Autor Thema: Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem  (Gelesen 5715 mal)

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Offline Aisha

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Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« am: Fr., 17. April 2009, 11:47 »
 
Furcht vor JHWH- יראת יהוה



In unserem Sprachgebrauch ist der Begriff „Furcht“ ausschließlich negativ besetzt. Es ist ein Gefühl der Panik, der Schwäche, der totalen Hilflosigkeit.
Wer sich fürchtet hat keinen Frieden.

Besonders in wirtschaftlich schweren Zeiten wird die Menschheit von dieser negativen Emotion derart überschwemmt, dass ein Prozess der Verstärkung einsetzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch „circulus virtuosus“ oder „Teufelskreislauf“ genannt. Die Reaktion verstärkt die bereits vorhandene negative Wirkung.

Präsident Franklin Roosevelt sagt in Zeiten schwerer Wirtschaftsdepression deshalb sehr treffend: „Wir brauchen nichts zu fürchten außer der Furcht selbst“.

Unsere Weisen lehren uns, über die vor Augen liegenden Gefahren hinwegzusehen und allein auf die Macht des Schöpfers zu vertrauen.
Diese innere Einstellung bezeichnet man in der Torah als „G’ttesfurcht“.

Wir sehen , dass dieser Begriff sehr positiv ist!

Sehen wir uns die G’ttesfurcht näher an:

Psalm 111

Die Furcht vor JHWH ist der Weisheit Anfang.

ראשית חכמה ׀ יראת יהוה

reschit chochmah jirath JHWH



Hiob 28:28

Die Furcht vor Adonaj ist Weisheit.

יראת אדני היא חכמה

Jirath Adonaj hi chochmah .

Die G’ttesfurcht ist die Erkenntnis, dass G’tt die höchste Quelle der Weisheit , der Energie und des Lichtes ist.
Die G’ttesfurcht befreit uns daher von der Furcht in jeder anderen Form.


Wir fürchten den Schöpfer nicht mit Schweißperlen auf der Stirn , Zittern und beschleunigtem Puls, sondern in der tiefen inneren Gewissheit (Glaube), dass er die letztendliche Quelle der Macht im ganzen Universum ist.

Durch dieses Wissen (Glauben/Vertrauen/Emunah) wird man FREI!!!!!

Die Bibel beginnt mit den Worten – Bereschit barah elohim –בראשית ברא אלהים - am Anfang erschuf elohim . „Dies ist das erste aller Gebote und es wird „Furcht des Schöpfers genannt , was der „Anfang“ ist.
Wie geschrieben steht : „Furcht vor JHWH ist der Anfang der Weisheit“ (Psalm 111:10) und „der Anfang des Wissens“ . Sie ist das Eingangstor, durch das man den Bereich des Glaubens betritt. „(Buch Zohar, Band 1).

Der Zohar unterscheidet 3 Kategorien der G’ttesfurcht :


1. Der Mensch fürchtet den Schöpfer, weil er Angst hat, es könnte ihm in der Welt schlecht ergehen, er könne krank werden oder sein Geld verlieren.

2. Der Mensch fürchtete eine Strafe in der nächsten Welt.

KEINER diesen beiden Arten von G’ttesfurcht entspringt der Quelle der Wahrheit, sie haben keinerlei Basis in der Torah.

Derjenige , der sich fürchtet er könne vom Schöpfer bestraft werden, hat nicht die G’ttesfurcht erkannt, die zum Leben führt. Ein solcher Mensch ist von der
„Bösen Furcht“ beherrscht. (Zohar, Band 1).

Über diese falsche Furcht der 2. Kategorie lesen wir in den christlichen Schriften:

1. Johannes 4

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 17 Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. 18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.



ECHTE G’ttesfurcht haben diejenigen erkannt, die den Schöpfer fürchten, weil er allmächtig ist und uns alle regiert, weil er die QUELLE und das Wesen der Welten ist. (Zohar, Band 1).

