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Offline ABA זאב ברנובסקי

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פלג = PELEG –Teilung der Erde
« am: Sa., 09. März 2013, 20:50 »
פלג         Die Teilung der Erde !
Heute möchte ich mal wieder einen Artikel von mir hier archivieren, der nach einiger Zeit in einem Forum irgendwie verlorenging. Auch in keinem meiner elektronischen Verzeichnisse war noch etwas zu finden. Doch als alter "Messi" entdeckte ich noch einiges an schriftlichen Aufzeichnungen in meinen Kisten. Mittlerweile gibt es auch Zitate darüber im WEB, die andere Diskussionen auslösten.

Zum eigentlichen Wortbegriff:
פלג [peleg]  - heißt richtig SpaltungEntzweiungtrennen – sich voneinander entfernen
Die ausschlaggebende Tanach-Stelle in Beraschit (1. Mose) 10, 25; sowie in 1.Chronik 1,19 lautet:

Zitat
שֵׁ֣ם הָֽאֶחָ֞ד פֶּ֗לֶג כִּ֤י בְיָמָיו֙ נִפְלְגָ֣ה הָאָ֔רֶץ

… der Name des einen war PELEG,
denn in seinen Tagen ward die Erde zerteilt …

Ich zitiere hier einiges FÜR und WIDER der Autoren Reinhard Junker, Richard Wiskin, Alfred Wegener, Benno Jacob und Wolfgang Jähnig (zurückliegen bis zu 20 Jahre).
Zur Zeit PELEGs, der fünften Generation nach Noah wurde die "Erde zerteilt" (1 Mose 10,25: 1 Chron. 1,19). Diese Bemerkung stößt bei bibelorientierten Wissenschaftlern auf  besonderes Interesse. Denn hier könnte eine biblische Andeutung auf ein Auseinanderbrechen der Kontinente vorliegen. So wurde im Jahre 1912 durch den Geophysiker und Meteorologe Wegener aus geologischen Gründen erstmals die Theorie aufgestellt, dass ein ursprünglicher Urkontinent PANGÄA in die heutigen Kontinente auseinandergebrochen sei. Bis zu den 60ern wurde dies auch von der Fachwelt akzeptiert und in dem umfassenden Konzept der PLATTENTEKTONIK integriert. Nach einer kurzen Betrachtung der Theorie der Plattentektonik der Geophysiker und Meteorologen aus diesen Jahren geht es weiter im Text wie folgt:
Es wäre zweifellos aufregend, wenn dieser geologisch gut begründete, jedoch nicht restlos bewiesene Vorgang in der biblischen Urgeschichte mit der Erwähnung der Teilung der Erde zur Zeit PELEGs einen Niederschlag gefunden hätte. Diese Auslegung würde zudem recht gut in ein nachflutliches Szenario passen. Denn es ist in diesem Rahmen geradezu zu fordern, dass das Auseinanderbrechen der Kontinente erst einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte nach der Sintflut begann oder nach der Flut zumindest vorerst noch nicht allzu weit fortgeschritten war, da sich sonst kaum die in der Arche geretteten Tiere so auf die Kontinente hätten ausbreiten können, wie man sie heute antrifft.

Offenbar handelt es sich bei der "Teilung" um ein herausragendes Geschehen, denn in der sonst knappen Aufzählung der Abstammungsverhältnisse springt die Bemerkung von der >Teilung der Erde< deutlich heraus, mit dieser "Teilung"
פלג [peleg]  wird eine wichtige Erfahrung der damaligen Menschheit erwähnt. Die Frage ist, worin diese Erfahrung bestand. Das hebräische Verbum פלג [peleg] kommt im gesamten TANACH nicht häufig vor. Es handelt sich um den Ausdruck der ebenfalls als >SPALTUNG< wiedergegeben werden kann und weniger als bildhafter Ausdruck zu verstehen ist.

Was wurde nun geteilt !
Die ERDE oder die MENSCHHEIT ?
Der Begriff ERDE
ארץ  [arez] meint gewöhnlich das Land oder den Erdboden. Eine Übersetzung mit >Menschheit< ist total irrelevant. Damit scheidet eigentlich die Anspielung mit dem zuvor geschehenen Turmbau zu BABEL, das mit der "Aufteilung der Menschheit" gemeint sei, praktisch aus. Hier ist eigentlich klar die Rede von der ERDE die geteilt bzw. gespalten wurde und das Geteilte sich voneinander entfernte. Also: >PELEG< פלג !!!
Eine andere jüdische Auslegung vertritt die Vorstellung, dass zwar tatsächlich die Erde geteilt wurde, jedoch nicht im geologischen Sinne, vielmehr wird hier die Mitteilung gemacht, dass die Zerstreuung über die Erde nach Verabredungen geschah, die den einzelnen Völkern bestimmte Gebiete zuwiesen. Natürlich ist eine solche "Verabredung" ausgerechnet in der so frühen Zeit der Sprachenverwirrung sehr zweifelhaft. Völlig falsch an dieser Auslegung ist ebenfalls, dass >peleg< oder bzw. >palag< nicht im Sinne von TEILEN – SPALTEN – TRENNEN verwendet wird. Für dieses "aufteilen" verwenden wir im Hebräischen einen ganz anderen Begriff, der allerdings ähnlich klingt. חלק  [chelek] wäre hier der Wurzelbegriff!

Bei dieser Ansicht des obigen Themas der physischen Zerteilung der Erde, tritt jedoch ein Auslegungsdilemma offen zutage. Ein Auseinanderbrechen des Urkontinents PANGÄA in einem Zeitraum ab dem angegebenen Sintflutdatum hätte in einer Geschwindigkeit erfolgen müssen, die geologisch unmöglich ist, wenn die heutige Verteilung der Kontinente zugrunde gelegt wird. Die Vorstellungen der Kontinentalverschiebung sind längst überholt. Geologen sprechen heutzutage von plattentektonischen Vorgängen.
Gesicherte Erkenntnis ist, dass die Erdoberfläche aus acht bis zwölf großen Platten und rund 20 kleineren Platten besteht. Die Bewegung der Platten ist messbar und gegenwärtig im Millimeterbereich pro Jahr nachweisbar. Würde man Vorstellungen eines Sintflutdatums um 2300 v.u.Z. folgen, hätte ein Auseinanderdriften allein von nur einem Kilometer pro Jahr gewaltige Erdbeben, verheerende Vulkanausbrüche und unvorstellbare Tsunamis zur Folge, die ein Überleben der Mensch- und Tierwelt unmöglich gemacht hätten.
Noch weitere Unmöglichkeiten zeichnen sich ab, wenn das angenommene Sintflutdatum stimmen würde: Wie soll es möglich gewesen sein, dass eine infolge der Sintflut auf 8 Menschen dezimierte Erdbevölkerung innerhalb von nur 70 Jahren eine ganze Stadt, einschließlich eines so monumentalen Bauwerks wie den Turm zu Babel, errichten konnte? Ungeachtet der inzestuösen Verhältnisse, die auf lange Sicht ein Überleben der Menschheit ernsthaft in Frage gestellt hätten, hätte die Reproduktionsrate des Menschen das biologisch mögliche Maß wenigstens hundertfach übersteigen müssen. Wie hätten Noahs Nachkommen innerhalb kürzester Zeit überhaupt das technische Knowhow und die logistischen Mittel zum Bau eines so gewaltigen Turmes erlangen sollen? Also führt dieses Auslegungs-Szenario ins logische Abseits.

 

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