Autor Thema: Gedanken zur Torah  (Gelesen 2089 mal)

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Gedanken zur Torah
« am: So., 16. Februar 2014, 12:04 »
Gedanken zur Torah

Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gründet sich auf die übrigen 612 Gebote. Das bedeutet, dass wir, wenn wir alle 612 erfüllen, an die Ausführung des Gebotes „Liebe deinen Nächsten“ herantreten können. Folglich geben uns also alle Details die Möglichkeit, diese Regel zu erfüllen. Und sobald wir in der Lage sein werden, diese Regel einzuhalten, werden wir die Liebe zum Schöpfer erreichen können, wie es in Tehilim heißt (Psalmen 84): „Meine Seele sehnt sich nach Ihm.“

Baruch Ashlag, Was gibt uns das Gebot..
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Nur ein anderer Mensch kann einem helfen, indem er sieht, dass er sich in einem niederen Zustand befindet. So wie geschrieben steht: „Kein Mensch kann sich selbst aus dem Gefängnis befreien“, sondern nur sein Freund kann ihn aufmuntern, das heißt, sein Freund erhebt ihn aus dem Zustand der Melancholie, in dem er sich befindet, in einen Zustand des Lebens.

Baruch Ashlag, Der Mensch helfe seinem Freund
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Bevor diese Welten ins Leben gerufen wurden,
Gab es nur Unendlichkeit, und ihr Name war Eins,
In einer so herrlichen und verborgenen Einheit,
Dass sogar den Engeln, die Ihm am nächsten standen,
Die Kraft zur Erkenntnis der Unendlichkeit fehlte,
Und es gibt keinen Verstand, der Ihn erfassen könnte,
Denn Er hat keinen Ort, Keine Grenzen, keinen Namen.
 
Ez Chaim, „Baum des Lebens“, Ari (Rabbi Isaak Luria), 1534-1572
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"Und es fragte ihn jener Mensch und sprach: "Was suchst du?" (levakesh). Das Wort levakesh hat im Hebräischen zwei Bedeutungen: Suchen und bitten. Folglich kann man die Frage des "Menschen" auch so verstehen: "Worum bittest du?" anstatt "Was suchst du?"; das heißt: "Wie kann ich dir helfen?". Und Josef antwortet ihm: "Ich bitte (suche) meine Brüder", das heißt: Ich will in einer Gruppe sein, wo es Liebe zu Freunden gibt, und dann werde ich den Weg zum Schöpfer erklimmen können.

Baruch Ashlag, Liebe zu Freunden 3
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Und das gleicht einem Menschen, der sich im Wald verirrt und keinen Weg sieht, wie er herauskommen und zu einer Siedlung gelangen kann. Er ist verzweifelt und glaubt nicht, dass er jemals wieder nach Hause kommen wird. Sobald er jedoch von weitem einen Menschen sieht oder eine menschliche Stimme hört, wird in ihm augenblicklich der Wunsch und das Verlangen wach, zu seinem Ursprung zurückzukehren, und er fängt an zu schreien und zu flehen, es möge jemand kommen und ihn erretten.

Shamati 241. Rufet Ihn an, solange Er nahe ist.
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Was kann den Menschen dazu veranlassen, eine neue Eigenschaft zu erlangen - den Willen zu geben, und dabei zu begreifen, dass der Wille, für sich zu empfangen, ihm sehr schadet?
Denn dies widerspricht der Natur des Menschen! Manchmal unternimmt der Mensch unter dem Einfluss unserer heiligen Bücher und Weisen zahme Versuche, aus der Macht des Egoismus auszutreten, doch ist diese Kraft nur schwach. Diese Meinung hat nicht immer Vorrang für uns, sie immer einzuhalten und sagen, dass dies die Regel für alle Mizwot in der Tora sei.

Quelle: Baruch Ashlag, Liebe zu Freunden
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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Re: Gedanken zur Torah
« Antwort #1 am: So., 16. Februar 2014, 13:00 »
Gedanken zur Torah sollten sich meiner Meinung nach eben auch nur nach dieser richten und keine Meinung sein!
Das Warum ergibt sich aus den Worten des EWIGEN, denn nur ER kann der Maßstab sein.
Der Mensch selbst ist immer fehlbar und deshalb sind auch die Weisheitssprüche so mancher Weisen nach diesem Maßstab zu prüfen, ob es sich auch so verhält, wie es angesprochen wurde.

