Autor Thema: Hebräisch-Ursprache der Bibel  (Gelesen 3025 mal)

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Offline Aisha

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Hebräisch-Ursprache der Bibel
« am: Do., 26. MRZ 2009, 11:41 »
Hallo,

bevor wir loslegen , hier eine Übersicht über die Buchstaben:



Offline Aisha

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Antw:Hebräisch-Ursprache der Bibel
« Antwort #1 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:42 »
Liebe Studierende,

was ich hier mache ist ein Versuch. Ich werde hier nach dem System von Gikatilla anhand der Sprache der Zweige die hebräischen Begriffe mit ihren Beziehungen von unten nach oben durcharbeiten. Schritt für Schritt. Ich werde mich dabei vollständig an Gikatilla halten und eventuelle eigene Kommentare kennzeichen.

Kabbalahstudenten kennen das System der Welten schon, für andere eine kurze Erklärung:

von Unten nach Oben bedeutet wie auf einer Leiter stufenweise von dieser Welt in die höchste, wo G'tt ist hochsteigen. Der Gikatilla tut dies von Unten nach Oben, andere Kabbalisten wie ARI oder Baal HaSulam gehen in ihrer Lehre von Oben nach Unten vor.
Der Gikatilla verwendet die Bildersprache der Torah, der ARI verwendet aus verschiedenen Gründen eine andere Sprache, doch ist es dasselbe. Der ARI hat seine Lehre vollkommen auf das System von Gikatilla aufgebaut.

Für Studenten , die die Torah nicht kennen, ist das System von Baal HaSulam sicherlich besser zu verstehen. Deshalb richtet sich diese Abhandlung hier vor allem an Torahleser bzw. Torahkenner ("5 Bücher Mose").

Ich habe mich nach langem Überlegen dazu entschlossen, weil auf diese Art die hebräischen Begriffe, Beziehungen, inklusive hebräisches Denken gesamt erfasst werden kann.
Anfangs wird das sehr fremdartig erscheinen und erst nach einigen Schritten, wird es sich enthüllen und die Gesamtheit erkannt werden können.

viel Spaß beim Lesen (für etwaige Fragen können wir ein Nebenthema eröffnen)

schalom

Aisha


Fragen bitte hier stellen! - freily -
« Letzte nderung: Sa., 19. Juni 2010, 11:35 von freily »

Offline Aisha

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Antw:Hebräisch-Ursprache der Bibel
« Antwort #2 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:44 »
Aus Gikatilla "Sha'are Orah" (Gates of Light)

Das erste Tor

Die 10.Sphäre


ADoNaJ אדני   


Der 1. der Heiligen Namen G’ttes. Ohne diesen Namen gibt es keinen Weg den Palast des Königs zu betreten.

Stellen sie sich vor, G’tt der König wohnt in einem Palast, in dem es viele Räume gibt. Jeder Raum birgt unermessliche Schätze. Der eine Gold, der andere Silber, Holz, Lebensmittel usw.
Ohne Schlüssel kann man den Palast nicht betreten und man kann nicht an das gelangen, das der König für seine Untertanen bereitet hat.

AdoNaJ ist der Schlüssel für das 1. Tor, der unterste Level von G’ttes Namen.



Offline Aisha

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Antw:Hebräisch-Ursprache der Bibel
« Antwort #3 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:45 »
Schalom

nun können wir das erste Wort lesen

אדני

Wir geben hier das Wort in der Transkripition so wieder ADoNaJ

Dabei sind die groß geschriebenen Buchstaben ADNJ diejenigen , die wir in der Hebräischen Schrift vorfinden. Die klein geschriebenen o und a sieht man im Hebräischen nicht, weil Selbstlaute dort nicht geschrieben werden. Hebräisch zu lesen ist wirklich sehr einfach :D
Aber bitte nicht vergessen, wir lesen von rechts nach links.

Noch eine wichtige Bemerkung: Wir geben hier die Worte so wieder wie sie im Bibeltext stehen. Dieses ADoNaJ mit dem wir hier beginnen, darf nicht verwechselt werden mit der Aussprache Adonaj (Herr) für das geschriebene JHWH (das sogenannte Tetragrammatom ).

Aisha

Offline Aisha

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Antw:Hebräisch-Ursprache der Bibel
« Antwort #4 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:48 »
Die Gebete beginnen mit AdoNaJ s’fatai tiftach – adonaj öffne meine Lippen.

