Autor Thema: Das Böse (Unde Malum)  (Gelesen 18133 mal)

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Offline Aisha

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #30 am: Mi., 03. Juni 2009, 12:24 »
Schalom Tricky,

Ich kann einige Aussagen von dir nicht auf einen Nenner bringen und versucht das hier nachzuvollziehen:

Zitat
Tricky: Und somit sind auch Satan und seinen Engeln gewisse Grenzen gesetzt. Wir wiederum bestimmen durch unsere Handlung und unser Denken welchem Geist wir mehr Raum in unserem Leben geben.

Fazit: Der FREIE WILLE spielt sich nur in bestimmten Grenzen ab, die Gott definiert hat.

Wir stimmen darin überein, dass jedes geschaffene Wesen , ob Mensch oder Engel, dem Willen G'ttes unterstellt ist!

Wir stimmen darin überein, dass G'tt jedem Wesen einen Raum gegeben hat, dem Grenzen gesetzt sind.

Wir stimmen darin überein, dass der Mensch zwischen dem Guten und Bösen wählen kann und das Böse nur dort die Herrschaft über ihn hat, wo er ihm Raum gibt.

Wir stimmen nach meinem bisherigen Verständnis nicht darin überein, dass G'tt selbst der Urheber dieses Systems ist ,, weil es sein Wille ist!
Ein System , ohne das nach meinem Verständnis der Mensch nicht zu G'tt zurückkehren kann.

Zu diesem System gehören nach meinem Verständnis, Engel , die versuchen, anklagen ...., damit der Mensch vollkommen wird und die Gerechten offenbar werden.

Deshalb steht für mich hinter dieser Einrichtung G'ttes Weisheit.
Auch wenn wir das nicht immer verstehen.

Wo ich in deinen Aussagen bis her einen Widerspruch (nach meinem Verständnis!) sehe. Im alten Forum behauptete ich , dass G'tt JHWH uns grenzenlosen Genuss bereiten möchte und dass von G'tt nur GUTES kommt. Dies widerlegtest du mit folgendem:

Zitat
von tricky am Di 17. Feb 2009, 15:29
Hallo Aisha!

Oha, da bin ich mit meinem fixverankerten (und manchmal störenden) Realitätsbezug ein bisschen zu sehr der Elefant gewesen, der im Kaballah Forum herumtrampelt  .

Ich seh immer beide Seiten, oder ich versuch es zumindest. Ich habe das lange auch so gesehen wie du es beschreibst. Der Schöpfer, der Geber aller Dinge gibt nur GUTES. Wie ist es aber, wenn er das GUTE wieder wegnimmt:

Hiob 1,21 (2.Teil): ... Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!

Oder hatte hier Hiob ein falsches Verständnis. Was ihm "genommen" wurde war ja nicht wenig.


Oder ein anderer Vers:

5 Mo 11/26 Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: 11/27 den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, gehorcht, die ich euch heute gebiete, 11/28 und den Fluch, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, nicht gehorcht und von dem Weg, den ich euch heute gebiete, abweicht, um andern Göttern nachzulaufen, die ihr nicht kennt.


Ist Gott der "Geber" des Fluches oder ist der Fluch die natürliche Folge vom Ausbleiben der Gabe (der sich der Sünder entzieht, weil er sie nicht will)?


So, ich bin mir echt nicht sicher, ob ich inhaltlich das treffe, was du anstoßen wolltest. Ich bin kein Kaballah Experte. Sag ruhig, wenn ich bei dem Thema immer noch total daneben liege...

viele Grüße

tricky

Du bestätigst hier das jüdische Verständnis, dass das was Hiob geschah, G'ttes Wille war und er hinter dieser Versuchung stand.
Deshalb zweifelst du daran, dass er nur Gutes tut.

In diesem Thread jedoch, ganz zu Beginn, schreibst du, dass Satan NICHT Im Auftrag G'ttes handelt, im Buch Hiob, sondern aus eigenem freien Willen!

Wie bringst du dies zusammen?

liebe Grüße

Aisha


tricky

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #31 am: Mi., 03. Juni 2009, 14:35 »
Schalom Aisha!

Ich finde es ja toll, dass wir immer wieder Übereinstimmungen finden.

Es ist sehr schwer für mich über den Willen Gottes zu reden, weil ich mir da immer sehr anmaßend vorkomme. Wie soll ich, Mensch, verstehen was Gottes Wille ist und was nicht. Ok, das was er mir offenbart hat, das kann ich als Gottes Willen akzeptieren, aber darüber hinaus nicht.

Deshalb vorab noch ein Präzisierungsversuch. Einige klare Stellungnahmen aus meiner Sicht zum Thema Gott, Satan und Engel:

-) Gott hat alles geschaffen, auch den Satan und alle Engelwesen.
-) Gott hat sie mit freiem Willen (sich gedanklich von Gott zu trennen) ausgestattet. Gedanklich meint, dass ich als geschaffenes Wesen gegen den Schöpfer, in Wort (vorher Gedanken) und Tat rebellieren kann.
-) Satan hat gegen Gott rebelliert und Gottes Gerechtigkeit angezweifelt.
-) Satan versuchte die anderen Engel gegen Gott aufzubringen und war bei 1/3 der Engelswelt erfolgreich.
-) Die Welt hat sich durch die Verführung Satans (der die Schlange gebrauchte) gegen Gott entschieden.
-) Heute kämpft Satan weiterhin gegen Gott, er hat nicht mehr viel Zeit, er will zerstören und nach wie vor beweisen, dass Gott ungerecht ist.
-) Gott hat keinen aktiven Anteil an Versuchungen der Menschen. Einzig, er gibt den Rahmen vor über den der Versucher (ein Engel oder Satan) nicht hinaus gehen kann. Wir werden nicht über unsere Kraft versucht.


Das mal so überblicksmäßig. Damit meine Standpunkte soweit bisher noch nicht klar, vielleicht ein bisschen klarer werden.

Jetzt zu den geschriebenen Unübereinstimmungen:

Zitat
Wir stimmen nach meinem bisherigen Verständnis nicht darin überein, dass G'tt selbst der Urheber dieses Systems ist ,, weil es sein Wille ist!
Ein System , ohne das nach meinem Verständnis der Mensch nicht zu G'tt zurückkehren kann.

