Es tut mir ja leid, Wasser in Euren so schönen Wein gießen zu müssen.
Es gibt in der Exegese einen unumstößlichen Grundsatz: Wir gucken zuerst mal, was da steht!
Und da steht: pater, also Vater.
Und da steht nicht: Ahnen.
Die Ahnen vergessen wir also mal ganz schnell!
Und da steht: hen esmen!
Und da steht nicht: homognomoon oder homonous.
Stünde eines dieser beiden letzten Worte da., könnte man übersetzen "einig"; nun aber steht da "hen", und das heißt eins und nichts anderes!
Dieses "hen" drückt etwas anderes aus als ein "heis": Es drückt nämlich nicht Identität aus; es wäre also vollkommen verfehlt, auf dieser Stelle eine Theologie der Trinität zu begründen.
Das "Sein" ist hier, wie im ganzen Johannesevangelium, semitisch gedacht: ein Geschehen, nicht ein Sein wie es die Griechen gedacht haben. Der Satz bedeutet (Erinnert Euch, dass es hier um den Hirten und die Herde geht): Das Handelns des Schöpfers von Himmel und Erde, des Befreiers und Bundesgenossen Israels, und das Handeln des Messias haben eine Richtung, Ziel: Die Einheit Israels.
Nun wusste Johannes aber sehr genau, was er mit dieser Formulierung provoziert: Die Jehudim (Ich schreibe nicht Juden, weil Johannes nicht die Juden in ihrer Gesamtheit meint) müssen dies als die Antastung des Namens auffassen.
Die Antwort darauf können nur Steine sein: Vers 31.
Ich grüße Euch herzlich!
Rolf