Zitat von: Baruch Ashlag, Was gibt uns das Gebot
Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gründet sich auf die übrigen 612 Gebote. Das bedeutet, dass wir, wenn wir alle 612 erfüllen, an die Ausführung des Gebotes „Liebe deinen Nächsten“ herantreten können. Folglich geben uns also alle Details die Möglichkeit, diese Regel zu erfüllen. Und sobald wir in der Lage sein werden, diese Regel einzuhalten, werden wir die Liebe zum Schöpfer erreichen können, wie es in Tehilim heißt (Psalmen 84): „Meine Seele sehnt sich nach Ihm.“
Diese schönen Worte haben im Anfang schon einen gravierenden Fehler, denn niemand kann die restlichen 612 Gebote einhalten, denn der EWIGE selbst hat die Tempelgebote der Priesterschaft vorübergehend außer Kraft gesetzt.
Ergo, ist hier ein Gedankenfehler, der korrigiert werden muß, bevor er Schaden anrichtet.
Die Nächstenliebe entsteht also nicht aus dem Befolgen von Geboten, sondern einzig und allein aus der Erkenntnis des Psalm 84: „Meine Seele sehnt sich nach IHM.“
Eine Sehnsucht aber entsteht nur, wenn man weiß, daß es einen Ort der Gerechtigkeit gibt und man die Gewissheit hat, daß ein Eid uns versichert, das eines Tages der Zutritt zu diesem Ort gewährt wird.
Erst aus dieser erwachten Sehnsucht entsteht die Liebe, seinem Nächsten von dieser Liebe zu erzählen und es auch logisch zu erklären, so daß der menschliche Verstand zu dieser Art Liebe findet, die keineswegs eine Eigenliebe ist sondern altruistisch selbstlos ist.

Zitat von: Baruch Ashlag, Der Mensch helfe seinem Freund
Nur ein anderer Mensch kann einem helfen, indem er sieht, dass er sich in einem niederen Zustand befindet. So wie geschrieben steht: „Kein Mensch kann sich selbst aus dem Gefängnis befreien“, sondern nur sein Freund kann ihn aufmuntern, das heißt, sein Freund erhebt ihn aus dem Zustand der Melancholie, in dem er sich befindet, in einen Zustand des Lebens.
Auch das ist in meinen Augen etwas fragwürdig formuliert, denn helfen kann nur JaHWeH, indem ER zuläßt, daß der Nächste sein Herz IHM öffnet und um Erkenntnis bittet.

Der Psalmist meinte mit seinem Wort: „Meine Seele sehnt sich nach IHM,“ sicherlich den Umstand, daß seine beiden Seelen den Wunsch nach Wahrheit und Grechtigkeit haben, denn nur dadurch kann die Sehnsucht nach GOTT geweckt werden.
Die Sehnsucht nach Wahrheit aber gebiert das Verhalten, das Wort des EWIGEN genau zu prüfen, ob es in sein Herz den richtigen Platz gefunden hat und in der Ausführung kein Hadern und Zaudern eintritt, indem man die Ausrede gebraucht und sagt: Aber, wenn..."!
 
Zitat
Ez Chaim, „Baum des Lebens“, Ari (Rabbi Isaak Luria), 1534-1572
Der Baum des Lebens sind die Worte des EWIGEN zur Zeit für uns, denn sie sind die Orientierung nach der wir uns ausschließlich richten sollten.
Zitat
Was kann den Menschen dazu veranlassen, eine neue Eigenschaft zu erlangen - den Willen zu geben, und dabei zu begreifen, dass der Wille, für sich zu empfangen, ihm sehr schadet?
Denn dies widerspricht der Natur des Menschen! Manchmal unternimmt der Mensch unter dem Einfluss unserer heiligen Bücher und Weisen zahme Versuche, aus der Macht des Egoismus auszutreten, doch ist diese Kraft nur schwach. Diese Meinung hat nicht immer Vorrang für uns, sie immer einzuhalten und sagen, dass dies die Regel für alle Mizwot (Gebote) in der Tora sei.
Aus dem Egoismus kann man nicht austreten, denn er ist ein Bestandteil des Guten, aber wer diesen Egoismus mißbraucht, so wie ein Krimineller das Werkzeug Messer, dann entsteht das Übel der Verdrehtheit, die in der Schrift mit der Schlange symbolisiert wurde und dadurch wird der Mensch ein Opfer der Gier.
Das ständige verwinden und umgehen von Regeln führt zum Chaos im eigenen Inneren und bei manchen führt diese Verdrehtheit zum Selbstmord, weil sie keinen Ausweg mehr finden oder aber den Ausweg auch nicht annehmen wollen.

Deshalb wurden in der Torah sowohl die negativen Lebensbedingungen, wie auch die positiven beschrieben, nicht damit man sich eine Ausrede zurechtlegt um nichts zu tun, sondern damit wir den  Weg aus diesem Dschungel der Verwirungen und Verdrehtheiten selbst finden dürfen!

Daß ist die wahre frohe Botschaft der Torah!


Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

 

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