Dieses Argument verstehe ich, denke ich, nicht richtig. Was willst du sagen? Dass Gott der Urheber ist, oder nicht? Es klingt für mich so als ob du meinst, dass ich denke, dass Gott selbst den Satan geschaffen hat um die Menschen zu versuchen. Wenn dem so ist (ich weiß es ja nicht genau wie du es gemeint hast), dann sage ich dazu klar: Nein. Satan wurde als Wesen mit dem freien Willen (sich gegen Gott zu entscheiden) geschaffen und hat sich gegen Gott entschieden. Über das Warum ist schwer zu philosophieren. Ernst nach seiner Entscheidung wurde Satan zum Widersacher, der jede Gelegenheit sucht Gott in einem falschen Licht darzustellen und seine Nachfolger (bzw. sein Volk) zu vernichten.


Zitat
Deshalb steht für mich hinter dieser Einrichtung G'ttes Weisheit.
Auch wenn wir das nicht immer verstehen.

Ich sehe im bösen System samt Versuchung (auf das beziehe ich mich hier) NICHT Gottes Weisheit, sondern den Lauf der Zeit. Ursache (Rebellion gegen Gott) und Wirkung (Kampf gegen Gott). Vielleicht wird das klarer, wenn ich es im Umkehrschluß beschreibe: Hätte Satan nicht gegen Gott rebelliert und wäre er nicht aus dem Himmel verstoßen worden, würde Gott keinen anderen Ankläger finden um die Menschen zu prüfen (testen oder versuchen). Würde es Satan nicht geben und hätte niemand anderer gegen Gott rebelliert, würde es keine Sünde geben.


mit dieser Textstelle:
Zitat
Hiob 1,21 (2.Teil): ... Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!

Oder hatte hier Hiob ein falsches Verständnis. Was ihm "genommen" wurde war ja nicht wenig.

wollte ich ein bisschen zum Nachdenken anregen. Es war nicht 100%ig als Argument gemeint. Ich wollte dich ein bisschen zum tieferen Nachdenken über die Sache anregen.

Im Detail bin ich der Meinung, dass Hiob 1,21 so verstanden werden sollte:

Der HERR hat gegeben, und der HERR hat zugelassen, dass genommen wurde (seitens Satan!), der Name des HERRN sei trotzdem gepriesen (weil ich weiß, dass mein Erlöser lebt).

Beachten sollte man, dass der Ausspruch von Hiob getätigt wird. Er dachte zu der Zeit damals so wie seine Freunde: Bist du mit Gott im Reinen, hast du keine versteckten Lieblingssünden, DANN segnet dich Gott. Bist du mit Gott insgeheim nicht im Reinen, DANN straft dich Gott.
Das Besondere an Hiob ist jedoch, dass er TROTZ seinem Verständnis und TROTZ der offensichtlichen Ungerechtigkeit, die ihm geschieht, NICHT an Gott zweifelt. Das macht ihn für mich total bewundernswert.


Zitat
Du bestätigst hier das jüdische Verständnis, dass das was Hiob geschah, G'ttes Wille war und er hinter dieser Versuchung stand.
Deshalb zweifelst du daran, dass er nur Gutes tut.

Gott selbst tut nur Gutes. Er muss aber (um die Gerechtigkeit nicht im Zweifel stehen zu lassen) das Böse reifen und zur Frucht kommen lassen. Er tut's nicht selbst, er muss es aber zulassen, weil wenn er's nicht zulässt, dann könnte ein Zweifel aufkommen, dass er doch nicht gerecht ist. Diesen Zweifel will Gott nicht zulassen.


Zitat
In diesem Thread jedoch, ganz zu Beginn, schreibst du, dass Satan NICHT Im Auftrag G'ttes handelt, im Buch Hiob, sondern aus eigenem freien Willen!

Satan kommt im Buch Hiob zu Beginn vor Gott und reizt Gott hinsichtlich Hiob. Er behauptet, dass Hiob nur deshalb gottgläubig ist, weil Gott ihn segnet. Gott lässt das nicht auf sich und Hiob sitzen, denn er weiß, dass Hiob ihn liebt. Satan weiß es aber nicht und Hiob nur zum Teil. Und vor allem WIR HEUTE wissen es erst seit der Geschichte Hiob.
Somit war es Gottes Wille, dass die ganze Geschichte von Hiob passiert, damit offenbar wird, wie es in der Welt läuft. Aber Gott wollte niemals Leid und Kummer und Schmerz erzeugen. Sie sind eine Folge der Sünde. Diese Dinge sind Werkzeuge Satans um Menschen untereinander zu zerstreuen und zu Feinden zu machen.


Bitte alle meine Standpunkte als die Ausschüttung meines derzeitigen Verständnisses ansehen! Keiner der Punkte erhebt den Anspruch auf Alleingültigkeit oder Allgemeingültigkeit. Es ist lediglich meine beschränkte, heutige Sicht.


Freut mich, dass wir das so genau behandeln und zum Glück habe ich heute ein bisschen Zeit gefunden. Der freily kommt auch noch zu einer Antwort, ich versprech's jetzt mal ganz freimütig.

viele Grüße

Tricky
« Letzte Änderung: Mi., 03. Juni 2009, 14:37 von tricky »

Offline Aisha

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #32 am: Do., 04. Juni 2009, 18:25 »
Schalom Freily,

Zitat
Leider beschäftigst Du dich zur Zeit nicht mit dem Buch Henoch, aber genau dort steht der Entscheidungsprozeß der Dekarchen-Engel, wie sie den Himmel verließen um auf der Erde mit den Menschenfrauen Kinder zu zeugen.Dieser Vorgang führte zur späteren griechischen Mythologie vom Göttervater Zeus.

Das Problem ist, dass es eine Fülle apogrypher Schriften gibt und es wohl eher kein Zufall ist, dass sie nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Deshalb akzeptiere ich keine Lehren, die nicht in der hebräischen Bibel stehen. Sie mögen oft sehr verborgen dort vorhanden sein, aber es muss sich alles nachvollziehen lassen.
Von einer Rebellion von Engeln schreibt die hebräische Bibel nichts und noch weniger , dass es überhaupt Engel gäbe, die nicht die von G'tt wären.

Zitat
Ich kann Dir dieses Buch nur empfehlen, deshalb habe ich es als Download eingestellt.
Und dadurch erfuhr ich, wie die Gerüchteküche bis in das Christentum Einzug fand.
Und jetzt stelle ich entsetzt fest, daß ich es noch gar nicht einstellte, aber das werde ich heute Abend nachholen.

Im Christentum ist es noch verworrener, dort gibt es über 200 Evangelien und die gnostischen Schriften von Nag Hammadi. Deshalb ist dein Begriff "Gerüchteküche" gut gewählt, denn diese gnostischen Schriften sind ägyptisch-christliche Mischungen, die mit Recht vom Christentum nicht anerkannt werden.

