Autor Thema: Antw:Paulus - Daten und deren Widersprüche  (Gelesen 3692 mal)

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Antw:Paulus - Daten und deren Widersprüche
« am: Fr., 12. Juni 2009, 20:01 »
Liebe Leser,
 
als Ex-Christ weiß ich natürlich, wie die falsch geeichte kirchliche motivierte Seele eines Christen kocht, wenn gegen den Paulus geschrieben wird, denn auch in mir kochte es gewaltigt und ich wollte diese Heuchler in Grund und Boden argumentieren durch Schriftbeweise.
Und dann kam meine Niederlage, weil die Schriftbeweise ein anderes Bild zeichneten, als ich haben wollte.
Zum Beispiel schreib Paulus selbst:
Röm 11,1 So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin.
 
Ein weiteres Merkmal, daß er kein Jude sein konnte und auch nicht in der Lehre der Väter unterwiesen war, denn zu seiner Zeit gab es nur noch den Stamm Juda und den Stamm Levi.
Alle anderen Stämme wurden vom EWIGEN zerstreut und aufgelöst, sie verschwanden einfach.
 
Der Stamm Benjamin war der erste, der mit G*TTes Beistand verloren ging, diese Geschichte ist jedem Juden geläufig, auch den aus den Nationen kommenden Jüdischgläubigen ! (Strafgericht am Stamm Benjamin; Ri. 20)
 
Er konnte zum Zeitpunkt seines Bekenntnisses gegenüber den Römern gar kein Benjamiter gewesen sein, da dieser schon vor Davids-Zeiten unterging aufgrund einer stammesweiten Sünde.
Das Gesetz der Juden lautet: Nur wer von einer jüdischen Frau geboren wird, ist Jude, dieses Geburtsrecht hatte aber der Paulus nicht, weil er eine Mutter aus einem fremden Volk hatte.
 
Folgedessen waren seine Angaben nicht richtig und für einen "Apostel" untragbar.
Dieser Geschichtsfehler konnte nur passieren, wenn sich jemand als Jude ausgibt, in Wirklichkeit aber Römer war. Deshalb konnte er auch nicht die Geschichtsdaten der jüdischen Gesetzgebung kennen.
 
Ergo, war Paulus kein Jude.!
Die Konsequenz die daraus erfolgte habe ich gezogen und verließ die Christenheit, denn G*TT hat sich selbst ein VOLK geschaffen, die
ISR a EL-iten.
 
Liebe Grüße
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

ABA

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Antw:Paulus - Daten und deren Widersprüche
« Antwort #1 am: Mi., 26. August 2009, 23:24 »
שלום פריילי
Schalom Freily,

PAULUS hatte als GALUT-Jude im hellenistischen Judentum der Antike den hebr./gr. Doppelname:
שאול (Scha-ul) – Παυλος (Paulus) [ich berichtete bereits darüber] ...
Dieser Doppelname zeichnete den Träger aus, dass er >römischer Bürger war.
... denn aus einem Saulus wurde nie ein Paulus , er hieß schon immer so !
Allerdings dürfen wir die Möglichkeit nicht ausschließen, dass SCHA-UL sich erst nach der Bekehrung
und Taufe des römischen Prokonsuls >Sergius Paulus< zum Christentum, mit seinem 2.Namen PAULUS
rufen ließ. Ansonsten war es kein Brauch bei Juden, ihren hebräischen Namen nur auf Grund eines
Gleichklanges (Schaul <> Paul ) zu ändern.

שאול / Παυλος wurde zwischen 5 – 10 n.Z. in Tarsus/Cilicien geboren und das letzte Lebzeichen
von ihm stammt aus ca. 60-63 n.Z. In einem seiner letzten Briefe aus Rom bezeichnet er sich selbst als:
Παυλος πρεσβυτης > Paulus, den Alten <.
Nach Hieronymus (De viris illustribus 5; ad Philemon 23), stammten die Vorfahren von שאול / Παυλος ,
aus גוש חלב / γισχαλα > Gusch-Chalav / Gis-chala < (Ober-Galiläa) und wanderten von dort nach Tarsus aus,
als die Römer das Land zerstörten!
(manche halten diese Stelle für eine Fälschung, da bei Hieronymus Judäa steht, jedoch ist zu Berücksichtigen, dass Obergaliläa
im griechischen wie auch im römischen Schrifttum als Ιουδαια >JUDÄA< als allgemeiner Name bezeichnet wird.
)

Gusch Chalav war als Ort für die radikalen jüdischen Freiheitskämpfer bekannt, der allseits bekannte Kämpfer
Jochanan von Gis´chala stammte von dort. Diese Zerstörung fand unter Pompejus oder Varus statt.
In der Zeit als Hieronymus darüber schrieb, stand wieder eine Synagoge in Gusch Chalav eine Synagoge!
Sie wurde in der 2. Hälfte des 3. Jhdts. u.Z. erbaut, im 4. Jhdt. umgebaut und wurde leider 502 u.Z. teilweise
und 551 u.Z. vollständig durch ein Erdbeben zerstört.
(ob das Wiedervorhandensein einer Synagogengemeinschaft in GUSCH CHALAV der Hintergrund für Hieronymus´ Aufzeichnungen war, bleibt offen )

שאול / Παυλος führte seine HERKUNFT (genau wie Hillel d.Ä.) auf den Stamm > בנימין < Benjamin zurück.
Ein Beleg dafür  ist auf jeden Fall in ZWEIFEL zu ziehen, denn zum Ende des 2. Tempels besaß niemand mehr
eine genealogische Urkunde mit der Berücksichtigung der Stämme ISRAELS !!!
Es gab nur Ausnamen bei altadeliger Herkunft, wie bei HILLEL. der seine Abstammung über das Haus DAVID
letzlich zurückführt, denn ...
... die Stämme JUDA und BENJAMIN verschmolzen im Exil der >babylonischen Gefangenschaft< !
Obwohl שאול / Παυλος   selbst  aus einer ordentlichen und angesehen Familie stammte, ist eine
benjaminitische STAMMESZUGEHÖRIGKEIT keinesfalls zu belegen.
Die jedoch zu akzeptierende Vermutung, durch die genealogische Ableitung seines NAMENS שאול
also SAUL - wie der damalige König ISRAELS - , lässt es zu, seine Abkunft aus dem STAMM BENJAMIN
herzuleiten.