Weiter geht es mit den farblich hervorgehobenen Begriffen, die genau erklärt werden.
schalom Aisha

ABA

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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #1 am: Fr., 17. April 2009, 23:23 »
שלום חמודים
Schalom ihr Lieben,
dies ist ein sehr gutes Thema um die > Wahnsinns-GOttesangst < auf den Tisch zu bringen !

Ich bin mit dir darin einer Meinung und möchte nur aus den Urschriften der TENACH
was das Althebräische betrifft, und der LXX Septuaginta in Altgriechisch
etwas beisteuern, denn ...

>>> FURCHT <<< ist eine beispielhafte FEHLÜBERSETZUNG
ebenfalls wie du erwähntest, die falsch verstandene FURCHT in den christlichen Schriften !

Sehen wir also mal in den antiken Schriften nach:

        
Die christlichen Endredakteure übersetzen in 1. Johannes 4,17
φοβος ουκ εστιν εν τη αγαπη > FURCHT ist nicht in der LIEBE <
Wir sehen hier das griechische WORT > φοβος < (fobos) [Fobie]
und das heißt : FURCHT, ANGST, SCHRECKEN !!!

und jetzt betrachten wir uns mal aus dem Althebräischen Hiob 28,28 (wie du schon erwähntest)
>> הן יראת אדני היא חכמה <<
und hier steht der BEGRIFF : יראת אדני (jerat adonaj)
welcher die WURZEL  ירא (jareh)  sowie יראה (jerah) hat!
und ich übersetze es vorab mal mit: (Ehr)furcht bzw. EHRerbietung !

UND hier übersetzt die ALTGRIECHISCHE LXX SEPTUAGINTA :
... Ιδου η θεοσεβεια εστιν σοφια ...
> Sieh´doch, die heilige GOttesfurcht ist Weisheit <

Jetz bemerken wir, dass die noch älteren ÜBERSETZER das griechische WORT:
Σεβας (Sebas) anstatt (wie die späteren Christen im sog. NT) = Φοβος (fobos) benutzen!
d.h.
σεβας - SEBAS - (übrigenst stammt der SEBASTIAN davon ab
= heilige Achtung, Verehrung, Ehrfurcht, Bewunderung !!!

Also wie gesagt in deutsch nix mit ANGST, SCHRECKEN und FÜRCHTEN

שבת שלום אבא
Schabat Schalom ABA

Offline Aisha

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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #2 am: So., 19. April 2009, 11:26 »
Furcht vor JHWH-        יראת יהוה

Teil 2

Die Unterteilung der „Furcht“ in 3 Kategorien stellt ein sprachliches Problem dar, sind doch die beiden ersten keine „echte G’ttesfurcht“.

Beide ersten Kategorien sind auf die Zukunft ausgerichtet:

Bei der ersten fürchtet man sich in Zukunft etwas zu verlieren (sein Geld, seinen Ruhm, seine Gesundheit,) und  dies allein ist das Motiv mit  G’tt  in Beziehung zu treten .

Ein solcher Mensch macht sein Glück von Dingen abhängig , die von Natur aus vergänglich sind.


Bei der zweiten verlegt man diese Furcht einfach aus dieser Welt in die nächste .

In dieser Welt kann solch ein Mensch durchaus in puritanischer Askese leben und dem Materialismus entsagen. Trotzdem ist diese Furcht um nichts besser als die erste.

Man verrichtet Gebete und hält bestimmte Regeln ein, um den „Schlüssel zum Himmel“ nicht zu verlieren. Dies sind Versuche G’tt zu manipulieren.

Beide Arten der „bösen G’ttesfurcht“ basieren auf negativen Absichten.

Im Gegesatz dazu ist die wahre G’ttesfurcht etwas, das bereits in der Gegenwart da ist.

Deshalb ist es ratsam sie im Deutschen als „Ehrfurcht“ zu bezeichnen.

schavua tov

Aisha




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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #3 am: So., 19. April 2009, 11:35 »
Schalom Aba,

ist immer interessant die griechische Version dazu zu lesen.