Ob nun in den christlich anerkannten Schriften überhaupt etwas von gefallenen , rebellierenden Engeln im Klartext steht (außer den von Tricky erwähnten Sternen, die viel Interpretationsraum lassen)???

Ich für meinen Teil möchte mich keinen Gerüchten hingeben und bei den Schriften bleiben. Da haben wir hier schon genug zu tun.  :)

schalom

Aisha

tricky

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #33 am: Mi., 10. Juni 2009, 15:42 »
Schalom freily!

So, jetzt endlich meine Antwort auch an dich.

Vorweg...
Zitat
Du brauchst Dich nicht zu rechtfertigen, denn in der Regel hat man auch noch ein Leben außerhalb des Forums und das wird hier jedem klar sein.

Ich denke, dass man hier beruhigt seinem Herzen folgen kann. Eine Entschuldigung bricht oft Barrieren und es macht das Gegenüber menschlich. So schwer es uns auch manchmal fällt, aber ein einfaches Entschuldigung hat schon viele Beziehungen gerettet. Und diesmal war es mir ein Bedürfnis.


Zitat
Zunächst muß ich mich entschuldigen, daß das Forum noch nicht so funktioniert, wie es angedacht war und deshalb streikt momentan die Technik etwas, aber der miglosch bemüht sich aufrichtig an dem Problem zuarbeiten. Also scheint uns der EWIGE den Auftrag zu geben, uns in Geduld zuüben, was sich leichter anhört, als es ist.

Dass am Anfang nicht alles gleich 100%ig klappt wissen wir eh alle. Aber das Forum insgesamt ist SUPER gelungen. Deshalb hier von mir ein Lob an miglosch für das Design und Danke für die viele (unbezahlte) Arbeit.


So, jetzt zum Thema:


Zitat
Aber dein Andenken in diese Richtung ist nicht so falsch.
Woher ich das beurteilen kann, wirst Du hier noch zu gegebener Zeit lesen. Zunächst ist die Richtung ansich schon in Ordnung, denn die Sünde kam nicht durch Satan in die Welt, sondern durch die Gier des Menschen, sein zu wollen wie G*TT.

Schön, dass wir beim Gerichtshof ähnliche Gedanken haben. Nur zur besseren Orientierung aber meine ich, dass die Schuld daran, dass die Sünde in die Welt kam, zu 50 % dem Menschen und 50 % Satan gehört. Für mich sind als beide schuldig, Mensch und Satan.


Zitat von: tricky
Eine starke Impression von dem Gerichtshof samt Büchern und Engeln finden wir in der Offenbarung des Johannes. Aber wie gesagt, das Gericht am Ende der Zeit, wenn Gott wiederkommt, das ist aus meiner Sicht nur die Urteilsverkündigung und die Aufklärung darüber wie es zustande kam (im Millenium). Der eigentliche Gerichtsprozess geschieht aus meiner Sicht heute schon.

Zitat von: freily
Besser hätte ich auch nicht formulieren können, denn es ist auch meine Sicht dieser Dinge.

Schön dass wir auch hier übereinstimmen :-)


Zitat
Der Zweck des Gerichts ist das Böse offenbar zu machen und Gott gerecht zu sprechen. Schon richtig gelesen :-) - Gott sitzt aus meiner Sicht auf der Anklagebank. Satan zweifelt die Gerechtigkeit Gottes an und die Menschen haben sich der Klage (durch den Sündenfall) angeschlossen bzw. sitzen sie selbst auf der Anklagebank.
Zitat von: freily
Ohje, da höre ich regelrecht so manche Seele aufheulen bei dieser Vorstelung, aber man kann durchaus annehmen, daß G*TT sich selber von den Gesetzen nicht ausschließt und zum Glück für uns alle, an seine Verträge hält und sie nicht abändert, sondern gegebenenfalls noch erweitert, wie wir an Jeremia 31,31 sehen.
Die Abänderung ist aber keine Minimierung oder gar ein abändern zu Ungunsten des Menschen, sondern eine zusätzliche Erweiterung der Segnungen, damit der Mensch nicht mehr in den Irrtum laufen kann.

Ganz richtig! Gott nimmt sich selbst von seinem Gesetz (das auch sein Wesen ist) nicht aus. Das Problem ist aber, dass Satan nicht das Gesetz anzweifelt, sondern die Gerechtigkeit! Gesetz und Gerechtigkeit sind zwar schon verwandt, aber die Gerechtigkeit steht irgendwie "über" dem Gesetz...quasi als System Gottes. Und dieses System steht damit auf der Anklagebank und wird von Satan verklagt. Man muss hier meine Meinung nicht teilen, aber ich möchte es so ausführen wie ich es verstehe, als meinen Standpunkt.


Zitat von: tricky
Zuerst mal trenne ich (das ist eine persönliche Masche von mir) die Tat vom Täter. Das funktioniert natürlich nicht immer, aber zumeist doch. Weiters gibt es Folgen, die immer der Täter trägt. Deshalb fällt es mir schwer von "bösen" Menschen zu sprechen. Der Mensch tut viel Böses und er ist auch böse von Natur aus (Böse im Sinne von 'gegen Gott'), begründet in seinem Stolz und Egoismus. Wir kennen das Sprichwort "Jeder ist sich selbst der Nächste" und genau das beschreibt diesen egoistischen, bösen Status des Menschen. Gott in seinem Wesen hingegen ist UNS der Nächste und nicht sich selbst. Und wir können davon etwas abhaben, wenn wir seinen Geist in uns wirken lassen. Dann kann Gott seine guten Werke durch uns vollbringen.

Zitat von: freily
Also ich bin ehrlich begeistert, denn so ähnlich denke ich selbst.

 8)


Zitat von: tricky
Aber Gott ist der Lebensgeber und wenn der Lebensgeber nicht mehr mit dem Menschen ist, dann ist er tot. Soweit meine Logik.
Zitat von: freily
Nun, da bin ich der Meinung, daß G*TT nicht tot sein würde deswegen, sondern eher einen anderen Weg findet, denn bei Noah war ER knapp daran die Menschheit entgültig vom Planeten zu nehmen.
Ich meinte bei "tot sein" den Menschen. Also wenn sich der Mensch von Gott (dem Lebensgeber) trennt, dann hat er nichts mehr, das ihn am Leben erhält. Der Mensch ist dann tot. Nur zur Ergänzung.


