Autor Thema: Aus der Sabbatschule: Die Frucht des Geistes ist SANFTMUT (vs. DEMUT)  (Gelesen 4346 mal)

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Schalom zusammen!

Vielfach angekündigt wollte ich hier ein Thema eröffnen, das die Sanftmut als Frucht des Geistes behandelt. Zur Erinnerung nochmal der Ausgangstext:

Gal 5/22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. 5/23 Gegen diese ist das Gesetz nicht [gerichtet].

Ich habe mich vorher mit Sanftmut wenig beschäftigt. Meine "Stärke" war immer die Gerechtigkeit und mein egogelenktes Verständnis darüber. Diesmal war aber die Sanftmut dran und ich durfte eine Gesprächsgruppe dazu leiten. Sehr interessante Ergebnisse, weil Sanftmut nicht gleich der Demut ist. Beides hat mit Mut zu tun und deshalb habe ich mir mal die Allerweltsbegriffbestimmungen herausgesucht:

"Der Ausdruck Demut kommt aus dem althochdeutschen diomuoti („dienstwillig“, also eigentlich „Gesinnung eines Dienenden“) und wurde von Luther zur Übersetzung der biblischen Ausdrücke tapeinophrosyne (griechisch) bzw. der lateinischen Übersetzung humilitas benutzt.
[...]
Die Demut setzt wie die Unterwürfigkeit ein Herr-Knecht-Verhältnis voraus. Bei den Griechen und Römern war sie eine geringgeachtete Haltung."


"Sanftmut ist ein menschliches Temperament. Sie galt als Tugend der Herrscher: So trug Friedrich II. von Sachsen (1412–1464) den Beinamen „der Sanftmütige“, ebenso der Pfalzgraf Ludwig IV. (1424-1449). Der Bischof und christliche Mystiker Franz von Sales (1567-1622) wird als Heiliger der Sanftmut angesehen, der seine Neigung zu Zornausbrüchen zu zügeln lernte.
Der Begriff ist Kompositum des Adjektivs sanft, in unterschiedlichen Lautungen und Schreibungen schon mittelhochdeutsch mit der Bedeutung angenehm, mild[1], als Präfix mit -mut. Letzteres geht auf das mittelhochdeutsche muot zurück[2], welches in der Zusammenstellung der beiden Begriffe die Bedeutung Gemüt, Temperament annimmt. Sanftmut bezeichnet also eine milde, nachsichtige menschliche Wesensart."

Quelle: http://wikipedia.de/ (in Auszügen)


Im Grunde genommen habe ich unter Demut immer das verstanden, was eigentlich Sanftmut ist. Eine angenehme, milde, nicht aufbrausende Art, die ein Mensch an den Tag legt. Nicht aufbrausend, nicht schnell zum Zorn, genügsam und ausgeglichen. Genau das, was man von einem Menschen sagen kann, wenn er mit sich selbst und mit Gott in Frieden ist. Natürlich gehören Demut und Sanftmut zusammen, dennoch spiegeln sie unterschiedliche Aspekte wider. Ein Beispiel:

4 Mo 12,3 Der Mann Mose aber war sehr demütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren.

Wenn man die Geschichte in diesem Kapitel des 4. Buches Mose ansieht, dann kann man sich vorstellen, wie sich Mose gefühlt haben muss, in dieser Situation. Trotzdem blieb er ruhig und setzte die ihm von Gott verliehene Gewalt nicht ein, sondern war auf den Auftrag fokussiert. Er war demütig. Ein Wesenszug, den man sowohl erlernt als auch von Gott bekommt. Es ist eine Mischung aus Gabe und Einsatz.


Was ist jetzt aber Sanftmut. Das Wort wird im AT weniger oft übersetzt als im NT:

Ps. 45/5 Und deine Pracht - sei stark, zieh aus für die Sache der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit; da lehre dich furchtbare Taten deine Rechte.

Ps. 10/17 Den Wunsch der Sanftmütigen hast du gehört, HERR; du festigst ihr Herz, läßt aufmerken dein Ohr,

Genaueres zu den exakten Worten, die hier für Sanftmut stehen, werde ich nachreichen. Im NT finden wir eine Vielzahl von Variationen aus Sanftmut. Wäre Sanftmut ein Temperament und damit angeboren, dann würde Jesu Aussage:

Math. 5/5 Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.

keinen Sinn machen, weil manche ham's und manche ham's nicht. Viel besser erscheint es im Jakobusbrief:

Jak 1/21 Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und all die viele Schlechtigkeit, und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu erretten vermag.

Es ist eine bewußte Handlung, etwas, das man versucht und der Geist gibt als Frucht des Geistes das Gelingen dazu. Zumindest ist das meine derzeitige Meinung zur Sanftmut.

Anregungen?

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Bitte um Diskussionsaufnahme :-)

viele Grüße

Tricky

 

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