Autor Thema: Wochenabschnitt - werden sie heilig  (Gelesen 4332 mal)

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Offline Aisha

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Wochenabschnitt - werden sie heilig
« am: Fr., 23. April 2010, 18:18 »
Aktueller Wochenabschnitt:

Acharej-Kedoschim
Wajikra - Levitikus 16:1-20:27

http://www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/462522/jewish/Acharej-Kedoschim.htm


Werden Sie heilig

Die Parascha beginnt mit einem Befehl: „Kedoschim Tihju“ – „Ihr sollt heilig sein!“, „Ki kadosch ani Haschem“ – „Denn ich euer G-tt bin heilig“.

Was bedeutet „heilig“? Was verlangt die Tora von uns, wenn sie uns gebietet, „heilig“ zu sein? Sicherlich sind damit nicht die Erfüllung der verschiedenen Ritualgebote der Tora gemeint. Dafür wird kein besonderes Gebot benötigt, denn diese Gebote sind ausdrücklich in der Tora erwähnt.

Vielmehr ist damit gemeint, dass der Jude in seinem alltäglichen Leben, d.h. in seinen Geschäfts - und Privatleben auch heilig sein soll. Das Wort „Kadosch“ – „heilig“ bedeutet „speziell, abgesondert, erhaben“.

Der jüdische Mensch soll in seinem täglichen Leben als G-ttesverbunden erkennbar sein und sich nicht seiner Umwelt anpassen.

Wie ist es möglich, selbst als kleine Minderheit diese Heiligkeit zu bewahren? Darauf antwortet die Tora: „Denn ich bin heilig“ – G-tt begleitet uns überallhin und hilft uns, diese Heiligkeit zu bewahren.

Die Tora fährt weiter: „Jeder soll seinen Mutter und seinen Vater fürchten.“ – Der Mensch soll diese Heiligkeit nicht bloss für sich selbst bewahren, sondern auch seinen Kindern vermitteln. Deshalb müssen Kinder ihre Eltern respektieren und fürchten. Nur so können ihnen die Eltern ihre Werte und Ideale wirkungsvoll beibringen.

Danach kommt der Befehl: „Und meine Schabbatot (Ruhetage) sollt ihr hüten.“ Der Schabbattag soll uns stets in Erinnerung rufen, dass G-tt die Welt in sechs Tagen geschaffen hat. Die Einhaltung dieses zentralen Gebotes bekräftigt uns in unserem Glauben, dass G-tt die Welt nicht bloss geschaffen hat, sondern auch stets führt und dass G-tt als Schöpfer der Naturgesetze nicht an die Gesetze der Natur gebunden ist. So kann der Mensch auch selbst ein Leben führen, dass nicht nur von den Naturgesetzen und den weltlichen Gegebenheiten vorgeschrieben ist, sondern wahrlich transzendent und heilig ist.

Quelle: http://www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/669690/jewish/Werden-Sie-heilig.htm

Offline Chiara

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #1 am: Fr., 23. April 2010, 20:46 »
Ja, so habe ich „heilig“ verstanden. Abgesondert für GOTT. Für mich bedeutet es GOTT in seinem Leben den ersten Platz zu geben. Aber nicht nur das, sondern für IHN zu leben! Sein Leben nach GOTT auszurichten.

Schön dich zu lesen liebe Aisha!

LG Chiara

« Letzte Änderung: Fr., 23. April 2010, 21:54 von Chiara »
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Offline ABA זאב ברנובסקי

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HEILIG = Erwählt und abgesondert zum Eigentum GOttes!
« Antwort #2 am: Mo., 26. April 2010, 11:02 »
שלום כולם
שלום זוהירה

Schalom zusammen, Schalom Chiara,

Zitat
Was bedeutet „heilig“?

Die Wurzel (Schoresch) des hebräischen  Wortes > קדש <    [K-D-Sch] (heilig)

gibt es in 2 (bzw. 3)verschiedenen Betrachtungsweisen.

1. Rituell als dingliche Heilig(keit) von Sachen, Vorgängen und Personen im Zusammenhang  mit Kult
    und den Vorstellungen von Praktiken bezüglich Rein / Unrein !

2. Erwählungsgeschichtlich als persönliche Heilig(keit) ...
     a) ... infolge Zuordnung zu GOtt durch die Erwählung in einem Akt des Eigentumerwerbs.
     b) ... durch die Verwirklichung des Erwählungsauftrages in der Erfüllung des GOtteswillens.

so unterscheiden wir im Hebräischen das Zeitwort:
Gruppe: > פיעל < (pi-el) = > קידש < [kidesch] heiligen, weihen, widmen

sowie das Hauptwort (sachar/mask):
> קדש [kodesch] < bzw. > קודש< [kodesch] Heilig(es), Heiligkeit

d.h. die hebräische WortWURZEL-Definition bedeutet im Grunde:

>>>  Erwählt und abgesondert zum Eigentum GOttes!<<<

Weiterhin kennen wir noch aus der Wurzel : > קדש < den Begriff  [KaDeSch] !

Dieser ist dem Ba-alskult zuzuordenen und bedeutet im Maskulinen sowie in der femininen Form ([Kadeschah])
> (den)/die kultischen Tempel-Prostituierte(n) < (als EIGENTUM des Gottes BA-AL in dessen Kedeschut)

שלום אבא
Schalom ABA


« Letzte Änderung: So., 02. Mai 2010, 23:24 von freily »
GRUNDSATZ der kritischen Vernunft :
Wer wirklich an der Wahrheit Interesse hat, wird so verfahren,
dass er gerade Auffassungen, die er für besonders wichtig hält,
am schärfsten der kritischen Prüfung aussetzt !!!