Zitat von: tricky
Wer also bringt den Menschen dazu, dass er sündigt? Satan? Der Mensch selbst? Ich sage beides. Satan ist der, dem jeder, der für Gott ist, ein Dorn im Auge ist. Satan will vernichten, quälen, töten.
Zitat von: freily
Ein klares Nein von mir, weil die Geschichte von Hiob mir aufzeigt, daß ich die dortigen Worte nicht im Maßstab 1:1 übertragen darf, sondern mehr geistig spirituell zusehen ist.

Gut, hier sind wir nicht einer Meinung. Macht nichts. Aus meiner Sicht ist das Beispiel des Hiob zu plastisch, zu grausam, zu real als es in einer spirituellen Sicht zu vergeistigen. Nicht, dass man das nicht machen könnte, aber für mich ist das in diesem Fall nicht anzuwenden.


Zitat
Satan hat den Auftrag durch G*TT den Glauben des Menschen zu prüfen, aber bei Hiob wußte G*TT im vorhinein, daß der Glaube Hiobs auf unendliches Vertrauen zu IHM gründet und somit auf Liebe, also auf "Fels" gebaut ist.

Die Frage, warum Gott das zugelassen hat ist somit für mich geklärt. Für ihn war klar, Hiob ist mein Mann. Aber für den Rest der Welt, für uns heute, war das gar nicht klar und durch sein Beispiel, das Beispiel des Hiob können wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen, denn im Endeffekt spielt es sich für uns heute auch so ab. Mit der Einschränkung die auch schon für Hiob galt. Nicht über unsere Kraft werden wir versucht, das lässt Gott nicht zu.


Zitat von: tricky
Ein gewisser Spielraum ist ihm durch den Sündenfall auf dieser Welt gegeben.
Zitat von: freily
Auch hier sage ich Nein, denn der Spielraum ist durch unseren Egoismus gegeben.

Vielleicht hätte ich besser geschrieben, dass der Spielraum je größer ist je mehr wir sündigen und je mehr wir uns von Gott abwenden. Je mehr wir Teil vom Reich Satans werden (weil wir seine Taten tun und ihm nacheifern), destoweniger sind wir Teil vom Reich Gottes (weil wir seine Taten tun und ihm nacheifern).


Zitat von: freily
Unser freier Wille entscheidet, ob ich an G*TT glaube aufgrund von erkennbaren Tatsachen, wie die Naturgesetze (Gesetz kommt von Gegeben) oder ob ich, weil es mir gut geht glaube, G*TT sei mit mir. Aber kaum trifft einen ein Unglück, dann hadern die meisten Menschen mit G*TT und fragen, wie kann ER das zulassen?

Die Frage des "Warum lässt Gott das zu?" ist die mit der größten Doppelmoral. Auch hier ist Hiob das Beispiel mit seinem Satz "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt". Und wie ich diesen Satz versteh, das hab ich der Aisha schon geschrieben.


Zitat von: freily
Man merkt also nicht immer den Grund, daß G*TT in der Regel in den Menschen seine Kinder sieht, die ungehorsam wurden gegen SEINE Gebote die ER zu unserem Schutz gab.

Bei uns in der Sabbatschule wird das oft so gesagt. Die Gebote sind der Zaun innerhalb dessen wir sicher sind. Je mehr wir uns hinausbegeben, desto mehr wird's für Gott schwieriger (nicht unmöglich) uns zu beschützen.




Zitat von: tricky
Somit fallen die Sünden, die ich getan habe auf Satan zurück, der sie ursprünglich im Paradies ausgelöst hat. Wir kennen das Bild des ganzen aus der Symbolik des gr. Versöhnungstages. Der Hohepriester und das Opfer stellt Jesus dar, der Asasel steht für Satan.
Zitat von: freily
Da würde ich jetzt vorschlagen, daß wir das Thema Asasel und seine Bedeutung einen extra Thread aufmachen, denn hier hast Du etwas mißverstanden, so wie ich das sehe.

Gerne. Vielleicht lernen wir noch was voneinander zu diesem sehr interessanten Thema.


Zitat von: tricky
Widergöttlich ist alles, das gegen Gott ist. In diesem Fall meinte ich Satan als erstes gefallenes Geschöpf Gottes und diejenigen Engel, die sich seiner Rebellion angeschlossen habe und auf die Erde geworfen wurden. Am besten anschaulich wird das im bereits zitierten Text aus Offenbarung:

Zitat von: freily
Da kommt es zu einem Verquicken der griechisch-römischen Philosophie mit der jüdischen Lehre.
Zitat
12/3 Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: und siehe, ein großer, feuerroter Drache (Bild für Satan), der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte; 12/4 und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort; und er warf sie auf die Erde. [...]

Zitat von: freily
Die Aisha mag mich bitte korrigieren, aber der feuerrote Drache ist keine Person, sondern das Sinnbild für Gewalt das rot wie Feuer und heiß wirkt.

Die Offenbarung ist in diesem Text sehr klar. Sie legt sich selbst ein paar Verse weiter aus. Ich denke, dass das insich schon stimmig ist. Drache = Satan = alte Schlange.


Zitat von: freily
Die sieben Diademe versinnbildlichen die göttliche Vollkommenheit die in dem "Tier" Gewalt stecken und die irdische Vollkommenheit steht in den zehn Hörnern, denn keine irdische Macht kann der Gewalt widerstehen.!

Diese Auslegung sehe ich anders. Aber kein Problem...ist auch ein eigenes Studium :-)



Zitat von: freily
Und die Sterne sind keine Engel, sondern das VOLK G*TTes (1Mo 37,9 ), weil dieses Sinnbild in diesem Bibelvers vorkommt, wo die elf Sterne die Brüder Joseph symbolisieren.
Und ein Drittel der jüdischen Weltbevölkerung (Sterne) wurde durch Gewalt vernichtet, also vom "Himmel" geholt.!

Puh, aber ok, soll so sein. Dass Sterne nicht IMMER Engel sind ist mir auch klar, aber in diesem Fall bin ich schon der Meinung.

Zitat von: freily
Der G*TT dieser Welt ist der menschliche Egoismus, alles haben zu wollen, also die Gier!Satan, als Jurisprudenz G*TTes hat damit überhaupt nichts zutun, es ist eine der griechischen Mythologien, daß sich Engel anbeten lassen wollen, denn sie sind naturgemäß die Gebetsträger die G*TT die Gebete der Menschen darlegen, sozusagen die Wort-Mittler oder Übersetzer/Dolmetscher unserer Gebete oder bist Du der Ansicht, daß unser Gestammel das wir manchmal vorbringen einem G*TT würdig wäre?

