd.Mit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel ist der Nahost-Konflikt eskaliert. Israel griff infolge der Terrorattacke Ziele im Gazastreifen an. Die USA haben im September 2025 einen 20-Punkte-Plan für ein Ende des Gaza-Kriegs vorgelegt. Im Oktober 2025 trat eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Kraft. Die Hamas hat zugestimmt die letzten Geiseln freizulassen.
Eine Schießerei nahe der palästinensischen Stadt Nablus im Westjordanland hat am Wochenende eine umfangreiche Militäroperation der israelischen Armee mit Dutzenden Festnahmen ausgelöst – und eine Welle der Gewalt. Bei der Auseinandersetzung in dem Dorf Tel waren am Freitag vier palästinensische und zwei israelische Männer erschossen worden. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt.Über das, was am Morgen am Rand der kleinen Ortschaft passiert war, gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Die israelische Armee hatte in einer ersten Mitteilung von einer Gruppe israelischer Zivilisten gesprochen, die in der Gegend gewandert seien. Ein „Terrorist“, heißt es weiter, habe die Waffe eines israelischen Sicherheitsbeamten an sich gerissen und habe das Feuer auf die Wanderer eröffnet. Die palästinensische Autonomiebehörde spricht dagegen von „Siedlerterrorismus“ und einem „Massaker“, an dem sich auch israelische Soldaten beteiligt hätten.Die Wanderer seien zum Teil bewaffnet gewesen, räumt das Militär einIn sozialen Medien kursieren mehrere Videos, die die Geschehnisse zeigen sollen. Darauf ist zunächst zu sehen, wie eine Gruppe Männer laut miteinander diskutiert, es wird gepfiffen, auch ein Soldat ist erkennbar. Einige Männer laufen mit gezogener Waffe auf die Gruppe zu, während abseits junge Männer mit langen Schläfenlocken und Rucksäcken stehen. Schüsse fallen. In einem Handgemenge entreißt ein Palästinenser mit einer weißen Kappe schließlich einem Siedler dessen Waffe und schießt. Die israelische Armee veröffentlichte später ein Foto von diesem Mann. Siedler und Soldaten eröffnen danach das Feuer. Ein weiteres Video zeigt, wie sie auf Palästinenser schießen, die sich ins Gras ducken, und Israelis davontragen.Infolge des Vorfalls hat die israelische Armee am Wochenende Dutzende Palästinenser verhaftet und befragt. Der Bürgermeister von Tel, Walid Sidan, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, etwa 70 Menschen aus dem Dorf seien festgenommen worden. „Die Hausdurchsuchungen gehen weiter, Armeepatrouillen fahren durch die Straßen.“ Zwar hat das Militär mittlerweile eingeräumt, dass die Wanderer zum Teil bewaffnet gewesen seien. Dennoch war für sie und für die israelische Regierung die Gewalt in Tel ein Akt von palästinensischem Terrorismus. Er reihe sich an zwei Messerangriffe, bei denen in den Tagen zuvor ebenfalls Israelis im Westjordanland verletzt worden seien.Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte „durchgreifende Maßnahmen“ in Orten an, die als „Terrorzentren“ dienten. Dazu zähle auch die Zerstörung des Hauses der Familie eines in Tel beteiligten Palästinensers. Zudem wolle er die Genehmigung für den Bau weiterer israelischer Siedlungen in dem Gebiet beschleunigen. Tels Bürgermeister Sidan erklärte hingegen, die Siedler hätten das Dorf gezielt schikaniert. „Die Leute haben nicht die Konfrontation mit ihnen gesucht“, sagte er: „Sie haben lediglich ihre Häuser verteidigt, nicht mehr und nicht weniger.“Das israelische Militär war am Wochenende nach eigenen Angaben an mehreren Orten im Westjordanland ausgerückt. Das Gebiet rund um Nablus wurde dabei Berichten zufolge mit Straßensperren abgeriegelt. Die Organisation Ärzte für Menschenrechte erklärte am Sonntag, die Notfallversorgung sei dadurch stark beeinträchtigt: Patienten seien von dringend benötigter medizinischer Versorgung abgeschnitten, Dialysepatienten könnten nicht versorgt werden, zwei Frauen hätten im Krankenwagen entbinden müssen.