Zitat
Aba: Jetzt bemerken wir, dass die noch älteren ÜBERSETZER das griechische WORT:

Σεβας (Sebas) anstatt (wie die späteren Christen im sog. NT) = Φοβος (fobos) benutzen!
d.h.
σεβας - SEBAS - (übrigenst stammt der SEBASTIAN davon ab)
= heilige Achtung, Verehrung, Ehrfurcht, Bewunderung !!!

Tatsächlich wird in der Apostelgeschichte (10:2, 13:16) bei den "G'ttesfürchtigen" der Begriff fobos benutzt.
Vielleicht möchte der Schreiber bewusst auf die Tatsache hinweisen, dass diese Menschen noch nicht in einer harmonischen liebevollen Beziehung zum Schöpfer standen, sondern in einer Angst-Beziehung.

Der Johannes in seinem  Brief benutzt zweifelsfrei diese Begriff (fobos -Angst) negativ und somit stimmt er mit unserern jüdischen Auslegern überein.

Dazu kommen wir noch, dann wird es klarer werden.

schavua tov

Aisha

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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #4 am: Mo., 20. April 2009, 10:48 »
Furcht vor JHWH-        יראת יהוה

Teil 3


Der Zohar beschreibt, dass ein falsches Verständnis der Beziehung zum Schöpfer (Kategorie 1 und 2) krankhafte innere Zustände verursacht. Zur bildhaften Beschreibung dieser Zustände werden die Begriffe aus dem Schöpfungsbericht verwendet :

1.   tohu -  formlos (wie gewürgt)      

תהו

2.   bohu-  leer (in die Tiefe gezogen)   

בהו

3.   choschech - Finsternis (innerlich verbrannt werden) 

חשך

4.   ruach Geist (wie mit dem Schwert geschlagen) 

רוח




Im modernen Sprachgebrauch würde man  eher sagen:

Innere Bedrängnis, Depression, Burn out und seelische Schmerzen.

Wer sich jemals mit den Folgen zwanghafter religiöser Systeme beschäftigt hat, wird mit Erstaunen feststellen, dass die Leute tatsächlich an solchen Symptomen leiden.
Dies beschreiben unsere Weisen bereits vor tausenden Jahren!

Die gute Nachricht ist, sie schrieben auch genau, wie man diese falsche G’ttesfurcht ablegt und die wahre findet.  :)

schalom

Aisha





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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #5 am: Di., 21. April 2009, 10:27 »
Furcht vor JHWH-        יראת יהוה


Teil 4


Die „Böse G’ttesfurcht“ nach Kategorie 1 (= Motiv für Beziehung mit G’tt Furcht vor materiellen oder sonstigen Verlusten) wird im Zohar symbolisch als „Ägypten“ bezeichnet.
Ein Mensch mit dieser „G’ttesfurcht“ kann das Licht des Schöpfers nicht offenbaren. Er bleibt in der Finsternis.

Die wahre EHRFURCHT vor JHWH basiert auf LIEBE.
 


Der Zohar verknüpft den Begriff Ehrfurcht vor JHWH
יראת יהוה
mit dem Begriff LIEBE (ahavah) und vollkommen (tamim) -die vollkommene Liebe

Zitat:

Rabbi Elazar sagte: vollkommene Liebe von beiden Seiten her, von der Güte und vom Urteil. Denn haben wir nur die Güte, liebt man G’tt nur in guten Zeiten und sobald es einen schlecht geht (Urteil) nicht mehr.
Die vollkommen Liebe ist gegenseitig , bedingungslos und hängt nicht von den Umständen ab.



Erstaunlicherweise finden wir genau diese Verknüpfung in den griechischen christlichen Schriften wieder.

1.   Johannes 4

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 17 Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. 18 Furcht [anmerkung: Die "böse G'ttesfurcht"] ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

Diese wahre Ehrfurcht vor dem Schöpfer, deren Basis die vollkommene Liebe ist, ist der ANFANG der Weisheit!

Zohar:

Die Jirath JHWH hält die Welt im Dasein.

Sie ist das TOR ZU ALLEM ANDEREN.