Unser Gestammel wird in meiner Sicht von einem Beistand übersetzt. Dieser Beistand ist nicht Gott, und er ist auch nicht Jesus, sondern der, der hier beschrieben wird:

Joh 14/16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, 14/17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Dieser Beistand übersetzt unsere armen und unvollständigen Worte für Gott.


Zitat
Nein, das Märchen das uns Satan oder Luzifer wegen des Gebets der Menschen gegen G*TT rebellieren steht nirgends in den Schriften oder Apokryphen.Es ist eine Erfindung um das Böse (die negativen Eigenschaften) dem der Mensch oft erliegt entschuldigen zu können, sich also von der Sünde sich selbst ENT-Schuldigt.!

Zur Entschuldigung sage ich auch klar: NEIN. Niemand wird gegen seinen Willen verführt bzw. hat eine Entschuldigung für SEINE Sünde. Denn dann wäre es fürwahr ein Problem der Gerechtigkeit. Manchmal brauchen wir für unsere Sünde auch gar keinen Verführer, aber manchmal schon.


Zitat von: freily
Auch wenn ich selbst nicht gedient hatte im Heer, aber als Pfadfinder ist mir das seit Karl May bekannt, dieser Trick, Herr tricky.  :P ;D
Nur das eben nicht der Satan der Übeltäter ist, sondern ein ganz anderer aber dazu muß ich Dir mal eine Vision erzählen, an der ich eben fast 30 Jahre zu kauen hatte, aber das wird ein Erlebnisbericht.

Mir ist dieses Heeresgerede und das Befelssprech auch fremd, nicht nur inhaltlich sondern auch emotional. Dennoch ist es gut zu wissen wie der Feind denkt und handelt, um zu siegen (allein durch Gottes Kraft!).


Zitat von: freily
P.s.: Das nächstemal bitte etwas kürzer oder in drei Beiträge aufteilen. Ein alter Mann hat nicht mehr das Durchhaltevermögen wie er es gerne hätte.  ;)

Grundsätzlich gerne. Wenn möglich möchte ich es eh kurz halten.

viele Grüße

Tricky

Online freily

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #34 am: Do., 11. Juni 2009, 19:52 »
Schalom tricky, gut Ding will Weile haben, also zieht es sich bei mir auch etwas hin..
Ich denke, dass man hier beruhigt seinem Herzen folgen kann. Eine Entschuldigung bricht oft Barrieren und es macht das Gegenüber menschlich. So schwer es uns auch manchmal fällt, aber ein einfaches Entschuldigung hat schon viele Beziehungen gerettet. Und diesmal war es mir ein Bedürfnis.
Da stimme ich Dir zu, solche "Eisbrecher" sollte man öfter anwenden.
Zitat von: tricky
Dass am Anfang nicht alles gleich 100%ig klappt wissen wir eh alle. Aber das Forum insgesamt ist SUPER gelungen. Deshalb hier von mir ein Lob an miglosch für das Design und Danke für die viele (unbezahlte) Arbeit.
Diesem Lob will ich mich gerne anschließen und bekenne, nicht jede Arbeit kann man bezahlen, wenn man es auch gerne möchte.
Zitat
So, jetzt zum Thema:
Schön, dass wir beim Gerichtshof ähnliche Gedanken haben. Nur zur besseren Orientierung aber meine ich, dass die Schuld daran, dass die Sünde in die Welt kam, zu 50 % dem Menschen und 50 % Satan gehört. Für mich sind als beide schuldig, Mensch und Satan.
Das sehe ich jedoch so, daß sich die Eva von einem "dummen" Tier austricksen ließ, denn vom Satan oder einem anderen negativen Engel ist hier nichts geschrieben. Offensichtlich konnten im Paradies die Tiere sprechen oder der Mensch sie verstehen.
 
Die Sache mit den gefallenen Engeln kam erst viel später und hatten hier noch keine Bedeutung. Im Katholizismus wird dies jedoch verquickt dargelegt und oft ungeprüft übernommen.
Zitat von: tricky
Eine starke Impression von dem Gerichtshof samt Büchern und Engeln finden wir in der Offenbarung des Johannes. Aber wie gesagt, das Gericht am Ende der Zeit, wenn Gott wiederkommt, das ist aus meiner Sicht nur die Urteilsverkündigung und die Aufklärung darüber wie es zustande kam (im Millenium). Der eigentliche Gerichtsprozess geschieht aus meiner Sicht heute schon.
Ganz meine Meinung, wobei ich aber ausschließe, daß das sogenannte "H-Armagedon" stattfinden wird, denn in den alten Schriften sagte G*TT etwas anderes.
Zitat von: tricky
Schön dass wir auch hier übereinstimmen :-)
Ich suche ja den Konsens, also muß ich doch bestätigen, worin dieser besteht. Der Gerichtshof G*TTes wäre ohne Ankläger nicht denkbar, also muß sich der Staatsanwalt (Satan) auch oft Anschuldigungen anhören, die an der eigentlichen Sache vorbei gehen.
Entstanden ist dieser Fehlschluß offensichtlich in der babylonischen Zeit.
Zitat
Ganz richtig! Gott nimmt sich selbst von seinem Gesetz (das auch sein Wesen ist) nicht aus. Das Problem ist aber, dass Satan nicht das Gesetz anzweifelt, sondern die Gerechtigkeit! Gesetz und Gerechtigkeit sind zwar schon verwandt, aber die Gerechtigkeit steht irgendwie "über" dem Gesetz...quasi als System Gottes. Und dieses System steht damit auf der Anklagebank und wird von Satan verklagt. Man muss hier meine Meinung nicht teilen, aber ich möchte es so ausführen wie ich es verstehe, als meinen Standpunkt. 
Hmmm, ich glaube eher, daß wir da zu menschlich denken. Wenn ich den Hiob als Maßstab eines Gerichtes vor G*TT nehme, dann unterstellt Satan dem Hijob, daß er nicht den richtigen Beweggrund zu seinem Glauben an G*TT hat.
Ich habe nirgends in den Schriften gelesen, ausgenommen die kirchkichen, daß irgend ein Engel die Gerechtigkeit G*TTes anzweifelt oder dessen System.
Ich halte solche Thesen von der röm.kath. Kirche für installiert um Ungereimtheiten ihrer Lehre besser egalisieren zu können.
Der 1. Samuel 26 zeigt mir das auf, weil, wenn sich David schon nicht traut gegen einen Gesalbten G*TTes vorzugehen, obwohl er Grund hätte, um wieviel vorsichtiger müßte man einen Engel dahingehend einschätzen, der das ewige Leben ja schon hat?
Und zudem als "Lichträger" G*TTes fungiert, wie Luzifer mit Satan in einen Topf kommt?
Diese Fragen stellten sich bei mir zu diesem Thema.
Zitat von: tricky
Zuerst mal trenne ich (das ist eine persönliche Masche von mir) die Tat vom Täter. Das funktioniert natürlich nicht immer, aber zumeist doch. Weiters gibt es Folgen, die immer der Täter trägt. Deshalb fällt es mir schwer von "bösen" Menschen zu sprechen. Der Mensch tut viel Böses und er ist auch böse von Natur aus (Böse im Sinne von 'gegen Gott'), begründet in seinem Stolz und Egoismus. Wir kennen das Sprichwort "Jeder ist sich selbst der Nächste" und genau das beschreibt diesen egoistischen, bösen Status des Menschen. Gott in seinem Wesen hingegen ist UNS der Nächste und nicht sich selbst. Und wir können davon etwas abhaben, wenn wir seinen Geist in uns wirken lassen. Dann kann Gott seine guten Werke durch uns vollbringen.
Ich wieder hole gerne nochmals.
,,,, ich bin ehrlich begeistert, denn so ähnlich denke ich selbst.
Zitat
Ich meinte bei "tot sein" den Menschen. Also wenn sich der Mensch von Gott (dem Lebensgeber) trennt, dann hat er nichts mehr, das ihn am Leben erhält. Der Mensch ist dann tot. Nur zur Ergänzung.
Naja, deswegen schreiben wir ja in der gleichen Sprache, damit wir auch manches mißverstehen, aber diese deine Ansicht teile ich auch und glaube sie richtig zu verstehen.
Zitat von: tricky
Wer also bringt den Menschen dazu, dass er sündigt? Satan? Der Mensch selbst? Ich sage beides. Satan ist der, dem jeder, der für Gott ist, ein Dorn im Auge ist. Satan will vernichten, quälen, töten.
Zitat von: freily
Ein klares Nein von mir, weil die Geschichte von Hiob mir aufzeigt, daß ich die dortigen Worte nicht im Maßstab 1:1 übertragen darf, sondern mehr geistig spirituell zusehen ist. 

