Autor Thema: Der PROZESS Jeschuas aus jüdischer Sicht > Die ZEUGEN <  (Gelesen 3068 mal)

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ABA

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Der PROZESS Jeschuas aus jüdischer Sicht > Die ZEUGEN <
« am: Sa., 11. April 2009, 17:21 »
! שלום כולם
Schalom zusammen!

Passend zu PESSACH möchte ich aus meinem Forums-Archiv mal 2 oder 3 Beiträge
des PROZESSES JESU aus unserer Sicht ausführen:
Im Teil 9 schrieb ich über ...

> Die Zeugen <
Bei Matthäus und Markus lesen wir:
> ... sie suchten Zeugnis gegen Jesus, dass ihn zu Tode bringt und fanden nichts. Denn
viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein ...<


_         

Damit ist ausgesagt, dass sie nicht zwangsläufig falsche, sondern vorzugsweise
> wahre Zeugen <
suchten. Jedoch alle Zeugen erwiesen sich als falsch .
Doch später erfahren wir, dass es eigentlich keiner Zeugen bedurfte, denn Jesus
hatte sich durch sein Bekenntnis selbst genügend „belastet“!
Frei vor aller Welt redete er. Jeder kannte seine Worte, aber dennoch ist es bemerkenswert,
dass die Aussage der Zeugen nicht übereinstimmte!

Dass alle „falsch“ erfunden wurden, besagt nichts über die Zeugen, die vor dem Sanhedrin
gegen Jesus aussagten; es beweist jedoch etwas mit Blick auf das GERICHT.
Während ein GERICHT eine Taktik des Verhörs anwenden würde, bei der kleinere
Widersprüche ausgeräumt würden, um am Ende den Zeugen für zuverlässig zu
befinden und den Angeklagten zu verurteilen, könnte ein anderes auf gleichem Wege
alles Mögliche tun, Widersprüche zu vervielfachen, um am Ende den Zeugen für
unzuverlässig
zu befinden und den Beschuldigten > freizusprechen <.
Letzteres ist „möglicherweise“ hier geschehen.

Deshalb bin ich der Ansicht, dass der Sanhedrin in dieser Nacht wirklich nach Zeugen
suchte,   d e n n  . . .


... während nach damaligen jüdischen Recht die zulässige und zuverlässige Aussage
mindestens zweier Augenzeugen und noch zweier weiteren Zeugen, die den Angeklagten
hinsichtlich der Strafbarkeit seines Verbrechens gewarnt hatten, eine
>>> CONDITIO SINE QUA NON <<<
jedes Strafurteils darstellte, reichte nach römischen Recht die Tatsache dass keine Zeugen vorhanden waren,
nicht aus, um einen Freispruch zu rechtfertigen !!!
Der Angeklagte konnte auch dann, wenn keine Zeugen aufgerufen wurden oder auftraten jederzeit
>>> aufgrund seines eigenen Schuldeingeständnisses <<<
verurteilt werden !

Da der Prozess vor PILATUS nach römischen Recht ablaufen sollte, genügte es nicht
mögliche Zeugen „aus dem Verkehr zu ziehen“ oder ihre Glaubwürdigkeit „zweifelhaft“
erscheinen zu lassen.
Viel wichtiger war es, Jesus vor einem SCHULDBEKENNTNIS abzubringen,
um auf diese Weise zu verhindern,
dass er aufgrund seinen EIGENEN GESTÄNDNISSES verurteilt würde!

Vor einem jüdischen Gericht wäre das EIGENZEUGNIS Jesu  GOttes Sohn zu sein,
der erwartete MESSIAS zu sein,
der KÖNIG ISRAELS,
der MENSCHENSOHN,
zur RECHTEN GOttes sitzend,
auf den WOLKEN des HIMMELS kommend,
alles, ...

_           

... nur keine GOttes-Lästerung, bzw. GOttes-Verfluchung,

welches eine TODESSTRAFE nach dem TORA-GESETZ rechtfertigen würde!!!
Eine Todesstrafe gab es nur (wie bereits im Artikel –Kapitalgerichtsbarkeit- erwähnt)
beim Verfluchen des Namens GOttes, indem der Gotteslästerer das Tetragramm JHWH
י ה ו ה 
(Jahwe) ausdrücklich gotteslästerlich ausgesprochen hätte!

>>> Dies tat JESUS garantiert   n i c h t  !!! <<<,

Auch seine verbale Benutzung des > אני הוא < (ani hu)  = > ICH BIN´s <
ist nach jüdischem Gesetz weder eine GOtteslästerung geschweige ein GOttesfluch, der eine
Todesstrafe rechtfertigen würde.

Überzeugt von seinem Auftrag, war Jesus natürlich NICHT von seiner Aussage abzubringen.

Allein die Aussage:
> Der wahre König ISRAELS zu sein < ,
der Befreier, der Erlöser, der MESSIAS !
,

> so wie es die Massen kurz zuvor am "Palmsonntag" mit den HOSCHIANNA-RUF <
>>> RETTE uns doch vor den RÖMERN <<< bestätigten,

genügte den Römern, das TODESURTEIL > ohne weitere Zeugen <
auszusprechen und zu vollstrecken!!!
Die jüdische Obrigkeit des Sanhedrin hatte keine realisierbare Möglichkeit mehr,
Jesus davon abzubringen.

> JESUS hätte dies auch gar nicht gewünscht,
dass sein PROZESS vor den RÖMERN verhindert würde.


Also verließen die Mitglieder des Hohen Rates den Palast des Hohepriesters und gingen auseinander;
ein jeder ging nach Hause oder seinen Beschäftigungen nach.

Das drohende Schicksal JESU aber – und ihre eigene Unzulänglichkeit –
müssen wie ein dunkler, unheilsverkündender Schatten über ihnen gehangen haben.

שלום אבא
Schalom ABA
(Quellennachweis: -siehe Einleitung-)

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dass er gerade Auffassungen, die er für besonders wichtig hält,
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Offline ABA זאב ברנובסקי

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zum FAQ Teil -2-
« Antwort #1 am: So., 09. September 2012, 04:41 »
 
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