Psalm 51: 17

AdoNaJ, tu meine Lippen auf,
dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Dieses Gebet stammt von König David, nachdem er Blutschuld auf sich geladen hat.
Er wendet sich an den Namen ADoNaJ, da dieser mit ZeDeK (Gerechtigkeit) in unmittelbarer Beziehung steht. Dazu später.

Gikatilla gibt hier nur den einen Vers an und ich füge nun den ganzen Psalm hinzu, um den Kontext zu zeigen:


Psalm 51

12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,
und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren,
dass sich die Sünder zu dir bekehren.
16 Errette mich von Blutschuld, /
Gott, der du mein Gott und Heiland bist,
dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
17 Herr (AdoNaJ), tu meine Lippen auf,
dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, /
ich wollte sie dir sonst geben,
und Brandopfer gefallen dir nicht.
19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,
ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
20 Tu wohl an Zion nach deiner Gnade,
baue die Mauern zu Jerusalem.

Gikatilla schreibt weiter:

Durch den Namen AdoNaJ tritt man ein und verlässt den Namen JHWH. Er [der Name ADoNaJ] ist der Palast, in dem der König wohnt.

1.Mose 2:10

Ein Fluss geht aus von Eden , den Garten zu bewässern, und er teilt sich in vier Zweige.

Die vier Zweige sind die 4 Teile der SCHeCHINaH, die AdoNaJ untergeordnet sind.
AdoNaJ erhält die ganze Macht des Namens JHWH.



AdoNaJ ist das Wasserbecken – erhält Wasser aus dem Fluss und gibt es weiter den Garten zu bewässern.

BRaCHaH das heißt Segen


ברכה

Liest man BRaiCHAH , bedeutet es Wasserbecken oder Pool. Hier erkennnen wir die Verbindung/Anologie zwischen Segen und Wasserbecken: Wie Wasser strömt das Gute von G’tt in unsere Welt und sammelt sich wie in einem Pool.

Diese ברכה Segen gab G’tt dem Abraham

1. Mose 12:2:

„.du wirst eine BraCHah sein“.

Abraham bekam nicht nur BRraCHaH, sondern er IST eine BRaCHaH , ein Segen.


Aisha
« Letzte nderung: Do., 26. MRZ 2009, 11:50 von Aisha »

Offline Aisha

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« Antwort #5 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:51 »
1.Mose 15:2

Und es sprach Abram: ADoNaJ אדני, JHWH , was möchtest du mir geben, da ich hingehe, kinderlos?

Durch den Namen ADoNaJ stellte er die Bitte an den Namen JHWH.

Jizchak erbte die BRaCHaH ברכה von Abraham (1. Mose 25:11)

Über diese BRaCHaH ברכה stritten Jaakov und Esau, denn die sogenannte Erstgeburt
BeCHoRaH בכרה ist im Sinne nach dasselbe! Es beinhaltet die selben Wurzelkonsonanten BRCHH, nur die Reihenfolge ist anders

Jaakov gab die BRaCHAH weiter an die 12 Stämme (1. Mose 49:28-29)

Moscheh segnete das Volk Israel damit (5.Mose 33:1)

Der Name AdoNaJ אדני ist die Essenz von BraCHah – dieser Segen bringt Gllück ohne Leiden für die, die IHM anhangen.

Es ist die Birkat JHWH (der Segen von JHWH) , die reich macht und Traurigkeit wir nicht vergrößert werden (Sprüche 10:22)

AdoNaJ אדני sammelt den Segen, der von JHWH kommt wie ein Wasserbecken, um den Garten zu bewässern.

Schalom

Aisha

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« Antwort #6 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:53 »
Schalom,

es geht weiter mit Gikatillas Ausführungen :

Das Wort AdoNaJ steht in Beziehung zu den Sockeln (Füßen) der Säulen im Vorhof des Tempels.

Liest man nämlich ADNJ אדני ADNaJ bedeutet dies Sockeln, Basis.
Diese haben in der Bibel eine wichtige spirituelle Bedeutung im Tempel von JHWH.

1. Mose 27

..die 20 Säulen und deren 20 Sockeln/Füße ADNaJHeM von Kupfer...

An anderer Stelle werden diese in Beziehung zu den 100 Talenten Silber erwähnt, die in Behälter gegeben werden, die auf eben diesen ADNaJ /Sockeln ruhen.