Gut, hier sind wir nicht einer Meinung. Macht nichts. Aus meiner Sicht ist das Beispiel des Hiob zu plastisch, zu grausam, zu real als es in einer spirituellen Sicht zu vergeistigen. Nicht, dass man das nicht machen könnte, aber für mich ist das in diesem Fall nicht anzuwenden.
Das verstehe ich sogar sehr gut, denn das selbe Propblem hatte ich auch sehr lange.
Aber dank der Kontakte zu der jüdischen Lehre wurde mir das immer klarer, wie die Urheber dieser Schriften dachten und lehrten und einer davon hieß Jeschua Ben Joseph, der dann Jesus genannt wurde.
Denn was hätte ein Jude der Rabbi war auch anderes lehren sollen, wenn ich da an Joh. 8,43 denke, als die Nächstenliebe?
Zitat von: tricky
Die Frage, warum Gott das zugelassen hat ist somit für mich geklärt. Für ihn war klar, Hiob ist mein Mann. Aber für den Rest der Welt, für uns heute, war das gar nicht klar und durch sein Beispiel, das Beispiel des Hiob können wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen, denn im Endeffekt spielt es sich für uns heute auch so ab. Mit der Einschränkung die auch schon für Hiob galt. Nicht über unsere Kraft werden wir versucht, das lässt Gott nicht zu.
Es ist für mich eine Freude zu sehen, wenn jemand wirklich bemüht ist die Schrift verstehen zu wollen.
Du hast die Essenz des Buches Hiob genauso verstanden wie ich.
Zitat von: tricky
Ein gewisser Spielraum ist ihm durch den Sündenfall auf dieser Welt gegeben.
Zitat von: freily
Auch hier sage ich Nein, denn der Spielraum ist durch unseren Egoismus gegeben.
Vielleicht hätte ich besser geschrieben, dass der Spielraum größer ist, je mehr wir sündigen und je mehr wir uns von Gott abwenden. Je mehr wir Teil vom Reich Satans werden (weil wir seine Taten tun und ihm nacheifern), destoweniger sind wir Teil vom Reich Gottes (weil wir seine Taten tun und ihm nacheifern).  Genauso sehe ich das auch, denn G*TT selber spricht von einem hölzernen Joch, die SEINE Gebote auf uns Menschen ausüben, nur bei den Juden wirken sie wie Eisen, aber das wäre jetzt wieder ein eigenes Thema, warum die Juden davon stärker belastet sind.
Zitat von: tricky
Die Frage des "Warum lässt Gott das zu?" ist die mit der größten Doppelmoral. Auch hier ist Hiob das Beispiel mit seinem Satz "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt". Und wie ich diesen Satz versteh, das hab ich der Aisha schon geschrieben.
Hmmm, manchmal aber kann eine Wiederholung sehr einprägsam sein, denn nicht immer weiß ich alles, was die Aisha weiß.  ;D   
Zitat
Bei uns in der Sabbatschule wird das oft so gesagt. Die Gebote sind der Zaun innerhalb dessen wir sicher sind. Je mehr wir uns hinausbegeben, desto mehr wird's für Gott schwieriger (nicht unmöglich) uns zu beschützen.
Nun, ER ist dabei kein Despot, nur weil die Sünde uns über die Stränge schlagen läßt verwirft ER uns nicht gleich. Nur wer sich überhaupt nicht Besinnen will, mit dem kann ER einfach nichts anfangen.
Familienväter kennen dieses Problem vmtl. besser durch die Kinder, als Ledige. Es liegt also an uns, wie wir SEINE Botschaften umsetzen und nicht an IHN, denn er hat auch feste Prinzipien und weicht diese nicht selber auf.!
Zitat
Zitat von: freily
Da würde ich jetzt vorschlagen, daß wir das Thema Asasel und seine Bedeutung einen extra Thread aufmachen, denn hier hast Du etwas mißverstanden, so wie ich das sehe.
Gerne. Vielleicht lernen wir noch was voneinander zu diesem sehr interessanten Thema.
Gut, für Vorschläge bin ich immer offen, wenn sie logisch nachvollziehbar sind.
Zitat
Die Offenbarung ist in diesem Text sehr klar. Sie legt sich selbst ein paar Verse weiter aus. Ich denke, dass das insich schon stimmig ist. Drache = Satan = alte Schlange.
Vielleicht sollte ich tiefer gehen in der Erklärung: Diese Schriftstelle ist für mich "angeglichen" worden an den Dämonenglauben der Griechen und Römer. (Meine Vermutung, da im griechischen viel eingefügt wurde).
 