Somit auch die Bedingung für das Torahstudium.


schalom

Aisha




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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #6 am: Mo., 27. April 2009, 10:38 »
Schalom,

Machen wir einen Exkurs in die Gematria, um zu zeigen, dass diese Worte auf der Zahlenebene ebenfalls in Beziehung stehen:

Zur Anwendung kommt eine von mehreren gematrischen Methoden
(Weglassen der Nullen und Quersummenberechnung)

(Leider klappt es mit dem Layout nicht, es ist verschoben und gewisse Klammern sind nicht wegzubekommen. Aber wer wirklich will, denke ich, kann das Ganze auch so nachvollziehen)


                       
Jira    Ehrfurcht 
ירא[/size]
   

   
121
   
4


Ahavah Liebe
 

אהבה

5 2 5 1
            13
             4



Tamim     vollkommen


תמים

4144
   13
    4


Bereschit  im Anfang

בראשית
413122
     13
       4

Wir sehen nun, dass das Ergebnis dieser Berechnung jeweils Dasselbe ist , nämlich die 4 , und somit die Beziehung dieser Worte auf der Zahlenebene nachgewiesen ist.

schalom

Aisha

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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #7 am: Di., 28. April 2009, 10:16 »
Furcht vor JHWH-        יראת יהוה

Teil 5

Nachdem wir nun die wahre Ehrfurcht vor JHWH genau definiert haben und feststellten, dass deren Basis die vollkommene Liebe ist – stehen wir vor einem scheinbaren Widerspruch:

Wir haben erklärt, dass die falsche G’ttesfurcht krankhafte innere Zustände verursacht. Wie kann das sein? Auf der einen Seite lernen wir, dass Furcht vor Strafe diese unharmonischen Zustände verursacht, auf der anderen Seite sind dies nicht „Strafen G’ttes“?
Wenn ich mich vor Strafe fürchte, liebe ich G'tt nicht (siehe auch 1. Johannes 4) , aber er straft mich dann doch???

Unsere Weisen erklären dies so (Anmerkung : Nicht willkürlich sondern anhand der Schriften):

Nicht der Schöpfer fügt uns diese Strafen zu ,  sondern wir selbst strafen uns auf diese Weisen. Da jedoch der Schöpfer die Ursache aller Ursachen ist, verwendet die Schrift den Ausdruck „Strafe G’ttes“.

Sehen wir hier ein Beispiel:

Psalm 38

Zuerst sagt David: „  HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
3 Denn deine Pfeile stecken in mir,
und deine Hand drückt mich.

Dann aber: Denn meine eigenen Vergehungen sind über mein Haupt gegangen .

Es sind unsere eigenen Sünden, die uns von G’tt trennen und letztendlich war es G’tt selbst, der ein System geschaffen hat, wo Sünde /Trennung von IHM möglich ist. Wäre dies nicht so , hätte der Mensch wie das Tier keinen freien Willen.

Deshalb sagen unsere Weisen weiter: Die einzige Angst (pachad), die der Mensch empfinden sollte ist diejenige:
Fürchte dich, was die Sünde über dich bringen kann, denn sie trennt dich von G’tt (Sprüche 28:14 ausgelegt im Zohar).

Hier wird nicht das Wort „Ehrfurcht“ verwendet (Jira) sondern Pachad im Sinne von Angst , Schrecken.


Als nächstes sehen wir uns die Lehre von Jesus an und wir werden feststellen, dass er dieselbe Sprache verwendet.

schalom

Aisha



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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #8 am: Fr., 26. Juni 2009, 11:14 »
Schalom,

Leute, die Kabbalah/Torah studieren, erkennen, dass die Schriften einer Struktur folgen. Diese Struktur lässt sich auf vielerlei Ebenen (Worte, Bilder, Zahlen..) nachweisen. Die Struktur lässt sich metaphorisch (bildhaft) als BAUM darstellen, mit Wurzel, Stamm und Zweigen.
Wie König Salomon sagte: Die TORAH ist ein BAUM DES LEBENS.