שאול / Παυλος war das, was wir einen hellenistischen JUDEN nennen, er war in einer hellenistischen
Stadt geboren und bis zu einem bestimmten Lebensabschnitt in ihr aufgewachsen.
Betrachten wir die christlichen Schriften als  QUELLE, sprach er griechisch und aramäisch, allerdings hatte er
nur ein gewisses Maß an hebräischen Kenntissen.
Dies erkennen wir an den Übersetzungsproblemen die sich durch seine Zitate aus der TENACH ergeben,
wobei er sich ausschließlich an die fehlerhafte LXX >Septuaginta< hält.
Jedoch soll das kein Beweis sein, dass er die TORA/TENACH nicht im Urtext gelesen habe

Der Vater des שאול / Παυλος scheint ein wohlsituierter und angesehener Mann aus Tarsus gewesen
zu sein; er besaß doch das römische Bürgerrecht, das außerhalb des eigentlichen ROMs nur an Männer
verliehen wurde, die in ihrer Stadt wegen ihres Reichtums und Einflusses bekannt waren.
PAULUS war ja schon (wie bereits erwähnt) als römischer Bürger geboren.

Er lernte das Handwerk seines Vaters so wie es Vorschrift war (Tossefta,Kiduschin, 1,11; Mechilta «Bo»)
>> der Vater ist verpflichtet seinen die TORA ebenso wie ein HANDWERK zu lehren <<
>> wer seinen Sohn nicht ein Handwerk lehrt, lehrt ihn gewissermaßen Räuberei <<
Also war ihr Handwerk > σκηνοποιος < = das anfertigen von Zelttüchern <
Ein Beruf der PAULUS für seine “Missionsarbeit“ von großem Nutzen und Vorteil war !

Seine Schwester war in Jeruschaleijm verheiratet. Dort wurde er in aller Strenge nach der väterlichen Lehre
zu Füßen GAMALIELS erzogen. (hierüber gibt es allerdings viel pro und kontra unter den Gelehrten) !

Alles in Allem war er ein großer EIFERER für eine Religion, und dieser extreme EIFER schlug ebenso extrem zu einer
anderen Religion um. Ein solcher Wandel tritt im Innersten stürmischer, erregbarer und leidenschaftlicher FANATIKER
ganz unvermitlet ein.
Nur müssen wir bei PAULUS sagen :
Bei all seinem Fanatismus und Extremismus war er weder in der Religion seiner Jugend, noch nach seiner «Wandlung»
in der neuen Religion ungebrochen einheitlich . In seiner Seele verflochten sich das «palästinensische» Judentum,
dessen Lehre er vor allem in Jeruschaleijm in sich aufgenommen hatte, und der jüdische Hellenismus, ja bisweilen
auch der heidnische Hellenismus, in dessen MITTE er ja hineingeboren wurde und worin er in dem heidnischen
und halb-hellenistischen TARSUS als Kind erzogen war.
Diese DOPPELHEIT die richtiger eine HALBHEIT war, sollte die Ursache für die Zertrümmerung des historischen,
ungebrochenen, gefestigten JUDENTUMS werden, die ALLEIN VON PAULUS ausging !

Dieser jedoch weit entwurzelter und innerlich zerrissener war als Jesus selbst. Denn Jesus wollte nichts anderes als ein
«palästinensischer» JUDE sein und stand nicht unter solchen fremden und gegensätzlichen Einflüssen wie PAULUS !

שלום אבא
Schalom ABA

PS:
Im Anschluss dazu denke ich lieber Freily, das Thema >>> Hier irrte PAULUS <<< zu eröffnen !

Offline Aisha

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Antw:Paulus - Daten und deren Widersprüche
« Antwort #2 am: Di., 22. September 2009, 11:57 »
Schalom Aviel,

Zitat von: Aviel
Freily ,was aber ist mit diesem Vers ? Lukas

Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betagt und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft

weil da steht noch Geschlecht Asser,

bei der Offenbarung steht bei der Versiegelung auch Geschlecht Asser.

Aviel mir fällt dazu Folgendes ein: Vielleicht ging es dem Autor des Lukasevangeliums hier nicht um die tatsächliche Abstammung.
Vielleicht verwendete er eine jüdische Symbolik im Bezug auf den Stamm Ascher. Ascher , der Achte .

In der Torah ist die 8 die Erlösung /die Hilfe G'ttes, bekannt auch unter dem 8. Tag.

So ist es nicht verwunderlich, dass es Serach, die Tochter des Ascher, des 8. , ist, die dem Jaakov nach 22 Jahren verkündet, dass Joseph lebt.

Auch am Ende der Sklaverei in Ägypten ist es eine weise Frau namens Serach, die bestätigt, dass Moscheh der richtige von G'tt erwählte "Erlöser" ist.

Zitat
bei der Offenbarung steht bei der Versiegelung auch Geschlecht Asser.

Dort werden die Stämme gemäß der Landaufteilung in der Torah genannt, oder?

schalom

Aisha

 

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