Denn in früheren Visionen wird von der Kirche auch personelles gelehrt, wo keine Person vom Propheten gemeint war.
Dieses Thema würde ich jetzt ebenfalls gerne gesondert behandeln, da wir dabei sehr tief in den Tanach (AT) gehen müßten, da dort auch Visionen sind, die falsch gedeutet wurden und noch heute so den Menschen falsch gelehrt wurde.
Die jüdische Lehrtradition läßt an sich kein Verdrehen der Bedeutung der Wörter zu.
Zitat
Diese Auslegung sehe ich anders. Aber kein Problem...ist auch ein eigenes Studium :-)
Eben, deshalb sollten wir uns bemühen, wo die Fehler liegen, denn ich meine, daß es eben deswegen zu vielen Deutungen gekommen ist, wo ansich nur eine Deutung da wäre.

Zitat von: tricky
Puh, aber ok, soll so sein. Dass Sterne nicht IMMER Engel sind ist mir auch klar, aber in diesem Fall bin ich schon der Meinung.
Wenn ich jetzt verschmitzt lächle, dann nur deswegen, weil der Knopf der sich hier im Hals bildet, auch bei mir so ein "Kopfschwirren" verursachte.
Wenn man ein lebenlang etwas falsch gesagt bekommt und dann auch noch mit "Schriftbeweisen" hinterlegt werden, dann fragt man tasächlich nach dem Sinn des Ganzen.
Am liebsten würde man das ungezwungene Leben das man vorher hatte wieder aufnehmen, also zu Fleischtöpfen Ägyptens umkehren, beachte ich aber dann den Lohn, den die Juden bekamen, die das taten, dann vergeht mir die Lust danach.
Also gedachte ich der Mühe die ich bisher hatte (sinngemäß durch die Wüste gewandert), und sagte mir, dieses Beispiel reicht als MAhnung, ich will nicht vergeblich handeln, ich will die Wahrheit wissen.!
Zitat
Zur Entschuldigung sage ich auch klar: NEIN. Niemand wird gegen seinen Willen verführt bzw. hat eine Entschuldigung für SEINE Sünde. Denn dann wäre es fürwahr ein Problem der Gerechtigkeit. Manchmal brauchen wir für unsere Sünde auch gar keinen Verführer, aber manchmal schon.
Ja, wenn zum Beispiel der Nachbar ein neues Auto fährt das man gerne selber hätte, dann ist der, der Verführer, weil meine Augen kann ich ja nicht davor verschließen.  ;D 
 
Zitat
Wenn möglich möchte ich es eh kurz halten.
Der Wille ist da, schauen wir mal nach der Möglichkeit.  ;)
 
Liebe Grüße
« Letzte Änderung: Fr., 12. Juni 2009, 02:05 von freily »
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

Offline Aisha

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #35 am: Mo., 24. August 2009, 16:34 »
Schalom zusammen,

nach etwas längerer Pause in unserem "Top-Foren-Thema"
eine kurze zusammenfassende Moderation unserer Ergebnisse.

Auf einen gemeinsamen Nenner sind wir nicht gekommen, aber das macht nichts.

Der Aba teilt mit der christlichen Auslegung (Tricky) die Ansicht, dass es gefallenen Engel gibt und der Satan so etwas wie deren oberster Chef ist. Weiters teilt er die Meinung, dass diese Engel schlussendlich gerichtet und von G'tt entfernt werden.

Der Freily denkt nicht, dass es gefallene Engel gibt und für ihn ist Satan der Ankläger des Volkes G'ttes vor G'tt. (entspricht der allgemeinen orthodoxen jüdischen Auslegung).


Für den ABA hat der Satan auch diese Funktion, den er schreibt :

Zitat von: ABA
Wer soll es denn sonst machen ?
Wenn wir keinen KLÄGER hätten,
dann brauchen wir dermaleinst auch keinen RICHTER !

außerdem ...
Ist ER ja in der TENACH als > שטן < (satan) = dt.Übs. >ANKLÄGER< aufgeführt !

Also wird in GOtt auch schon zu etwas gebrauchen !

Sach 3,1 והשטן עמד על ימינו לשטנו
 = ... und der Ankläger (Satan) stehend zu seiner Rechten um ihn (den Hohepriester) anzuklagen !
 

Von mir fett und rot hervorgehoben, übt der Satan laut Aba, obwohl er ein gefallener Engel ist, einen Auftrag G'ttes aus: Als Ankläger

Dies wiederum ist für Tricky als Christ nicht vorstellbar, denn er schreibt:

Zitat von: Tricky

Ich persönlich sehe dies anders. Satan wird NICHT von Gott beauftragt:

Aba meint:

Zitat von: ABA
Satan & Co. bekommen Aufträge (sei es im Fluch oder Segen) wie:

1.Mo 3,14 עפר תאכל כל ימי חייך   
= Das Vergängliche (Staub und Asche) sollst du fressen dein Lebenlang !
1. Kö 22,22b תפתה וגם תוכל צא ועשה כן 
= Du sollst sie betören und sollst es auch ausrichten, also gehe hin und tu´s !
Job 1,12 כל אשר לו בידך רק אליו אל תשלח ידך
= Alles was ihm gehört ist in deiner Hand, NUR an ihn lege nicht deine Hand !

Moderation Ende

schalom

Aisha


ABA

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #36 am: Do., 27. August 2009, 11:12 »
. . .   ein weiterer Gesichtspunkt ist :

Sehr VIELE sagen: >>> Es gibt keinen Satan/Teufel !!! <<<

Dann muss ich fragen  :  >>> Wer aber tut "seine" WERKE !!! <<<
Der MENSCH !!! ? ? ?      -    > nein <

... dann fragt den Menschen :

der Mensch will keinen KRIEG - jedoch  die Welt ist voller Krieg !
der Mensch will keinen HASS  - doch die Welt ist voller Hass !
der Mensch wiel keine NOT    - doch die Welt ist voller Nöte !
usw.

Deshalb frage ich nochmal:
> ... wenn der Mensch dies alles NICHT will <
                     
>>> WER tut/inspieriert denn all diese WERKE <<<      ?