Giktilla geht an dieser Stelle nicht weiter darauf ein, ich hoffe jedoch , dass er es im Laufe des Buches noch tut. Denn wir sind hier zusammen quasi zeitsynchron, ich weiß genauso wenig wie es weitergeht und gerade das ist spannend :)

Eine Zusatzinformation von meiner Seite: Es steht geschrieben, dass die ganze Schöpfung auf
7 Säulen ruht und die Sockeln werden auch hier erwähnt.

schalom

Aisha

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Antw:Hebräisch-Ursprache der Bibel
« Antwort #7 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:54 »
Hallo,

wir haben nun bereits zwei verschiedene Ansätze der Auslegung kennengelernt:

1. die Beziehung von Worten durch ihre Wurzelkonsonanten
2. die Beziehung von Worten durch ihre Nähe und Sinnbeschreibungen in den Texten (Kognome)

ADoNaJ אדני

Ein Kognomen für AdoNaJ ist

be’er באר = Brunnen /Quelle[/b]

G’tt selbst wird als „Quelle lebendigen Wassers“ bezeichnet

Jeremia 2:13

Denn zweifachen Frevel hat mein Volk verübt: Mich verließen sie, den Quell lebendigen Wassers, um sich Gruben zu bauen, geborstene Gruben, die das Wasser nicht halten.

Gikatilla: "Es gibt jedch fremde Quellen voller Schlangen und Skorpione ".

Hier führt Gikatilla folgende Bibelstelle an:

Sprüche 23:27
26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen. 27 Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen. 28 Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

Die Schlangen und Skorpione werden hier nicht erwähnt, Gikatilla erwähnt hier eine sehr bekannte (Allgemeinwissen) bildliche Darstellung für Gruben ohne Wasser:

Hier wird eine Methaper (eine bildliche Darstellung) verwendet, die im Wüsten-und Steppengebiet sehr bekannt war: Wenn ein Brunnen austrocknete, sammelten sich in diesen Gruben besonders gerne Schlangen und Skorpione.
So sammeln sich bei einem Menschen, der G’tt verlassen hat, die Quelle lebendigen Wassers, allerhand unreine, giftige Wesenheiten oder Kräfte.

schalom

Aisha

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« Antwort #8 am: Do., 26. MRZ 2009, 11:56 »
Schalom,

Brunnen /Quelle be’er באר


BE’eR SCHeVa – der Brunnen von SCHeVa

7 Flüsse sind das Jesod Olam (Fundament des Universums)

Ein kleiner Exkurs zur genaueren Erörterung
(denn Gikatilla setzt dieses Wissen voraus)

In Be’er Scheva schloss Abraham mit Abimelech einen Bund. Er gab ihm 7 Lämmer zum Zeugnis, dass er den Brunnen gegraben hatte.

Deshalb nannte er den Ort Be’er Scheva , weil sie dort geschworen hatten.
Er pflanzte eine Tamariske und rief im Namen JHWH EL OLAM

Jizchak/Isaak wohnte beim Brunnen / Be’er Lachai Roi

Als eine Hungersnot kommt, zieht er zu Abimelech . Die Pelischtim sind voll Neid, weil Jizchak viel mehr Erfolg hat bei der Ernte als sie. Sie verstopfen die Brunnen mit Erde.

1. Mose 26:9-15

Abimelech schickt ihn weg

1. Mose 26:18 –

er grub auf die Wasserbrunnen = Be’erot
19 die Knechte gruben im Grunde und fanden dort einen
BRUNNEN LEBENDIGEN WASSERS = Be’er majim chajim

Die Gerer nehmen ihm die 2 Brunnen weg.

Er gräbt einen 3. Brunnen und nennt ihn RECHOVOT, denn „nun hat JHWH uns Raum gegeben“.

Er zieht nach Be’er Scheva – da erscheint ihm JHWH uns spricht:

Ich bin der G’tt Abrahams, deines Vaters. Fürchte nichts, denn mit dir bin ich und werde dich segnen und vermehren deinen Samen um meines Knechtes Abraham willen. Und er baute dort einen Altar und rief an, den Namen JHWH und spannte dort sein ZELT auf.

Die Knechte gruben einen Brunnen – Schibeah
in Be’er Scheva


der Kreis schließt sich, alles klar?

Zur Erleichterung sind die geistig auszulegenden Begriffe von mir fett hervorgehoben.

viel Erkenntnis allen Lesenden

Aisha
« Letzte nderung: Sa., 19. Juni 2010, 19:21 von Aisha »

 

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