Auf diese Weise entstehen wie bei einem Baum Verzweigungen der Worte und Bilder .

Menschen, die diese Sprache der Torah gelernt haben, werde auf diese Weise miteinander kommunizieren können und sich eindeutig verstehen.
Sie werden die für unsere Zeit seltsame Sprache der Propheten klar und deutlich verstehen.

Mit den Worten Jesu habe ich mich noch nicht intensiv auseinandergesetzt, jedoch ist sehr schnell zu erkennen, dass er einer war, der diese Sprache benutzte. Es waren aber wohl nicht soviele zu dieser Zeit, die darin gelehrt waren. Ich erinnere an das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus (Johannesev. Kapitel 3):

Zitat
Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde,1 so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? 13 Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

dies ist ein sehr gutes Beispiel: Jesus spricht von irdischen Dingen in der Sprache der Zweige und Nikodemus fragt wirklich sehr naiv und versteht gar nichts.

Aber zurück zu unserem Thema: Jesus benutzt die oben besprochenen Wortkombinationen über die G'ttesfurcht in seiner Berglehre

Die Lichtsymbolik

Matthäus 5


14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Er spricht die falsche G’ttesfurcht nach Kategorie 1 an, die Sorge/Angst um materielle Dinge.
Er warnt davor nur materiell eingestellt zu sein und fordert dazu auf nach geistigen Dingen zu streben.

Matthäus 6

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. 23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! 24 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.


 25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Weiters spricht er über die vollkommene Liebe und definiert sie so:


Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen2, 45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

genauer nächste Woche

Aisha


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Antw:Die G'ttesfurcht - Jirath Haschem
« Antwort #9 am: Di., 11. August 2009, 11:47 »
Schalom,

die Basis der wahren G'ttesfurcht ist die bedingungslose Liebe.

Schon König Salomon fragte sich: Weshalb geht es den Gerechten (Zadikim) oft schlechter als dem Bösen?

Wäre   der Gerechte/Gläubige  immer gesund, reich , fröhlich.., würde jeder Mensch sofort g'ttesfürchtig werden. Dies wäre tatsächlich ein gutes Geschäft 8):

Zitat
Zitat von: Weinreb
So ist also der Tod in dieser Welt des siebten Tages das Gegengewicht zur materiellen Kausalität und bringt den Menschen in die Sphäre einer anderen Kausalität, wo nicht Leben oder Tod existieren, sondern Leben und Tod in einer für das irdische Wahrnehmungsdenken nicht nachvollziehbaren Harmonie gerade zusammen das sind. Die gute Tat wird tatsächlich belohnt, doch ist es möglich, dass der Tod als Zwischenphase zwischen Tat und Belohnung steht. Denn die gute Tat ist nur gut, wenn sie allein vom Vertrauen und dem Willen zum Guten, ohne Aussicht auf eine eventuelle Belohnung getragen wird. Zusammen bilden sie dann die Einheit, welche die Tat in eine andere Welt überführt. Die Belohnung ist kein Geschäft, sondern von einer ganz anderen Ordnung. Sie ist ein Teil der Liebe, der Güte, mit der Gott die Schöpfung gemacht hat, um dem Menschen die Freude zu schenken, sich mit seinem Ursprung wieder zu vereinigen.

Die Tatsache, dass man Tat und Belohnung oder Bestrafung im materiellen Sinn gegeneinander abwägt, dass man danach Ausschau hält, ob diese Belohnung hier tatsächlich auch einzukassieren ist, habe ich die „Geschäftsmentalität“ genannt. Es ist die Mentalität, mit der man sagt: „Wenn so etwas geschehen kann und darf, dann gibt es keinen Gott“ oder „...dann ist Gott jede Grausamkeit gleichgültig“, usw.

Kananiter, hebräisch Kanaani, bedeutet denn auch „Kaufmann“. Es ist das typische Merkmal der Welt, die durch den „Ibri“  , durch den von der anderen Seite kommenden Menschen, vertrieben werden muss.
(Friedrich Weinreb: Schöpfung im Wort: Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung, S.666-667)



Aisha

 

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