שלום אבא
Schalom ABA

Offline Aisha

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #37 am: Do., 27. August 2009, 11:27 »
Schalom Aba,

Zitat
Der MENSCH !!! ? ? ?      -    > nein <

Weißt du Aba, hier begibst du dich auf gefährliches Terrain. Wenn der Mensch soooo unschuldig ist , weshalb gibt es dann ein Gericht G'ttes? Ist G'tt denn ungerecht?

Zitat
... dann fragt den Menschen :

der Mensch will keinen KRIEG - jedoch  die Welt ist voller Krieg !
der Mensch will keinen HASS  - doch die Welt ist voller Hass !
der Mensch wiel keine NOT    - doch die Welt ist voller Nöte !
usw.

Die Menschen lügen, wenn sie das sagen. G'tt hat uns einen freien Willen gegeben. Es ist nicht leicht der Sünde zu widerstehen, aber mit G'ttes Hilfe geht es.

Zitat
Deshalb frage ich nochmal:
> ... wenn der Mensch dies alles NICHT will <

Diese Ausrede hatte Adam schon vorgebracht: Die Frau, die du mir gegeben hast (hat ihn verführt, den Armen)
Und die Eva: Die Schlange , die du gemacht hast...(die Böse aber)

Weshalb hat sie G'tt trotzdem bestraft, wenn sie doch nur Marionetten waren????

Antwort: Weil die Schlange sie nicht gezwungen hat! Sie haben sich auf freien Stücken verführen lassen.

Deshalb geht es nicht darum, ob es eine Verführer gibt oder nicht, sondern darum, dass der Mensch verantwortlich ist für seine Taten.
Es gibt keine Ausreden. 

schalom

Aisha


ABA

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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #38 am: Do., 27. August 2009, 12:36 »
Schalom Aisha,

Zitat
dass der Mensch verantwortlich ist für seine Taten.
Es gibt keine Ausreden.

Natürlich ist der Mensch verantwortlich für seinenTaten !!!

Wir reden jedoch hier über 2 Bereiche (besser= DIMENSIONEN)
Die des SICHTBAREN >irdischen< und dagegen der >des transzendenten< !
Und es ist leider so, dass ...

. . .  das was wir über die "unsichtbare Welt" der Transzendenz NICHT wissen,
. . .  ist viel
       >   u n v o r s t e l l b a r e r   <
. . .  als das, WAS wir wissen !!!

trotzdem liebe Aisha, du weißt ja, wenn es sich um Glaubens- und Religionsphilosophie handelt,
halte ich mich doch lieber etwas zurück, denn, ... wenn ich schon mit Hypothesen umgehen muss,
dann meistens so, dass diese Hypothesen schon fast FAKTEN sind !

Schalom ABA


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Antw:Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #39 am: Mo., 20. Mai 2013, 11:05 »
Schalom liebe Leser,

zu dem Punkt Unde Malum - > das Böse, möchte ich heute in der Kenntnis einiger Begebenheit der Schrift noch etwas hinzufügen.

Zitat
... dann fragt den Menschen :

der Mensch will keinen KRIEG - jedoch  die Welt ist voller Krieg !
der Mensch will keinen HASS  - doch die Welt ist voller Hass !
der Mensch wiel keine NOT    - doch die Welt ist voller Nöte !
usw.
Die Menschen lügen, wenn sie das sagen. G'tt hat uns einen freien Willen gegeben. Es ist nicht leicht der Sünde zu widerstehen, aber mit G'ttes Hilfe geht es.
Manchmal benutzen wir allzu oft das Wort  Lüge und meinen eigentlich die Definition der Schutzbehauptung.

Der Unterschied:
Zitat
Lü|ge, die; -, -n [mhd. lüge, ahd. lugī, zu ↑ lügen  ]: bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage; absichtlich, wissentlich geäußerte Unwahrheit: eine grobe, faustdicke, glatte, niederträchtige, gemeine, raffinierte L.; sich eine L. ausdenken; -n erfinden; jmdm. haarsträubende -n auftischen; jmdn. der L. bezichtigen, zeihen; er verstrickte sich immer mehr in -n; ihre Ehe war eine einzige L. (war auf Täuschung aufgebaut); -n haben kurze Beine (es lohnt nicht, zu lügen; die Wahrheit kommt oft rasch zutage); L. vergeht, Wahrheit besteht;
© Dieser Eintrag beinhaltet Material aus Wikipedia und ist lizensiert auf GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Lüge setzt also nach deutscher Definition eine bewußte Täuschung voraus und sowas tut ein Gläubiger als Einzelperson nur sehr selten. Anders sieht es bei Institutionen aus, die nach dem Motto handeln, daß das Ziel die Mittel rechtfertigt, was nicht nur eine Lüge ist, sondern auch ein frommer Selbstbetrug ist.
Denn Lügen können KEIN Ziel rechtfertigen oder umgekehrt.

Zitat von: Aisha
Zitat
Deshalb frage ich nochmal:
> ... wenn der Mensch dies alles NICHT will <

Diese Ausrede hatte Adam schon vorgebracht: Die Frau, die du mir gegeben hast (hat ihn verführt, den Armen)
Und die Eva: Die Schlange , die du gemacht hast...(die Böse aber)
Solche Ausreden kommen von dem frommen Selbstbetrug, der einem die eigene Verdrehtheit eingibt, deshalb läßt GOTT das Böse zu, damit wir lernen, die höheren moralischen Werte zu achten und zu schützen, um das GUTE zu erkennen und lieben zu lernen.

Was wir zu Begreifen lernen müßten ist: Daß wir hier in dieser Wirklichkeit nur Schüler des Lebens sind und deshalb Prüfungen bestehen müssen, die wir vorab nicht kennen, also ständig sogenannten EX-Aufgaben gegenüber stehen,
denn das Zeugnis bekommen wir erst nach dem Tod gesagt.!

Liebe Grüße
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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Re: Das Böse (Unde Malum)
« Antwort #40 am: So., 31. Januar 2016, 09:43 »
Schalom,

da im Christentum aufgrund verschiedener Aussagen im NT Unsicherheit im Bezug auf den Satan herrscht, werde ich nochmal erklären, warum verschiedene Verse so unterschiedlich verstanden werden. Zum Beispiel:
Matth. 16,23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.
Und nun der Vers nochmal, wie er sich wirklich liest, wenn der Text auf hebräisch wäre:
Mt 16,23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Ankläger! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen (Sinn) ist.
Man erkennt ganz deutlich, daß hier von keiner imaginären Person namens Satan die Rede ist, sondern der Jeschua ("JeSus") den anklagenden Sinn der Worte des Petrus rügt.
« Letzte Änderung: So., 12. November 2017, 11:02 von freily »
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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