Offline Chiara

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #3 am: Sa., 01. Mai 2010, 16:56 »
Schalom ABA,

ich danke dir für deine Erklärung und möchte dich bitten es nicht als unhöflich zu sehen, wenn ich nicht immer antworten kann. Ich benötige sehr viel Zeit mir das Geschriebene durch den Kopf gehen zu lassen aber allein das genügt  nicht, ich möchte und soll es auch verstehen dürfen, können. Der hier angeführte Link bringt mich in meinem Verständnis weiter und lässt mich die Wichtigkeit für GOTT abgesondert zu sein, erkennen.   

Zitat
die hebräische WortWURZEL-Definition bedeutet im Grunde:

>>>  Erwählt und abgesondert zum Eigentum GOttes!<<<

So habe ich  „heilig“ verstanden! 

LG Chiara
Eine linde Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte bringt Herzeleid.
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Offline Aisha

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #4 am: Di., 04. Mai 2010, 11:22 »
Schalom,

Zitat von: Artikel
Vielmehr ist damit gemeint, dass der Jude in seinem alltäglichen Leben, d.h. in seinen Geschäfts - und Privatleben auch heilig sein soll. Das Wort „Kadosch“ – „heilig“ bedeutet „speziell, abgesondert, erhaben“.

Der jüdische Mensch soll in seinem täglichen Leben als G-ttesverbunden erkennbar sein und sich nicht seiner Umwelt anpassen.

Wie ist es möglich, selbst als kleine Minderheit diese Heiligkeit zu bewahren? Darauf antwortet die Tora: „Denn ich bin heilig“ – G-tt begleitet uns überallhin und hilft uns, diese Heiligkeit zu bewahren.

Wie sieht das nun in der Praxis aus?
G'tt ist heilig, wir sollten heilig sein. Es ist also unser Ziel G'tt ähnlicher (=heilig) zu werden.

Das hört sich gut an, aber was bedeutet es in der Praxis. Welche Eigenschaften hat G'tt, die wir gleichfalls annehmen können?

schalom

Aisha

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #5 am: Do., 13. Mai 2010, 22:02 »
Schalom Aisha,
Das hört sich gut an, aber was bedeutet es in der Praxis. Welche Eigenschaften hat G'tt, die wir gleichfalls annehmen können?
darüber denke ich oft nach über diese Frage.

Was kann ich selbst tun GOTT ähnlicher zu werden?

Zum einen könnte ich anfangen seinen Willen zu erkunden in der Torah (Bücher Mose), dann die Meinungen der alten Propheten mir darlegen, damit ich nicht alte Fehler neu begehe.

Und erst nach jahrelangem Studium SEINES WORTES durfte ich erkennen, daß mir SEIN geschriebenes WORT  Trost und Hoffnung vermittelt, so daß ich langsam zum Zorn wurde, nicht auf Andere mit hohen Augen herab blicke und mich in Geduld übe, wenn mal eine Meinung nicht so ist, wie ich sie mir vorstellte.

Aber über all dem steht die unerschütterliche Liebe zur Wahrheit und Treue !


Liebe Grüße
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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Offline Aisha

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #6 am: Di., 20. Juli 2010, 10:54 »
Hallo,

der Begriff "heilig" erscheint in der Bibel zum 1. Mal in Verbindung mit dem 7. Tag:

G'tt "hörte auf" (schavat) am 7. Tag....

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #7 am: Di., 20. Juli 2010, 16:10 »
Schaom,
der Begriff "heilig" erscheint in der Bibel zum 1. Mal in Verbindung mit dem 7. Tag:

G'tt "hörte auf" (schavat) am 7. Tag....
dazu fällt mir auf, daß das Jahr 52 siebentage Wochen hat.

Das heilige Schabbatjahr ist das 50.ste Jahr, sofern ich es richtig verstanden habe.

Die 52. Woche entspricht dem Bereschit-Gedanken, oder irre ich mich da bzw. ist dieser Gedanke zu abwegig?

Liebe Grüße
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
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Offline Aisha

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #8 am: Di., 20. Juli 2010, 20:37 »
Schalom Freily,

das 50. Jahr ist das Joveljahr, indem alles frei wird.

Am 50.Tag wurde nach dem Omerzählen 7x7 = 49 Tage die Torah am 50. empfangen.
Kannst du genauer erklären, was du mit der 52 und dem Bereschit-Gedanken meinst?

Aisha

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Antw:Wochenabschnitt - werden sie heilig
« Antwort #9 am: Do., 29. Juli 2010, 00:00 »
Schalom Aisha,
das 50. Jahr ist das Joveljahr, indem alles frei wird.

Am 50.Tag wurde nach dem Omerzählen 7x7 = 49 Tage die Torah am 50. empfangen.
Kannst du genauer erklären, was du mit der 52 und dem Bereschit-Gedanken meinst?
wie Du es schon sagtest, die Torah wurde am 50. Tag empfangen.

Die "neuen Himmel und die neue Erde" werden dann in der 52. Woche entstehen mit dem EWIGEN.
Es ist somit eine "neue" Schöpfung wieder da.

Liebe Grüße
Wer den richtigen Weg nicht sucht, ihn auch nicht findet.
freily©

 

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